Schönwehr gut gediehen, weckten sie bei den Leuten Interesse am Obstbau. Die Anzucht von Junggehölzen, Obstbaumveredelung und Bienenzucht wurde verstärkt aufgenommen; blühende Gärten im Mai und reichbehangene Bäume im Herbst erfreuten die Besitzer und waren eine gute Werbung für den Obstbau.
Im Jahre 1890 gründete man die Freiwillige Feuerwehr. Nach dem Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen!" schufen tatkräftige Männer, wie Anesky, Böhm, Breitfelder, Lenk, Riedl, Schmidt, Schuster und Stöhr, aus kleinen Anfängen eine einsatzfähige Wehr. Die Ortschaften Gängerhof, Müllersgrün, Petschau, Schönwehr, Tiefenbach, Töppeles und Wasserhäuseln waren im Gaubezirk 21 vereint. Satzungsgemäß führten sie am Gautag zur Prüfung ihres Leistungsstandes die vorgeschriebenen Übungen und Wettkämpfe durch. Dies geriet für das jeweilige Dorf zu einem großen festlichen Ereignis, bei dem sich auch Geselligkeit und Humor frei entfalten konnten. Die wehreigene „Kapelle Vogl" spielte auch bei den Feuerwehrbällen und zu Festveranstaltungen recht flott auf. Die Begräbnisse auf dem Schlaggenwalder Friedhof, an denen der Feuerwehrverein korporativ in Uniform teilnahm, wurden mit würdigen Trauermärschen umrahmt und fanden ihren Abschluß im Gasthaus „Drei Linden". Bei solchen Anlässen wurde viel erzählt, wobei die Verbreitung lustiger Histörchen über viele Dörfer und Berge hinweg nicht aufzuhalten und ihr Wahrheitsgehalt kaum zu kontrollieren war.
Der Heimatdichter Josef Hofmann nahm einen solchen Stoff auf und machte – zum Schmunzeln – daraus das Mundartgedicht:
D' Feiãsouchã
In Schäi(n)wüãh(r) bãn Wirtsseff gäiht's kreizfidel zou,
dãu schwenkn sich d'Gungã u d'Ãltn dãzou.
Af oã(n)mãl kinnt d'Saumoãd, reißt d'Tüãr gahling af
u schreit in d'Stubm „Feiã!" – Du Gschroã u du Glaff!
Dã Wirtsseff bleibt rouhi: „Diãrts Ãffm, bleibt's dãu!
Wos hülft's uns, wenn's brennt, u miã(r) wissn neãt, wãu."
Ãffa zündt eãr d'Lotärn oã(n) u speit sich in d'Händ
u sãgt: „Öitzã gäng mã u souchn, wãu 's brennt."
Viele Schüler besuchten fünf Jahre die Schule im Dorf und danach drei Klassen Bürgerschule in Petschau. Als vorbildliche Lehrer seien Wenzel Schuster, Hugo Heinz, Franz Lohwasser und Schermaul genannt; Nachwuchslehrer, die aus Schönwehr stammten, waren August und Hugo Lohwasser, Willibald Schuster I und Willibald Schuster II.
Heimatfreunde aus Schönwehr verfaßten für den Schlaggenwalder Heimatbrief mehrere Beiträge, auf die hier dankbar zurückgegriffen werden konnte.
Zu den Gefallenen beider Weltkriege liegen indes keine Angaben vor.
Dem Verfasser von „Schönwehr – wie es entstand und wie es war", Oberlehrer Willibald Schuster (1890–1967), gebührt eine besondere Erwähnung.
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