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wurde 1501/02 für Bergbauzwecke angelegt
[obr] Karte des Bergbaureviers von Schlaggenwald und Schönfeld von 1699
im Revier Schlaggenwald-Schönfeld (Horní Slavkov-Krásno), eine außerordentlich große Bedeutung. Auch hier reichen die Anfänge der Förderung durch Waschen aus sekundären Lagerstätten nachweisbar bis vor die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, als das böhmische Zinn auf den Märkten in Brügge und Köln durch seine Qualität und Menge eine spürbare Preissenkung des englischen Zinns verursachte¹.
An der Schwelle des 16. Jahrhunderts war hier der Zinnbergbau bereits so intensiv, daß der damalige Inhaber des größten Zinngrubengebietes, Hans Pflug von Rabenstein, es für notwendig fand, am 26. Dezember 1509 für die Zinngruben in Schlaggenwald eine selbständige Zinnordnung zu erlassen. Als Vorlage diente die im selben Jahre herausgegebene Annaberger Bergordnung². Die Schlaggenwalder Bergordnung resümierte allerdings auch eine Reihe älterer und bewährter böhmischer Rechtsgewohnheiten und stellte so die vorangehenden, in Graupen (Krupka) im Jahre 1487 und in Altenberg im Jahre 1491 herausgegebenen Zinnordnungen in den Schatten. Gemeinsam mit der späteren St. Joachimsthaler Bergordnung von 1518 wurde sie zum Vorbild für eine Reihe weiterer bergbaulicher Richtlinien in den böhmischen Ländern. Nach ihrer Herausgabe folgte eine schnellere Entfaltung der bergbaulichen Tätigkeit in den Zinnerzlagerstätten, namentlich als die Erbstollen, der Eger- und der Alt-Stöllner-Stollen, 1516 in das Gebiet des reichsten Vorkommens im Kaiserwald, des Huber-Stocks zwischen Schlaggenwald (Horní Slavkov) und Schönfeld (Krásno) vordrangen³. Dies geschah in demselben Jahr, als die ersten reichen Silbergänge in St. Joachimsthal (Jáchymov)⁴ aufgeschlossen wurden. Mit dem Aufschluß dieser beiden Bergbaugebiete begann eine neue Ära im böhmischen Bergbau.
Die erfolgreichen Arbeiten im Huber-Stock, in weiteren drei Stöcken und in einigen Zonen von Zinnerzgängen in seiner Nachbarschaft regten den Abbau auch an anderen Stellen des Kaiserwaldes an, und zwar in der Umgebung von Marienbad (Mariánské Lázně), Königswart (Kynžvart), Sangerberg (Prameny), Lauterbach (Čistá), Schönficht (Smrkovec). Einige Seifen wurden in verschiedenen durch die Zinnerzgelände fließenden Gewässern angelegt. Gleichzeitig entfalteten sich auch die Bergbauarbeiten in den Silbererzlagerstätten außergewöhnlich stark, so daß man in den Jahren 1525/26 sogar erwog, in Schlaggenwald eine neue Münzstätte zu errichten und die Prägung von Thalern⁵ zu beginnen, damit genügend Geld für die Auszahlung der Bergleute zur Verfügung stehe. Die Produktion aus dem Revier Schlaggenwald-Schönfeld stieg heftig an und erreichte bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts jährlich eine Höhe von 400 bis 500 t Zinn⁶. Gleichzeitig vergrößerte sich auch Schlaggenwald, das aus einem kleinen Städtchen in eine umfangreiche, ansehnliche Siedlung mit etwa 4000 Einwohnern und einigen tausend Bergleuten in den Vorstädten und umliegenden Dörfern anwuchs; auch die Stadt Schönfeld erreichte damals mindestens 2000 Einwohner⁷.
Sobald die oberen Lagerstättenpartien erschöpft waren, war es nicht mehr möglich, eine ständige Zinnproduktion ohne entsprechende Vorkehrungen aufrechtzuerhalten. Darunter gehörte vor allem eine zweckmäßige Einführung der neuesten Bergbautechnik, eine Anwendung geeigneter technologischer Prozesse bei der Aufbereitung und Verhüttung der Zinnerze und die Sicherung einer genügenden Wasserzufuhr für den Antrieb und die Separation. In der Transporttechnik blieb das Revier Schlaggenwald-Schönfeld im 16. Jahrhundert konservativ. An Stelle von Bulgenkünsten mit Kehrradantrieb, die in den böhmischen und sächsischen Revieren im Erzgebirge erprobt wurden, blieb hier traditionsgemäß der Göpel mit Pferdeantrieb in Verwendung, der im 16. Jahrhundert für einen Hub mit zwei Seilen verbessert wurde. Eine grundsätzliche Änderung zeigte sich in der Pumptechnik. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden zuerst Paternosterpumpen, die sogenannten Heinzenkünste mit Wasserrädern bis zu 10 m Durch-
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