Die Annen Grube und ihre Aufbereitung
genug[?] angeführt sein, werde ich im Folgenden zu den einzelnen Gruben selbst übergehen, hier das Hauptsächlichste erwähnen, indem ich aber besonders mein Augenmerk auf die Maschinen des Aufbereitungswesens, von denen mir viele noch ganz unbekannt waren, richten werde.
Die Annen Grube.
Die bei dieser Grube aufsetzenden Gänge sind folgende:
1., Annen Gang, streicht h. 12 und fällt in Abend unter 45°, ist 1–12" mächtig und führt Bleiglanz, Blende, Kalkspath, Rotheisenstein[?], Brauneisenstein. ~~Auf ihm der Annenschacht abge~~teuft der Schacht, welcher nach ihm seinen Namen hat, steht saiger und durchsinkt den Gang bei 120 Lachter Teufe. Er ist der Hauptschacht und ist in Fahr-, Kunst- und Treibeschacht abgetheilt. Unter dem Karolistollen steht er in Grauwacke, über diesem in Schiefer, durchsinkt also auf die beide Gesteine von einander trennende Lettenkluft in der Nähe des Karolistollens. Auf dem 11. Lauf ist die Lettenkluft bereits 30 Lachter von dem ~~Lettenkluft~~ Schacht wieder erstanden[?] und mit einem Querschlag angefahren. Über Tage herein bis zu 6 Lachter Teufe steht der Schacht in Mauerung und zwar gewöhnlicher Scheibenmauerung, welche auf Tragbögen aufgesetzt ist. Vom Karolistollen bis 3. Lauf steht er theils in ganzer theils in Bolzenschrotzimmerung[?], indem hier die Lettenkluft durchsetzt und dadurch das ganze Nebengestein auf eine beträchtliche Ausdehnung ungeheuer bruchig gemacht worden ist. Von hier weg steht er in fester Grauwacke, die jede andere Verzimmerung unnöthig macht.
2., der Jakobigang, streicht h. 11–12 und fällt in Abend
3., Karolinen Gang, str. h. 9 und fällt in Abend
4., Kunitzklüfter [?] Gang, str. h. 13 und fällt in Abend
5., Barbara Gang, st. h. 14–15 und fällt in Abend
6., Franzisci Gang, st. h. 13 und fällt in Morgen.
7. Procopi [?] Gang, st. h. 11–10 u. fällt in Morgen.
8., Katharina Gang, st. h. 12–1 und fällt in Morgen.
9. Blasii [?] Gang, st. h. 9 und fällt in Morgen
10. Johanni Gang, str. h. 11 und fällt in Morgen.
Zu Hauen verdient in einer 8 stündigen Schicht 30–40 kr. C. M. Zum Firstenschlag ist pro. Lcht [?] mit 4 fl., im Durchschlag mit 8 fl. verdungen. Die Förderung ist eben verdungen und wird nach dem aufgehauenen Quantum od. nach der Aufschüttung berechnet, wie ich es früher bei Joachimsthal schon beschrieben habe. Da ich in der Grube keine wesentlichen Abweichungen im Betriebe von den bisherigen oder von denjenigen, welche ich schon beschrieben habe, gefunden habe, so gehe ich sogleich zur Beschreibung über.
Die Hauer müssen die Erze schon bei der Gewinnung in der Grube so gut wie möglich sortiren und halten hierbei aus: 1., Scheiderze, 2., Grubenklein 3., Waschberge 4., Pochgänge und 5., Berge, welche letzte Sorte entweder sogleich verstürzt oder gefördert wird.
Das Scheiderz wird sogleich aus dem Treibhaus in die Scheidebank gefördert. Im Sommer aber scheiden die Jungen größtentheils im Freien. Es werden hierbei 2 Sorten geschieden und zwar a. Glanzerz und beygemengtes [?] Erz, welches sich nicht so rein scheiden lässt und noch außer einem Bleiglanz andere Erze, wie Blende, Kiese etc. enthält. Die 1. Sorte, der reine
Bleiglanz, hält 30 Loth Silber und 60 Pfund Blei, das gemeine Erz 16–18 Loth Silber und 50 Pfund Blei. Die Scheiderze werden bis zu 1/4 bis 1/8 Zoll groß geschieden und sogleich an die Hütte abgeliefert. Das gemeine Erz kommt zunächst auf das Walzwerk, um eben dasselbe Korn zu erhalten und wird sodann ebenfalls an die Hütte geliefert.
