Sagen der Heimat — pověsti z okolí Krudumu
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Pověsti o Krudumu

Die Krudum-Sagen

Entnommen dem Büchlein "Sagen-Buch der Heimat", von Johann Hahn , Schlaggenwald ( 1911 ~. Dieses Werk war eine erweiterte Neufassung des im Jahre 1864. erschienenen Büchleins "Sagen, Märchen und Erzählungen von Elbogen und dessen Umgebung", verfaßt von Realschullehrer Anton Prokop Schmitt in Elbogen. Dieser hatte sich wiederum bei seiner Arbeit auf den Egerer Chronisten Georg Thomas Funk gestützt, dessen Vater Johann Funk einst Forstmeister in Elbogen war.

Wenn auch nicht der höchste, aber einer der bedeutendsten Berge des Kaiserwaldes ist der Krudum, der in drei mächtigen Gipfeln emporstrebend, sich bis zu einer Höhe von 835 Meter erhebt. Er bildet einen lang gestreckten, die Umgebung beherrschenden Bergrücken, so daß es glaublich erscheint, daß er einmal eine mächtige Befestigung getragen hat. Seine Abhänge

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Úvod Josefa Hubla ke sbírce Sagen der Heimat

Ausflügler, und es verging auch kein Jahr, in dem nicht zur Frühlings und Sommerzeit viele Schulklassen mit ihren Lehrern dem Krudum einen Besuch abstatteten.

Selbstverständlich war es hierbei nicht wegzudenken, daß der Lehrer bei der am Gipfel gehaltenen Rast der Schuljugend diese und jene Sagen vom Krudum erzählte und auch erzählen ließ. Nebenbei wurde bei guter Sicht auch ein wenig Geographie geübt, denn die Höhe des Berges gestattete, auch das Erzgebirge mit seinem höchsten Punkt, dem Keilberg sowie das Duppauer und andere Gebirge zu erspähen. Aber auch die engere Heimat lohnte sich zu erschauen, denn sie gab, vom Krudum gesehen, immer ein Bild seltener Schönheit.

Ferner gab der Krudum auch Anlaß, die Naturgeschichte zu berühren, denn in der langen Epoche, in der nur wenige Menschen den Fuß auf den Berg setzten, machte sich dort verschiedenes Getier heimisch, von dem vor allem der Hirschkäfer zu nennen ist. Dieser Käfer, von dem das Männchen die Länge bis zu acht Zentimeter und an der Kopfseite eine ebenso lange hornartige Zange aufweist, war außer auf dem Krudum-Berg, wie es hieß, in keinen anderen Wäldern unserer Heimat anzutreffen.

Außer all dem hatte ein Lehrer am Krudum auch Stoff, sich mit seinen Schülern über Geologie zu unterhalten, denn während am Fuße der östlichen Bergseite viele Jahre hindurch die Prager Firma C. T. Petzold & Co. (Mitinhaber der Neudecker Eisenwerke und Besitzer des Grafen-Schachtes in Grasseth) ihr Schürfrecht auf Roteisenstein ausübte, soll nach alten Überlieferungen der Berg auch von Silber- und Zinnadern durchzogen sein, neben denen nach den heutigen Erkenntnissen vielleicht auch Uran und Wolfram zu finden sein würde.

Aber auch einer schon in den letzten Jahren vor dem II. Weltkrieg fast überall und auch in unserem Gebiet zur Seltenheit gewordenen Erscheinung konnte man am Fuße der Südseite des Berges begegnen, nämlich dem Köhler und seinen Kohlenmeilern. Der dortige Holzreichtum, gepaart mit der wahrscheinlich in früheren Jahren noch umständlichen und schwierigen Abfuhr desselben, ließ es vermutlich dort angezeigt und wirtschaftlicher erscheinen, das Holz an Ort und Stelle in ein edleres und leichteres Produkt umzuwandeln, und was konnte das anderes sein, als die in früheren Jahren vielseitig gebrauchte und nicht gerade billige Holzkohle. So fand man in den genannten Jahren in der Nähe des Dorfes Kohling nicht nur mehrere schwarze, runde, von Meilern herrührende Plätze von ca. sechs bis sieben Meter Durchmesser, sondern auch noch frisch angelegte, schwelende Kohlenmeiler. Am Krudum dürften die letzten Kohlenmeiler im Jahre 1913 von dem schon ziemlich hochbetagten Lauterbacher Schmiedemeister Köferl gebrannt worden sein, der daraus nicht nur den Bedarf seiner eigenen Schmiede deckte,

sondern auch an andere Schmiede und Fabrikswerkstätten die damals noch starke Verwendung gefundene Holzkohle lieferte.

Weitaus stärker als noch in den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg entwickelte sich jedoch der Ausflugsverkehr zum Krudum in den zwanziger Jahren. Dies veranlaßte den Elbogener Postbeamten Cawranoch, der Freund und häufiger Besucher des Krudums war, die Anregung zu machen, am Krudumgipfel einen Aussichtsturm zu erbauen, was zwar auf finanzielle Schwierigkeiten stieß, aber doch mit Hilfe von Sammlungen und Spenden verwirklicht werden konnte. So wurde im Jahr 1932 die "Dr. Kempf Warte" errichtet.

So scheu und ängstlich noch vor kaum 100 Jahren die Menschen an dem Krudum vorbeieilten oder ihm gar auswichen, so gerne wählten ihn in den letzten Jahren unseres Daheimseins die Ausflügler von nah und fern als ihr sonntägliches Ausflugsziel.

Neben dieser Beliebtheit zeigte sich der Krudum alljährlich als reichlicher Spender von Schwämmen und Waldbeeren aller Art, so daß sich auch für alle Schwämme- und Beerensucher der Werg dorthin reichlich lohnte.

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