First von einem späten, barocken Glockentürmchen mit Zwiebelhaube gekrönt wird.
Bei Belassung einer Ratsschenke mit ehemaligem Tanzboden im Erdgeschosse, Rats- und Schreiberstuben im ersten Stock ist die ursprüngliche Raumverwendung bis heute beobachtet worden. Doch die alte Einrichtung der Räume ist verschwunden. Erst vor wenigen Jahren hat man dem Bau und seinem Denkmalscharakter nochmals schweren Schaden zugefügt, indem man aus der alten Ratsstube die kassettierte Balkendecke, die mit den heimischen Geschlechterwappen geziert war, ebenso entfernte wie Reste alter Einrichtung. An diese erinnert nur noch ein alter Archivschrank (Briefkasten) aus dem XVII. Jahrh., der im Vorhaus des ersten Stockwerkes Platz gefunden hat. Alte Bilder aus der Ratsstube, fast nur Porträts, die über das XVIII. Jahrh. nicht zurückgehen, sind im städtischen Museum deponiert. Einst der Einrichtung der Huber Kapelle gehörig, sind die Zinnleuchter und Kruzifix in der Gemeindekanzlei: Gute Gußarbeiten des XVIII. Jahrh. aus Schlaggenwalder Silberzinn ohne Gießermarke.
Das SCHULHAUS. Eigenartige Geschicke verbinden die Geschichte der Schlaggenwalder Schule mit denkwürdigen Gebäuden der Stadt. Im J. 1525 läßt Johann Pflug für die Lateinschule ein Gebäude einrichten oder neu aufbauen, das an der Kirchenstaffel unterhalb des Pfarrhauses lag. Jetzt Armenhaus. Eine Randnote in der Pfarrchronik vermutet in dem Schulhaus das mittelalterliche Schloß der Stadtherren. Der lange, daneben liegende Bau wird seit alter Zeit als Malzhaus benützt. In dem Schulhaus wurde bis zum J. 1875 unterrichtet, bis man die Schule in das schon im XVI. Jahrh. erwähnte Gewandhaus (Altstadt) übersiedelte¹). Durch dessen Adaptierung hat man Schlaggenwald eines wertvollen Baudenkmales aus seiner besten Frühzeit beraubt. Es wird als merkwürdiges, allseitig freistehendes Gebäude geschildert, dessen auffallend steile, gotische Giebel neben „antiken Frontespizien“ zur architektonischen Zier gehörten. Profilierte Steingewände an verschieden gestalteten Fenstern und ein altertümliches Portal vervollständigten die bauliche Einrichtung. Ebenso wurde später das mit der Geschichte der Stadt eng verbundene, alte Bergoberamt der Errichtung der früheren Knabenschule (einst Museum) geopfert.
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¹) Die Bergchronik überliefert eine Nachricht, daß dieses Gebäude im J. 1525 für die Schlaggenwalder Münze eingerichtet worden sei. K. Sternberg, Geschichte der böhmischen Bergwerke, I, 281, verweist hingegen die alte Münzstätte an die Stelle des alten Schulhauses unterhalb der Pfarrkirche. Nachdem aber dieses in demselben J. 1525 als Neubau errichtet worden war, müßte das Münzhaus im unmittelbar benachbarten Gebäude, in dem alten Malzhaus zu suchen sein. Aus der sicherlich begonnenen Einrichtung eines Münzhauses in Schlaggenwald darf aber nicht der tatsächliche Betrieb einer Münzstätte gefolgert werden, zu dem ein landesfürstlicher Auftrag kaum damals gegeben worden war.
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