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messer, eingesetzt. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte man jedoch wirkungsvollere Kolbenpumpen mit einem Hub der Kolbenstange mittels einer Kurbelwelle, mit einer Konstruktion, die im sächsischen Ehrenfriedersdorf erprobt worden war, und mit Wasserrädern verschiedener Durchmesser bis zu 14,5 m. Auch die Aufbereitung des Zinnerzes wurde in Schlaggenwald im Jahre 1525 wesentlich verbessert, namentlich durch die Einführung des sogenannten Naßprozesses in Pochwerken. Diese Maschinenvorrichtung, die zuerst im Jahre 1507 in Altenberg verwendet wurde, verbreitete sich dann bald in alle böhmischen Reviere. Außerdem wurden auch die Erzröst- und Waschprozesse in den verschiedenen Systemen der Spülrinnen verbessert und im allgemeinen der bisher hohe Prozentsatz an Metallverlusten auch bei Hüttenverfahren herabgesetzt⁸.
Für diese Einrichtungen brauchte man außerordentlich große Wassermengen. Die ersten Bestrebungen, die bisher ungenutzten Ströme im Revier Schlaggenwald-Schönfeld zu verstärken, datieren bereits aus dem 15. Jahrhundert, als zum ersten Mal das umfangreiche aus riesigen Torfgründen gebildete Naturreservoir auf der Hochebene über Königswart ausgenutzt worden war, das noch heute einen Umfang von 830 ha hat. Von diesem Gelände — das zu den Gebieten mit den größten jährlichen Niederschlägen von 993 mm auf 1 m² gehört — wurde bereits damals ein Wassergraben nach Schönfeld geführt und 1499 bis zu den Grubenbauen über Schlaggenwald verlängert. Bei einer schnellen Entwicklung der Grubenarbeiten vermochte dieser Graben jedoch nicht alle Gruben- und Hüttenbetriebe mit Wasser zu versorgen. Er wurde daher in den Jahren 1501 bis 1530 mit einem System einiger großer Grubenteiche und Hilfsgräben verstärkt. In den Jahren 1530 bis 1536 baute man den Wassergraben zu einem mächtigen Wasserkanal, dem sogenannten Floßgraben, in einer Länge von 24 km und einer Breite von rund 2 m um. Diese künstliche in den nachfolgenden Jahrzehnten noch verbreitete Wasseranlage überstieg in ihrer Gesamtlänge weit über 30 km und wurde für den Transport zu den Grubenbetrieben und für die Holztrift bis ins 19. Jahrhundert hinein verwendet. Mit diesem Umfang hatte die Anlage auf sächsischer Seite nur im Revier Altenberg⁹ Entsprechendes.
Nach dieser Verbesserung der Betriebsbedingungen stieg der Umfang der Förderung rasch an, so daß bei den Arbeiten in größeren Teufen bald die ersten ernsteren Schwierigkeiten mit der Entwässerung entstanden. Nicht überall war es aus Betriebsgründen möglich, Pumpenkünste einzusetzen; so wurde vom Jahre 1535 an mit dem systematischen Vortrieb einiger tiefer Erbstollen begonnen, welche die älteren Stollenbaue ersetzen und die dem Wasser bisher nicht zugänglichen tieferen Lagerstättenpartien öffnen sollten. Bedeutung gewann namentlich der Stollen des In-
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