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einer schnellen Wendung aus dem nordsüdlichen Streichen in ein westliches übergeht. Am westlichen oder rechten Thalgehänge erhebt sich die Stadt und hinter ihr ziemlich steil der heilige Berg, als Wallfahrtsort berühmt. Am östlichen Gehänge aber steigt der Flecken Birkenberg an, der Sitz des Przibramer Bergbaues. Er bildet ein schmales Plateau, das in N. vom Podlesser Thale begrenzt wird in W. aber nach Wisow[?] und Bohutin hinauf von dem Byschower[?] Gebirge begrenzt wird. Nördlich schließt sich daran der Schankenberg[?], der uns durch einen schmalen und niedrigen Gebirgsrücken direkt von dem Birkenberg getrennt ist und der Schwarzenberg, an dessen Füße das Duschnitzer[?] und Podlesser Thal sich vereinigen.
Die Oberfläche der Przibramer Gegend hat weniger den Charakter eines Gebirges, als vielmehr einer schwellenförmig gestalteten Landschaft, in der einzelne Berg- und Hügelzüge, ausgedehnte flache Thäler einfassend, nach mehreren Richtungen verlaufen. Es ist die südliche Abdachung des Gebirges des mittleren Böhmens, welche
als solche an beiden Ufern der Moldau hervortraten.
Auf der linken Seite der Moldau verbreitet sich ein Gebirgszug, welchen man nach seinem höchsten Theile das Tremoschner[?]-Gebirge nennt. Die ausgezeichneten Höhenpunkte dieses Bergzuges sind der Wlkonsberg[?] bei Smolotel[?] und der heilige Berg bei Przibram.
Von diesem Gebirgszug verlaufen in dieser Gegend 4 Joch in nordöstlicher Richtung. Das östlichste derselben beginnt am heiligen Berg, streicht längs der Moldau und bildet die steilen Gehänge an der linken Seite des Thales. Dieses Joch heißt Kniner-Gebirge.
Das zweite Gebirgsjoch ist der Brdi-Wald, das längste und zusammenhängendste. Es beginnt auch am heiligen Berg und endigt in dem Winkel zwischen der Moldau und der Beraun bei Königsaal.
Das dritte Gebirgsjoch fällt vom Tremoschnergebirge[?] in nordöstlicher Richtung ab, es ist durch das enge Thal der Litawa vom Brdiwald getrennt und wird von der breiten Thalgegend bei Zebrak[?] eingefaßt.
Das vierte Gebirgsjoch wird von dem Thale des welschen Baches und der Litawa südöstlich und dem Beraunthale nordwestlich begrenzt.
Nach den Felsarten, aus denen die Gebirgszüge der Przibramer Gegend zusammengesetzt sind, lassen sich dieselben in zwei fast gleiche Hälften theilen: in die nordwestliche und südöstliche. Die erstere gehört zu unterer versteinerungsleeren Abtheilung der silurischen oder Grauwackenformation und die andere zu Granitformation.
Wenn man alle Felsmassen, welche diese erste zusammensetzen, betrachtet, so findet man, daß sie nur Abänderungen
des Thonschiefers, Grauwackenschiefers, der Grauwacke, des Quarzfelses und des Kieselschiefers sind. Die ersten zwei bilden die vorwaltenden Massen, die anderen erscheinen in größerer oder geringerer Mächtigkeit und Verbreitung, alle aber sind durch Uebergänge so weit mit einander verbunden, daß häufig Mittelglieder erscheinen, welche man weder[?] als das eine noch das andere der genannten Gesteine ansprechen kann.
In der Nähe von Przibram kann man 4 solche Glieder deutlich unterscheiden, welche die Erzgänge daselbst einschließen.
1, der Grauwacken=Thonschiefer.
Es ist dieß ein Thonschiefer mit Beimengung von feinen Quarzsandkörnchen und Glimmerschüppchen, mit welcher Benennung die nicht ausgezeichnet schiefrigen Abänderungen der Grauwacke bezeichnet werden, dieselbe erscheint in mancherlei Abänderungen vorherrschend dunkelgrau gefärbt. Das Streichen der Schichten ist so schwankend, daß man kaum eine Bestimmung darüber annehmen kann, am meisten nach nordöstlich, das Fallen theils süd„, theils nordwestlich meist sehr steil, zum Theil sehr senkrecht. Hier und da erscheint der Grauwackenschiefer in Bänken, die durch[?] parallele Lagen abgetheilt, welche ihm ein geschichtetes Ansehen geben. An einigen Orten geht er in eigentlichen Thonschiefer von feinschieferigem Bruche ohne erkennbare Gemengtheile über.
Der Grauwackenschiefer zeigt im Liegenden der Grauwacke meist eine braunrothe, im Hangenden dagegen eine stahlgraue schwarzgraue bis schwarze Farbe. Bei Horsowitz enthält dieser Schiefer viele und schöne Trilobiten, Orthoceratiten und Crinoiden.
Vermöge ihrer leichten Verwitterbarkeit sind die meisten
Abänderungen des Schiefers oberflächlich sehr zerstört und mit der durch die Zerstörung gebildeten Dammerde bedeckt, blos an den steilen Gehängen der Thäler, namentlich im Klabauthale [?], welches die schiefrige Rücken [?] des Gesteines durchschneidet, erscheint er als Faltenschiefer.
