Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Auerbach v Horní Falci – patronátní město Slavkovských

Gendarmen und Straßenbeleuchtung**

Das 19. Jh. brachte für Auerbach eine Fülle von Neuerungen und Veränderungen. So verrichteten seit Februar 1841 zwei staatliche Gendarmen ihren Dienst in der Stadt und sorgten für Ruhe und Ordnung. Im gleichen Jahr kam auch das seit 1373 bestehende und 1804 bereits einmal abgezogene Landgericht nochmals für 21 Jahre nach Auerbach zurück.

Am Abend des 1. Mai 1847 brannten in Auerbach erstmals 11 Leinöllampen als „Straßenbeleuchtung". Sie wurden ab 1863 mit Petroleum betrieben und seit 1905 durch elektrische Leuchten ersetzt.

Das Jahr 1848 und seine Folgen

Die Revolution von 1848 streifte auch das Leben der einheimischen Bevölkerung. Joseph Köstler (1849–1925), der Verfasser einer 27bändigen handgeschriebenen Chronik der Stadt und des Umlandes, schreibt darüber, sicherlich gestützt auf Aussagen von Zeitgenossen: „Auch in Auerbach nahm man 1848 bescheidenen Anteil an der politischen Bewegung. Man sang mit Begeisterung die patriotischen Lieder 'Was ist des Deutschen Vaterland?', 'Schleswig-Holstein, meerumschlungen' usw... Man gründete neben der Landwehr ein Freikorps, begeisterte sich für eine deutsche Flotte, ja selbst eine deutsche Kirche. Man trug breitrandige Demokratenhüte und ließ den demokratischen Vollbart wachsen, man begeisterte sich für ein einiges, starkes deutsches Vaterland, schmückte sich mit schwarz-rot-goldenen Bändern, hielt große Reden, sang immer wieder patriotische Lieder und trank viel Bier. Nebenbei verlangte man Freiheit der Presse, freie Jagd und Fischerei, Abschaffung des Zehenten und anderer Feudallasten, Einführung der Schwurgerichte, Abschaffung des Ständewesens und Einführung eines neuen Gesetzes zum Landtag." (19)

Für die überwiegend ländliche Bevölkerung unseres Raumes brachte dieses Jahr ebenfalls große Veränderungen: „1848 wird das freie Eigentum an Grund und Boden für die Bauern geschaffen, die Renten und Dienste entschädigungslos aufgehoben, einige andere Lasten, die aus alter Grundherrschaft hervorgegangen waren, werden durch langfristige Rentenzahlungen abgeglichen." (20) Diese „Bauernbefreiung" hatte aber auch Folgen, denn „sie brachte viele Bauern auf die Gant*, wenn sie der plötzlich ihnen allein übertragenen Verantwortung für die Erhaltung ihres Hofes nicht gewachsen waren". (21)

Die Post in Auerbach

Mit Wirkung vom 1. Juli 1851 bekam Auerbach eine eigene „Postanstalt". Bis dahin waren Briefe und Pakete von der Poststation Kirchenthumbach aus zugestellt worden. Erster „Postexpeditor" wurde der Apotheker Josef Vanselow, in dessen Haus Nr. 103 (heute „Stadtapotheke", Unterer Markt 1) zunächst auch das Postlokal untergebracht war. Über mehrere Zwischenstationen, z.B. Haus Pfarrstraße 8, heute „Café Postillion", konnte schließlich 1927 das Postamt in der Bahnhofstraße bezogen werden.

Verlust des Landgerichts

Im Jahre 1862 wurden in Bayern Verwaltung und Rechtsprechung getrennt. Dies bedeutete in Auerbach das endgültige Ende für sein Landgericht, welches mit kurzer Unterbrechung (1804–1841) hier bestanden hatte. Die Verwaltungsaufgaben wurden nunmehr dem neugeschaffenen Bezirksamt Eschenbach übertragen, während in Auerbach ein nur mehr für Gerichtsangelegenheiten zuständiges Amtsgericht verblieb. Als Amtsgebäude diente zunächst das Haus Pfarrstraße 6, bis im Oktober 1904 das Haus Oberer Torplatz 7 bezogen werden konnte. Nach der Auflösung des Amtsgerichtes Auerbach am 1. Juli 1973 wurde hier die Landespolizei untergebracht.

*Gant = Konkurs, Versteigerung

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