Messerecht nach Nürnberg verkauft worden sein. Der Überlieferung nach soll bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts am 1. und am 15. September jeweils von 18.00 Uhr an eine halbe Stunde lang die große Glocke vom Kirchturm geläutet haben. Während dieser Zeit sollen dann die Frauen ihre Ehemänner verprügeln haben dürfen, weil ihre Geschlechtsgenossen im Rat einst so dumm gewesen waren, dieses bedeutende Recht zu veräußern.
König Wenzel, der mindestens zweimal persönlich in Auerbach weilte, überwarf sich besonders in seinem Stammland Böhmen mit dem Adel und vor allem mit der Geistlichkeit. So hatte er in Prag am 20. März 1393 den dortigen Generalvikar Johannes von Nepomuk foltern und anschließend in der Moldau ertränken lassen, u.a. deswegen, weil er als Vertrauter der Königin das Beichtgeheimnis nicht hatte brechen wollen. Zahlreiche Statuen des „Brückenheiligen" zeugen von der großen Verehrung für den hl. Nepomuk.
König Wenzel wurde schließlich am 28. August des Jahres 1400 in Oberlahnstein abgesetzt; die „Neuböhmische Zeit" Auerbachs war damit beendet. „... der böhmische Ostwind war wenigstens für Auerbach ein recht gesunder, thatenkräftiger, guter Wind." (9)
König Ruprecht von der Pfalz (1400–1410)
Ruprecht, der in Amberg geboren war, wurde schon einen Tag nach der Absetzung Wenzels zum deutschen König gewählt. Er versuchte sofort, die Ländereien aus böhmischem Besitz in seine Hände zu bekommen. Seine Truppen unter dem Amberger Vicedom Johann von Hirschhorn eroberten am 23. September des Jahres 1400 das durch den Verteidigungskampf schon schwer beschädigte Auerbach.
Die Not der Auerbacher war darauf so groß, daß der neue Herr die Stadt und ihre Bewohner auf 12 Jahre von allen Abgaben befreite, damit wenigstens die Häuser wieder aufgebaut werden konnten.
König Ruprecht teilte sein Herrschaftsgebiet nun unter seine Söhne auf. Pfalzgraf Johann (+ 1443), der in Neumarkt und Neunburg vor dem Walde residierte, wurde somit am 28. Mai 1404 neuer Herr über Auerbach und das gesamte Umland. Er wollte die Stadt zu neuer Blüte führen und bestätigte den Bürgern alle Rechte und Pflichten, die sie bisher erhalten hatten.
Am 3. März 1418 erlaubte Johann, ein neues Rathaus auf dem Platz, auf dem es noch heute steht, zu erbauen. Es war dies aber sicher nur der östliche zum „Oberen Marktplatz" zeigende Teil des insgesamt ca. 20 m langen Gebäudes. Zuvor hatte die „Alte Stadtschreiberei", ein gotisches Bauwerk unmittelbar auf dem Kirchplatz, als Rathaus gedient.
[obr] Abb. 4/5
Zerstörung durch die Hussiten
Pfalzgraf Johann besuchte Auerbach mehrmals. Er soll sich vor allem um die Ausbesserung und Verstärkung der Befestigungsanlagen gekümmert haben.
Dies war auch gut so, denn die Anhänger des tschechischen Reformators Jan Hus, der 1415 auf dem Konzil von Konstanz verbrannt worden war, fielen im Winter des Jahres 1429 raubend und plündernd in die Oberpfalz ein. Am 9. Februar 1430 besetzten die Hussiten auch das von den meisten Bürgern verlassene Auerbach und verwüsteten es nahezu vollständig.
Johann erließ daraufhin der Stadt und ihren Bewohnern auf 15 Jahre alle Steuern wegen „sullcher beschedung, alls leider unser Burger zu Awrbach von den verdampten ketzzern aus Böheim mit prant und ander beschedung entfanngen haben". (10) Er stiftete 1431 auch den „Bürgerwald", der noch heute im Besitz der Stadt ist und mit einer Fläche von fast 500 ha einen großen Wert darstellt.
„Erst der Sieg Herzog Johanns über die Hussiten bei Hiltersried (Bezirksamt Waldmünchen) vom 21. September 1433 machte den Besuchen der fanatischen Räuber ein
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