2, die Grauwacke.
Der besonders erzführende Theil der Grauwackenformation bildet einen Gebirgsstreifen von etwa 2000 Klafter Mächtigkeit, der sich aus S.W. n. N.O. über Rozmital und Przibram gegen Königsaal und Prag hinzieht. Im ununterbrochenen Zusammenhang beträgt daher die Längenerstreckung dieses Gebirgsstreifens etwa 5 Meilen.
Wie schon erwähnt bildet der Granit die liegende Gränze der Grauwacke. Diese Begrenzung hat bei Przibram die ungefähre Richtung h. 2,2 [?] und lässt sich auf weite Strecken verfolgen und ist durch die verschiedene Färbung und Structur der beiden Gesteine leicht zu erkennen. Diese [?] Trennung wird hervorgerufen durch eine ziemlich mächtige Lettenkluft, welche mit einem grauen bis schwarzen schmierigen Letten ausgefüllt ist, worin Bruchstücke beider Gesteine, sowie Trümmer von der Ausfüllungsmasse der an sie herantretenden Erzgänge einliegen. Sie ist daher unbedingt jüngerer Entstehung als diese Gänge, worauf sich zugleich die für den Bergbau unglückliche Wirkung erklärt, dass sie alle an sie herankommenden Erzgänge verwirft oder gänzlich abschneidet. Ihre Ausfüllungsmasse ist offenbar ein Reibungsproduct der beiden durch sie getrennten Gesteine. Ihr Ausstreichen hat die Lettenkluft hart an der Pilsner Strasse, zwischen Przibram und der k. Schmelzhütte.
Das Streichen der Grauwacke ist vorherrschend h. 4 mit manchen Abweichungen gegen Nord und Ost. Das Verflächen ist größtentheils südöstlich. An der Miliner[?] Straße findet man ein mehrmaliges Einfallen der Grauwackenschichten zwischen 50–45°, weiter nehmen sie 25° an und werden in Kurzem[?] schon fast horizontal, stellen sich dann allmählig auf und erreichen ein südöstliches Fallen mit 60–70°, welches sie bis zur Lettenkluft behalten. Nicht selten findet zwischen der Lettenkluft und einigen in der Nähe fast parallel streichenden und zum Theil steil nordwestlich, zum Theil flach südöstlich verflächenden, sehr schmalen tauben Klüften ein Störung der Grauwackenschichten statt. Diese Klüfte scheinen auch die Erzführung einen nicht unbedeutenden Einfluss zu üben. So findet man auf dem 10. Anna Lauf zwischen einem dieser Klüfte und der Lettenkluft ein solches Chaos zwischen verschiedenen Gängen und Trümmern, dass sie ein förmliches Netz bilden, während im Liegenden dieser Klüfte der Adel vieler Gänge nicht mehr zu finden war. An vielen Stellen wurden die Gänge von diesen Klüften verworfen, jedoch nicht bedeutend. Zwei dieser schmalen tauben Klüfte lassen sich bis in die größte Tiefe dem Verflächen nach und nach 400 Klafter dem Streichen nach verfolgen.
In der Zusammensetzung der Grauwacke ist der Quarz vorwaltend. In der Regel besteht das Gestein aus einem grünlichweißen, graulichweißen[?], bis dunkelgrauen, groben, bis feinkörnigen oder schiefrigen Sandstein mit undeutlichem thonigen Bindemittel. Nicht selten verschwindet letzteres ganz und es bleibt dann ein fast reines körniges Quarzgestein, das[?] geht endlich in diese Grauwacke über. An vielen Stellen wird das Gestein mehr sandig, thonig,
mit Glimmerblättchen auf den Schichtungsklüften, ist voll schwarzgrüner Ausscheidungen und geht endlich in einen echten Grünsteinschiefer über. Ziemlich häufig findet man Knoten, Nieren oder kurze Adern von weissem Kalkspath.
Das dritte Glied ist der
3, der Grünsteinschiefer.
Er hat eine Mächtigkeit von 800[?] Klafter und wird südöstlich von der Lettenkluft begrenzt. Ueber Tage lässt sich die Verbreitung des Gesteins nicht genau verfolgen. Die südöstliche Begrenzung ist sehr deutlich. Die Hauptstreichrichtung ist nahezu der Lettenkluft parallel mit nordwestlichem Einfallen. Wie man sieht, ist das Fallen der Schichten der Lettenkluft conform, dagegen dem der Grünsteine entgegengesetzt.
Die oft erwähnte letzte Gebirgsscheidung theilt den Przibramer Bergbau in das mittägige Feld am Birkenberg und in das mitternächtige Feld am Schenkenberg[?]. Diese Lettenkluft, die nach h. 5,1 streicht und 66-70° in Mitternacht fällt, geht durch den Annaschacht am Josef II. Zechstollen durch, liegt in der Kreuzstund[?] ihres Hauptstreichens auf dem 5. Hauptlauf 29 Klafter vom Adalberti Schacht entfernt und ist auf bedeutende Länge am Josef II. Zechstollen auf dem 3. 5. und 8. Adalberti, und 10. Annalauf ausgerichtet. Sie
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