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entfällt[?] vermöge ihres Verflächens in der Teufe den Birkenberger Erzgängen immer mehr und mehr.
Die meisten in der Annagrube bekannten Erzgänge setzen theils Verdrückung[?] bis an das Liegende der Lettenkluft und weichen da ihr zurück[?], während die Erzgänge der Adalberti Grube in ihrer Nähe 15-30 Klafter zertrümmert
erscheinen und den Adel[?] verlieren. Ob sich Gänge im Hangenden der Lettenkluft nach der früheren Annahme wirklich fortsetzen, konnte bis jetzt mit Gewißheit noch nicht bestimmt werden. Wahrscheinlich ist es, daß das Gegentheil stattfindet, denn bis jetzt ist noch jeder Versuch mißlungen, die abgeschnittenen, oft mächtigen Gänge im Hangenden der Lettenkluft aufzusuchen. Die Verschiebung müßte sonst eine großartige, noch nie beobachtete sein. Die Mächtigkeit der Lettenkluft beträgt in der Anna Grube auf dem 3. Hauptlaufe[?] 2 Klafter und es war in ihrer mit blauem und weißlichgrauem Letten bestehenden Ausfüllung keine Zeichen wahr zu nehmen.
Einige Klafter nördlich von diesem entfernt tritt das vierte Glied auf, eine eigenthümlich dem Grünstein ähnliche Grauwacke von grobkörnigem Gemenge, in welcher quarzige und Thonschiefertheile zu bemerken sind. Sie erscheint conglomeratartig mit quarzigem Bindemittel bei der Schmelzhütte. Nordwestlich ober der Schmelzhütte nächst am Wege erhebt sich der Haselberg; die Halden weisen eine sehr dichte, harte Grauwacke nach. Diorit oder Grünstein findet sich selbst in Gängen fast immer in Begleitung der Erzgänge. Die Mächtigkeit ist sehr verschieden, von einigen Zollen bis 10 und mehr Klafter. In manchen Sohlen[?] gehen die Diorite in Schiefermassen über, nirgends zeigte sich eine Störung in der Structur der letzteren, wo sie sich begegnen, wie z. B. am Anna Laufe[?] beim Katharina Gang. Die Grünsteingänge durchschneiden die Schichten der Grauwacke und des Grauwackenschiefers meist unter einem spitzen Winkel im Streichen und Fallen, folgen dagegen fast stets der
Hauptrichtung der Erzgänge in Rücksicht[?]. der Grünstein bildet öfters das Hangend der Gänge, die er begleitet. Man kann ihn über Tage und in allen Tiefen beobachten. die Farbe des Przibramer Diorites[?] ist meist grün, zuweilen mehr gelblich, wenn er zu verwittern anfängt, welchem Process er schnell unterliegt, weil er in der Nähe der Gänge häufig fein eingesprengten Schwefelkies enthält.
die südöstliche Hälfte des Przibramer Erzreviers bildet der viele edle Gänge einschließende Granit. Eigenthümlich ist an der Grenze das Vorkommen von Grauwackenstücken im Granit. der Granit erscheint sehr mannichfaltig, bald grobkörnig, feinkörnig und quarzreich. Er ist vorherrschend hellgrau, der Feldspath grünlichweiß, mitunter fleischroth, der Glimmer braun, nicht selten auch von zweierlei Farben.
die Dammerde zeigt sich fast allenthalben als aus der Verwitterung des felsigen Untergrundes hervorgegangen. die Erzgänge selbst, sowohl die in der Grauwacke als die im Schiefer und Granit auftretenden, bilden einen einzigen großen Gangzug, der sich in der Richtung aus N. in S. vom Scharkenberg[?] bis nach Bohutin[?] auf eine Länge von 1 Meile fortzieht mit einer Totalmächtigkeit von etwa 1000 Lachter. Bis auf wenige[?] Ausnahmen fallen alle Gänge, deren durchschnittliches Hauptstreichen h. 11 bis 1 ist, in Abend. Am regelmäßigsten zeigt der Gangzug seinen Verlauf bei der Adalberti Grube, dagegen die Gänge der [?] Gruben mehr Abweichungen und Unregelmäßigkeiten in Streichen wahrnehmen lassen, so daß sie mehr ein Gangnetz bilden.
