Zpráva z cesty po českých hornických revírech roku 1859
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Jáchymov. Geognostické a žilné poměry

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auf Zwischenlagerungen von körnigem Kalkstein und Felsitgesteinen. Diese Felsitgesteine, Gesteine, deren Felsitgrundmasse größtentheils[?] von Kieselerz und Quarz erfüllt, kommen besonders in dem Gebie[te] der westlichen Grubenabtheilung vor, wo ihnen ein besonderer Einfluss auf die Umwandlung der daselbst aufstehenden Gänge zugeschrieben wird. Ihre Grundmasse ist röthlich, bräunlich und grünlich. Endlich ist noch einer basaltischen Blatte zu gedenken, eines stark zersetzten crystallinisch ausgebildeten Basaltes und der sogenannten Stützenwacke, und hiermit i[n] Verbindung stehenden, stockförmig auftretenden Conglomerates. Dieses Conglomerat ist ein Trümmergebilde, welches größere und kleinere Bruchstücke des Schiefers und Porphyrs, welche Gestei[ne] als durchbrochen hält, und organische Reste, sogenanntes Braunkohlholz[?], in verschiedenen Schichten in sich eingeschlossen enthält. Durch diese Stützenwacke werden die herrschenden Gänge stets abgeschnitten.

Die Blatten der Gänge zeigen eine dichte, verschieden harte Grundmasse mit dunkelgrünen und schwarzen Farben. Die durchsetzen das Grundgebirge sowie die Silbergänge, mit welchen letzteren sie sich manchmal auch lange strecken schlagen.

Im Allgemeinen werden die Erzgänge in Morgen- und Mitternachtsgänge eingetheilt und zwar zwischen

ersteren von Ost nach West zwischen h. 21 und h. 1 und die Mitternachtsgänge von Süd nach Nord zwischen h. 5 bis h. 7. Hiebei muß ich gleich bemerken, daß in Österreich der Compaß[?] nicht, wie bei uns, in 2 mal 12 Stunden, sondern in 24 Stunden eingetheilt wird, welches die Bequemlichkeit bietet, bei dem <u>Streichen</u> der Gänge in die Himmelsgegend besonders bemerken zu müßen.

Ferner theilt man das ganze Joachimsthaler Revier in die westliche und in die östliche Grubenabtheilung und zwar wurde als Concentrationspunkte des ganzen Betriebes der 220 Klafter tiefe Einigkeitsschacht für das östliche und der um 700 tiefer westlicher und 96 Klft höher gelegene, aber um 100 Klft tiefere Neumeßschacht[?] für das westliche Feld gewählt, weil beide die günstigsten Lagen zu den beabsichtigten Grubenaufschließungen halten. Zwar[?] von den[?] oben erwähnten Morgengängen sind von beiden Grubenabtheilungen gemeinschaftlich und die Sohlencommunication ist auch nach diesen vermittelt.

Das Einfallen der Morgengänge ist in der Regel gleich der Gebirgsschichtung in Nord, jedoch steiler und zwar unter einem Winkel von 35 – 80°, von welchem nur der Franzibörz[?]gang eine Ausnahme macht, welcher steil in Süd fällt. Die Mächtigkeit schwankt zwischen einigen Zollen und mehreren Schuhen, wobei Schiefer, Letten, Quarz, Kalk- und Braunspath besonders auftreten. Das Einfallen der Mitternachtsgänge ist weniger gleichartig, doch läßt sich für den östlichen[?] Theil des Joachimsthaler Bergbaues dennoch eine Regelmäßigkeit nachweisen, indem alle von

[?] östlich gelegenen Mitternachtsgänge ein östliches, dagegen alle westlich gelegenen ein westliches Einfallen haben. Der diese von einander fallenden Gänge scheidende [?] hat ein Fallen von 80-90° in W. Der Verflächungswinkel der östlich fallenden Gänge ist in der Regel steil zwischen 70-90°, jener der westlich fallenden aber 50-90°.

