Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Schönwehr

Schönwehr
Dä Wirtsseff bleibt rouhi: „Diärts Åffm, bleibt's dåu!
Wos hülft's uns, wenn's brennt, u miä(r) wissn neåt, wåu!"
Josef Hofmann

Eine Mühle an der Tepl mit einem schönen Wehr soll dem Dorf seinen Namen gegeben haben; vielleicht hieß es zuerst auch „Schöne Au". Die Anfänge von Schönwehr reichen, wie bei den meisten Orten um Schlaggenwald, weit in die Zeit des Bergbaus zurück. Von denen, die kamen, um nach Silber und Zinn zu schürfen, sind viele geblieben und seßhaft geworden. Sie haben an geeigneten Stellen Höfe und Ställe gebaut und das Land gerodet. So entstand, eine Stunde südöstlich der Bergstadt in einer Talmulde zur Tepl hinab, wo das Rabensgrüner Bächlein einmündet, von bewaldeten Bergen umgeben, die Ortschaft Schönwehr. Am anderen Teplufer drüben erheben sich, 150 m über der Kaiserstraße, der Spitze Kamm mit dem Gipfelkreuz und der Hau, im Süden der Müllersgrüner Berg, im Nordwesten der Kirchberg und die Stirnlohe.

Die Siedlungsform des Reihendorfes weist auf deutschen Ursprung hin, wie auch an den Flurnamen zu erkennen ist: Bittnerslohe, Erlstauden, Gängerpeint, Iltisgraben, Judenpeint, Kirchsteig, Kurnapeint, Mühlleiten, Mühlpeint, Ofenschüssel, Scheibenwiese, Schindler-Trift. Erstmals wird Schönwehr in der Übergabeurkunde der Herrschaft Petschau an Kaspar Pflug von Rabenstein im Jahre 1537 genannt. Eine andere Urkunde von 1575 (im Landesarchiv Prag) nennt die drei Gewerke Christi Himmelfahrt, Sankt Elias und Sankt Barbaragang, die um Wasserrecht für die Schmelzhütten und Pochmühlen an der Tepl bitten, „mit Silber wohl bewährt".

Die Bewohner mußten, so geht aus der Urkunde weiter hervor, der Petschauer Herrschaft bis ins vergangene Jh. Frondienste leisten. Durch Wassereinbruch kam der Silberbergbau schon im 16. Jh. zum Erliegen. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort, wie ein Bericht aus Prag im Jahre 1648 besagt, schwer zu leiden: „Alles ist eingerissen und verwüst." – Auf 17 Brandstellen errichtete man bald darauf neue Häuser aus Holz, die aber nur ein kümmerliches Wohnen ermöglichten. 1680 raffte, nach den Opfern der Kriege, die Pest wieder viele Menschen dahin. Auch die Hochwasser der Tepl im Frühjahr setzten der Ortschaft häufig arg zu. So 1890, als ein Wolkenbruch über Neudorf, Lauterbach und Schönfeld, der mit seinen Wassermassen von Ober- und Untertiefenbach her das Tal überschwemmte, Häuser hinwegriß und die Teplbrücke zerstörte.

Zur Gemeinde gehörten 57 Häuser und 452 ha Grundbesitz. Die Bewohner waren Maurer, Zimmerleute, Bauarbeiter und Landwirte. Im Dorf gab es drei Gasthäuser, ein Fleischer-, ein Kolonialwarengeschäft, eine Flaschenbierhandlung, ferner zwei Schuhmacher, einen Schmied und einen Schneider, in früherer Zeit auch Weber; in einem Haus wurde eine Töpferei betrieben, und ein Bauer unterhielt eine kleine Ziegelei. Die Kaiserstraße und die Eisenbahnlinie Karlsbad (19 km) – Marienbad (37 km) sowie die Nebenstrecke Schönwehr–Neusattl (20 km) boten gute Verkehrsverbindungen. Von Schönwehr als Umsteigebahnhof konnte man auch über Petschau–Theusing–Luditz den Bahnhof Pladen und von dort aus in nördlicher Richtung Saaz und weiter östlich Rakonitz erreichen.

Die steilen Hänge machten es schwierig, Ackerbau zu betreiben; das Fahren und Ackern erforderten viel Geschick. Die Erträge fielen auf den ärmeren Böden meist nicht hoch aus. Dagegen lieferten die ebenen Talwiesen auch in trockenen Jahren reichlich Heu für die Kühe der Bauern und die Ziegen der Häusler. Durch die geschützte Lage nahm der Obstbau eine besondere Stellung ein. Bauern, die im Napoleonischen Krieg Gespanndienste leisteten, brachten von ihren Fahrten Obstbäumchen mit nach Hause. Da sie in

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