Michel Waldt seine behausung zu Schlackenwaldt in der Newenstadt zu ein radthaus abgekaufft um 370 gulden.
Nach einer notdürftigen Herrichtung werden an diesem erst im J. 1583 unter der Leitung des wellischen Maurers Mathes Merklein jene größeren Umbauten und Veränderungen vorgenommen, welche vor allem den beiden Straßenfassaden das heute noch erhaltene Architekturbild geben. Von der Herstellung dreier Giebel und eines neuen Dachwerkes wird aus dieser Zeit berichtet, für welche 10.000 Hackenziegel und 36 Strich Warmbader Kalk (Sprudelsteinkalk aus Karlsbad) benötigt worden waren. Erst im J. 1586 ist dieser Umbau
[obr] Abb. 256. Schlaggenwald. Das Rathaus im J. 1907.
fertig, auf den im wesentlichen die heute erhaltene Architektur des Rathauses zurückgeht. In seinen nur durch Tor und Lichtwege gegliederten Hauswänden ist man einer Bauzier aus dem Wege gegangen, wobei sogar das Portal ohne Schmuck und Rahmen geblieben ist. Um so wirksamer schließt das Kranzgesims mit seinem Bogenfries den eigentlichen Baukörper ab. Was sich oberhalb noch aufbaut, ist nicht viel mehr als Blendarchitektur in reicher Gliederung. Sie täuscht ein oberstes Geschoß vor, das durch drei Dacherker mit Gesimsen und Pilaster geteilt wird, die wiederum von niedrigeren Blendgiebeln zur Einheitlichkeit verbunden werden. Mit gleichen Elementen wird die Architektur der reich gegliederten, fensterlosen Giebelwand bestritten. Hinter diesen Aufbauten verschwinden völlig die Dachflächen, deren
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