Die Mächtigkeit der Gänge ist außerordentlich verschieden. Es herrscht darin sogar ein allgemeiner Unterschied zwischen den Gängen der Anna[?] und der Adalberti Grube. Die ersteren erreichen nur selten eine Mächtigkeit von 10 bis 12 Zoll und darüber; die durchschnittliche Mächtigkeit beträgt 3 bis 4 Zoll, geht aber auch häufig bis zu 1 Zoll herunter. Dagegen sind die letzteren Gänge, namentlich der Adalberti Hauptgang von 1 bis zu 4 Fuß, ja bis zu 2 Lachter mächtig.
Der allgemeine Typus der Przibramer Erzgänge hinsichtlich ihrer Ausfüllungsmasse ähnelt sehr dem der Freiberger kiesigen Bleiformation, unter welcher wir eine Combination von Schwefelmetallen mit Quarz verstehen. Die kiesige Bleiformation von Freiberg enthält außer den metallischen Bestandtheilen: Bleiglanz, Blende, Schwefelkies und Arsenkies auch etwas Kupferkies, Leberkies, Weißgiltigerz, Fahlerz, Silberschwärze, [?]glanz, und besonders in Drusen: Rothgiltigerz, gediegen Silber, Weiß- und Grünbleierz, Braunspath, Manganspath, Zinkspath[?], Flußspath, Schwerspath Kalkspath.
Die Przibramer kiesige Bleiformation unterscheidet sich aber von ihr durch den gänzlichen Mangel an Arsenkies durch das häufige Auftreten des Eisenspaths und durch das Vorkommen von Antimonerzen. Die hauptsächlichsten Gangarten sind Eisenspath, Kalkspath, Braunspath, Quarz und Schwerspath. Von Erzen kommen vor: Schwefelkies, braune seltener rothe silberhaltige Blende, silberhaltiger Bleiglanz, Fahlerz, Weißgiltigerz, Rothgiltigerz, gediegen Silber, [?]stein und Nadelerzstein[?] (Sammtblende[?]), Antimonglanz und sehr selten Kupferkies und Sprödglaserz.
Bemerkenswerth ist das Auftreten des sogenannten eisernen Hutes bei allen Przibramer Erzgängen. Man verfolgt nämlich unter dem eisernen Hut das Ausgehende weiter, namentlich an Schwefelmetallen reiche Erzgänge, weil durch Zersetzung der meist ziemlich viel Eisen enthaltenden Schwefelmetalle (Schwefelkies, Magnetkies, Kupferkies, Arsenkies,) Eisenoxyd und Eisenoxydhydrat gebildet worden sind, deren Vertheilung durch die ganze Gangmasse dieser eine vorherrschend rothe oder braune Färbung verliehen hat.
Dieser eiserne Hut reicht bei den dortigen Gängen eine Teufe bis zu 50 bis 60 Lachter, und erst bei dieser nehmen die Gänge viel Fahlerz[?] und Bleiglanz in ihre Ausfüllungsmasse auf, welche sie zuvor aus aufgelöstem Nebengestein, Kalkspath und Quarz mit viel dichtem, faserigem und ockrigem Brauneisenstein, Bleiglanz, der sich gewöhnlich in Grün- und Braun- oder Schwarz- und Weißbleierz umgewandelt ist, bestanden hatten.
Diese große Ausdehnung des eisernen Hutes hat sogar Veranlassung gegeben, Eisensteinbergbau zu begründen, indem das Ausgehende begreiflich bis zu der Teufe verlassen wird, wo sich die edlen Metalle anlagern, von wo an denen[?] der Gang dem Bauer[?] zufällt.
Ueber die verschiedenen Teufen in Bezug auf die Zersetzung berichtet Lill von Lilienbach, daß sich bis zu 200 Lachter hinab eine stete Zunahme des Gehaltes mit der Teufe ergeben habe; von da bis zu 300 Lachter sei aber ein Gleichbleiben beobachtet worden.
Nachdem ich nun die geognostischen Verhältnisse von Przibram mit Zugrundelegung der Beschreibung derselben von Nagel-
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