Die andern 3 Sorten werden zusammen ausgefördert, indem währenddessen[?] sich große [?] Mulden aufgestellt und sogleich gefördert werden. Diese letztern werden von daselbst mittelst Schubkarrenschiebern[?] auf einen auf der Halde befindlichen ebenen Platz, den Ausschlageplatz, gefördert, auf welchem im Sommer diese Arbeit vorgenommen wird. Die Jungen halten nun folgende Sorten aus: 1., sogenannte Ausschlaggraupen Walzgut, welche sie auf 3/4 c" große Stücke geschlagen und größtentheils aus Bleiglanz mit wenigen fremden Beimengungen bestehen, 2., trockne[?] Abschläge, welche ebenfalls meistens aus Bleiglanz bestehen und zum Trockenpochwerk gelangen und 3., nasse Abschläge, die außer wenig Bleiglanz meistens Blende enthalten, und auf das Trockenpochwerk kommen.
Das sogenannte Walz-, oder Ausschlaggut, wie es mir der Steiger benannte, wird sodann auf das Walzwerk, auf welchem wiederum 3 Sorten erzeugt werden und zwar 1., sogenannte Ausschlaggraupen No 1, (welches die reinsten sind), 2., Ausschlaggraupen No 2. von einem feinern Korn und mehr blendehaltig und 3., Ausschlagmehl, welches letztern[?] vorher sofort an die Hütte abgegeben wird.
Die Ausschlaggraupen kommen dagegen zur Nacharbeit. Angewendet werden Handsatzsiebe[?], von welcher Art ich schon vorstehend in Bleistadt beschrieben habe. Der [?] Abschieb[?] von sämmtlichen Graupen ist Zunder[?], welches abgeworfen wird,
der zweite Absatz besteht in Nachgängen[?], welche dem Blei=schmelzwerke zu weiterer Verarbeitung übergeben werden, und der letzte Absatz besteht in reinen Graupen No 1 und No 2, je nachdem sie von dem einen oder dem andern Siebe des Walzwerkes herrühren, welche sodann an die Hütte abgeliefert werden.
Was durch das erste Sieb fiel, kommt als weiter zugehendes Gut auf das zweite Sieb und was minder fein durchfiel, kommt zur[?] Walzmühle und wird mit ihm ver[?]mischt und geliefert.
Die Quetschgraupen No 1 zeigen einen Gehalt von 20 Loth Silber und 55 Pfund Blei, die Graupen No 2 einen Gehalt von 8 Loth Silber und 45 Pfund Blei.
Die Bezahlung der Ausschlagejungen richtet sich nach dem ausgeschlagenen Quantum, welches jeden Abend vom Steiger jedem verzeichnet wird. Daher kommt es auch, daß, sobald ein Hund neuen Vorrath bringt, sämmtliche Jungen wie toll über ihn herfallen und jeder für sich die besten und ergiebigsten Stücke zu erobern sucht. Es wird dem jeder Cubikschuh ausgeschlagenes Erz mit 5 1/2 xr Alt[?]geld bezahlt. Damit aber die Jungen während der Arbeit nicht betrügen können und keine Berge unter das Erz mischen, um ihren Haufen Ausschlaggut unrechtmäßigerWeise zu vergrößern, so ist eine stete Aufsicht durch einen Steiger vorhanden, welcher stets bei der Arbeit zugegen ist.
Das Grubenklein[?] dagegen wird von Weiberhand noch auf durch Eisenbahnschub in eine Halde[?] gefördert, welche über Tage sich befindet, aus der dann je nach dem Bedarf desselben in die Halde[?] einer in einem nahe gelegenen Wäschgebäude befindlichen Reibegitterwäsche[?] eingeschüttet[?] wird.
Diese Reihgitterwäsche[?], im Allgemeinen aber so eingerichtet, wie die in Bleistadt befindliche und schon beschriebene, hat 2 Siebe, welche in durchlöcherten Eisenplatten bestehen. Die Öffnungen des obersten Siebes haben 1 1/4" und die des zweiten Siebes 3/4"
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