Ruprecht I. endgültig an Karl IV. und damit an Böhmen. Das später als „Neuböhmen" (erstmals verwendet von Pelzel 1783 in „Geschichte von Karl IV., Königs in Böhmen") bezeichnete Gebiet umfaßte einen großen Teil der nördlichen Oberpfalz mit der Haupt- und Residenzstadt Sulzbach, das auch Sitz eines Landgerichts wurde.
Karl war 1316 als Sohn König Johanns von Böhmen aus dem Hause Luxemburg und der Přemyslidenprinzessin Elisabeth, als Enkel Kaiser Heinrichs VII. und Urenkel des böhmischen Königs Ottokar II. geboren und 1346 zum deutschen König, 1355 zum Kaiser und 1365 zum König von Burgund gekrönt worden.
„Unter den Luxemburgern war Prag die Hauptstadt des Deutschen Reiches geworden. Die Herrschaft Karls IV., als deutscher Kaiser des Reiches ‚Erzstiefvater' genannt, war einer der glänzendsten Höhepunkte böhmischer Geschichte. Aus jener Zeit stammen die herrlichsten Bauten, gotische Dome und märchenhafte Burgen – wie Burg Karlstein bei Beraun, die er zur Aufbewahrung der Reichskleinodien errichten ließ. 1348 gründete Karl IV. die erste deutsche Universität als ‚Hohe Schule des Abendlands'. Sein Kanzler, Johannes von Neumarkt, ein Übersetzer lateinischer Werke, wirkte in seinem Amt bestimmend auf die Entwicklung der Hof- und Kanzleisprache, indem er süd- und norddeutsche Formen glücklich verband. Auf diesem Boden entstand um 1400 die erste große neuhochdeutsche Dichtung, ‚Der Ackermann aus Böhmen' von Johannes von Schittwa, der aus dem Egerland stammte." (7)
Im „Vertrag von Fürstenwalde" erwarb Kaiser Karl am 15. August 1573 von den Wittelsbachern die Mark Brandenburg. Neben 200.000 Gulden und anderen territorialen Zugeständnissen mußte Karl auch den südlichen Teil Neuböhmens mit Sulzbach dafür hergeben. „An die Stelle der Hauptstadt Sulzbach, das ja nun wieder wittelsbachischbaierisch geworden war, trat in diesem Jahr 1373 als neue Hauptstadt und Landgerichtssitz Auerbach; der Kaiser bemühte sich um den Ausbau dieser Stadt, für die ein rascher Aufstieg begann." (8)
Auerbach erlebte eine weitere Blütezeit. So erhielt die Stadt nicht weniger als neun wichtige Privilegien, so z.B. das Bannrecht über Tafernen*, das Recht der Zollfreiheit mit Nürnberg und das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten. In diese Zeit fallen auch die Anlegung des großen Stadtweihers (1368), der ja heute nur mehr zum Teil besteht, und die Errichtung eines Schlosses (1374), das leider 1788 einstürzte und nicht wieder aufgebaut wurde.
Kaiser Karl IV. hielt sich mit Sicherheit mindestens fünfmal in Auerbach auf, wahrscheinlich sogar öfter. Das große Wandgemälde an der Stirnseite des Rathaussaales zeigt den Einzug des Kaisers mit seinem Gefolge im Jahre 1363.
König Wenzel (1378–1400) und Auerbach
Auch in die Regierungszeit von König Wenzel fielen einige wichtige Ereignisse für die weitere Entwicklung Auerbachs. So gründeten reiche Bürger der Stadt um 1380 das „Bürgerspital" in der Unteren Vorstadt, das heute noch als modernes Altenheim von der Stadt verwaltet wird.
Um 1390 ließ Wenzel in seiner neuböhmischen Hauptstadt eine eigene Münzwerkstätte errichten. In ihr wurden u.a. die „Auerbacher Pfennige" geprägt, von denen einer der wenigen noch erhaltenen 1964 in die wertvolle Amtskette des Auerbacher Bürgermeisters eingearbeitet wurde.
Im Jahre 1397 erhielt die Stadt das Recht, jedes Jahr vom 1. bis zum 15. September eine vierzehntägige Handelsmesse abzuhalten. In den Wirren der Reformationszeit soll dieses
*Schankgerechtigkeit
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