Die Mächtigkeit dieser Gänge sinkt von 2'[?] bis zu kaum wahrnehmbaren Messerscheide[?] herab. Die Erstreckung dem Streichen nach ist bei den Morgengängen bei weitem ausgedehnter aufgeschlossen und verfolgt, als bei den Mitternachtsgängen, die sich gern in Trümer zertheilen, welche sich nicht selten in die Schichtung des Gebirgsgesteins hineinlagern. Den weitesten Aufschluß erreicht von letzterem der Schweizergang mit 1000 Klaftern, der Evangelistengang mit 900° und der Geschiebergang mit 800°. Die Füllung der Gänge richtet sich im Allgemeinen nach dem sie begleitenden Nebengestein und nach dem Winkel ihres Einfallens. In allen Gängen findet man Letten und zermürbtes Nebengestein. In den Gängen des östlichen Feldes tritt besonders Kalkspath und Braunspath, in denen des westlichen Feldes aber Quarz auf, welcher jedoch auch im östlichen Felde nicht ganz mangelt. Ferner hat man bemerkt, daß bei flachem Einfallen die Gänge größtentheils Letten und Gebirgsgestein, bei steilerem[?] Fallen dagegen Erz und edle Metalle führen. In Betreff der Erzführungen der einzelnen Gangpartieen findet man auch Verschiedenheiten. So sind die Erzführungen der Morgengänge schwächer, als die der Mitternachtsgänge; vorzüglich stehen sie im Silbergehalte nach und führen besonders Kupfer-, Arsenkies[?] und Leberkies, Bleiglanz, Zinkblende, gediegen

erzen, Kobalterze und Kobaltschwärzen. Die Erzführung bei den Mitternachtsgängen ist sogar in Ost und Westfelde verschieden, und zwar tritt bei den Gängen im östlichen Felde Speiskobalt, Rothgiltigerz, Wismuth, Kupfernickel, gediegen Silber, Glaserz, Zinn- und Kupferkies, seltener Bleiglanz und Zinkblende und bei den Gängen im Westfelde mehr Nickel- und Kobalterze mit gediegenem Silber und Glaserz, Manganerz, gediegen Wismuth, selten Bleiglanz und noch seltener Rothgiltigerz auf.

Die Mitternachtsgänge verflächen in der Regel steiler, als die Morgengänge und werden von diesen in der Regel durchsetzt und auch hin und her verworfen. Die reichen[?] Anbrüche[?] hat man immer[?] bei einem noch[?] [?] Falle beobachtet.

Befahrung der östlichen Revierabtheilung.

Der Einigkeitsschacht liegt an dem westlichen Gehänge des Thales, in welches Joachimsthal eingebaut ist. Dieses Gebäude enthält neben dem eigentlichen Schachthause eine Herrenstube, eine Scheidestube, eine Zeugniederlage, mehrere Materialienkammern, die Maschinenwärterstube, eine Steigerwohnung[?] und dann in einem Flügel ein Naßpochwerk mit 6 Zechen[?] und 3 Waschherden nebst einer Erzwäsche [über der Zeile eingefügt: nebst[?] Zeugmachwerk[?].] und am zweiten Flügel eine Werkstättschmiede[?] und Schlosserei.

Die Hauptgänge dieser Grube sind, wie ich sie mit Mühe[?] von dem mich begleitenden Steiger erfahren konnte

1, Der Marien Gang, welcher in Kalk aufsetzt, zu den Morgengängen gehört und 3-12" mächtig ist.

2, der Dreifaltigkeitsgang, welcher in Glimmerschiefer aufsetzt, ebenfalls zu den Morgengängen gehört, nördlich fällt und als Bestandtheile hauptsächlich Kalkspath, Quarz, Braunspath, Bleiglanz, Blende und Rothgiltigerz führt.

3, der Wittwenmuthsgang[?] Johann Evangelistgang,

4, der Andreasgang, 5, der Kuhgang,

6, der Franzisbergang[?], 7, der Prokopi- u. Geschiebergang.

Wahrheitsgetreue Angaben über das specielle Streichen und Fallen anzuführen, ist mir nicht möglich, da ich leider von dem mich begleitenden Steiger fast gar nichts erfahren konnte, ein Zeichen, daß sich diese Leute um Theoretisches in Betreff ihrer Gruben wenig bekümmern.

Die Hauptstollen sind

1, der Barbarastollen, welcher 51 Klafter unter Tage einkömmt[?]

u. 2, der Danielistollen, welcher eine Teufe von 71 Klafter unter Tage einbringt und in der Nähe der Hütte angesetzt ist.

Erwähnen will ich noch, daß in Oesterreich nicht wie bei uns nach Berglachtern à 2 Meter, sondern nach Klaftern = 6 Fuß beim Bergbau gerechnet wird, und daß man nicht Gezeugstrecken, sondern Lauf schreibt. Und so befindet sich

der 1. Lauf unter dem Danielistollen 114 Klafter
" 2. " " " 142 "
" 3. " " " 157 "
" 5 " " " 173 "
" 7 " " " 196 "
" 8 " " " 209 "

woraus ersichtlich ist, daß sie in ganz unregelmäßigen Teufen angesetzt sind, und zwar so, wie es gerade die obwaltenden Umstände erforderten.

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