Ebenfalls 1862 bekam Auerbach ein eigenes Notariat, das bis 1937 bestehenblieb. Seither führt der Notar von Vilseck hier eine Außenstelle.
„Siechenhaus" und Krankenhaus
1864 wurde im Haus Untere Vorstadt 34 ein „Distriktkrankenhaus" eröffnet, welches, zuletzt als „Kreiskrankenhaus", bis 1960 an dieser Stelle Bestand hatte.
Ein „Siechenhaus" hatte an der Straße nach Michelfeld bei der Abzweigung zum Rosenhof bis 1735 bestanden. Es war wohl um die Zeit der „Kreuzzüge" im 12./13. Jahrhundert errichtet worden, da die „Kreuzfahrer" häufig ansteckende Krankheiten mit nach Hause brachten, die eine Isolierung von der übrigen Bevölkerung erforderten. Dieses „Siechenhaus" gab dem Wohngebiet jenseits der B 85 seinen volkstümlichen Namen „Siechensiedlung".
Auerbachs Wasserversorgung
Ab dem Jahre 1897 wurde die Wasserversorgung einer gründlichen Erneuerung unterzogen; praktisch wurden nun auch die einzelnen Häuser an die Wasserleitung angeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil der Bevölkerung durch öffentliche Brunnen versorgt worden, die seit 1551 durch hölzerne Rohre vom Zogenreuther Berg her gespeist wurden.
Der „Lorenzibrunnen" vor dem Haus Kirchstraße 1, der „Untere Brunnen" etwa vor Haus Unterer Markt 10 und der „Pfarrbrunnen" waren dabei aus Holz gewesen. Der „Marktbrunnen" auf dem Oberen Marktplatz dagegen war ursprünglich aus Dolomitquadern. Er wurde um 1860 durch einen gußeisernen, mit verschiedenen Wappen verzierten Brunnentrog ersetzt, der heute im Ortsteil Hagenohe steht. Das Standrohr des „Marktbrunnens" zierte die um 1723 vom berühmten Auerbacher Künstler Johann Michael Doser geschaffene Marienstatue, die nun seit 1905 vor dem „Kolpingshaus" ihren Platz hat.
Auerbach und die Eisenbahn
Nach langen Verhandlungen und zahlreichen Rückschlägen wurde am 16. Dezember 1903 die Lokalbahn Ranna – Auerbach eröffnet. Ein Grund für ihre Errichtung war sicherlich der Erztransport nach Sulzbach-Rosenberg, der seit 1883 mittels einer Drahtseilbahn nach Ranna und von dort weiter mit der Eisenbahn abgewickelt wurde.
Doch wie kurz nach der Jahrhundertwende wegen dieses Erztransportes der Eisenbahnanschluß eingerichtet worden war, so brachte seine Verlegung auf die Straße ab April 1970 auch das Ende für diese Bahnstrecke. Nachdem der letzte fahrplanmäßige Personenzug im Februar 1970 verkehrt war, wurde am 22. Mai 1982 die gesamte Bahnlinie stillgelegt. Inzwischen wurden auch die Gleisanlagen beseitigt, und aus dem Bahnhofsgelände ist der Auerbacher „Festplatz" geworden. Die „Bahnhofstraße" erinnert noch an die Zeit der Eisenbahn in unserer Stadt, die längst wieder vom Zugverkehr abgeschnitten ist.
Kastenamt – Rentamt – Finanzamt
Wohl schon seit der Markterhebung 1144 hatte in Auerbach ein „Kastenamt" bestanden. Der „Kastner" war früher ein Beamter, der für seinen Landesherrn die „Gülten" oder Steuern einzunehmen hatte, welche in alter Zeit meistens aus Naturalien bestanden. Als Amtsgebäude diente ihm bis 1613 das Haus Schloßhof 1, auch als „Alte Münze" bekannt. Über verschiedene Dienstgebäude, u.a. 1804 bis 1806 das aufgelöste Kloster Michelfeld und 1843 bis 1904 das Auerbacher Rathaus, konnte das „Rentamt", wie es seit 1803 nun hieß, im Jahre 1904 in das eigene Gebäude Bahnhofstraße 2 umziehen. 1920 erfolgte die Umbenennung in „Finanzamt". Im Zuge der Ämterzusammenfassung und -zentrali-
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