Auerbach in der Oberpfalz – Patenstadt der Schlaggenwalder
(vorgestellt von Rudolf Weber, 1989)
Übernahme der Patenschaft am 11. August 1956
Im Rahmen einer großen Feierstunde im Pfarrsaal beim Caritasheim anläßlich des 6. Wiedersehensfestes am Samstag, dem 11. August 1956, übergab der damalige 1. Bürgermeister Fritz Finsterer an die Bürger von Schlaggenwald eine Urkunde. In ihr ist der Beschluß des Auerbacher Stadtrates vom 19. Januar 1956 dokumentiert, in welchem dieser „einstimmig beschlossen" hat, „die Patenschaft über die sudetendeutsche Bergstadt Schlaggenwald zu übernehmen". (1)
In diesem „Patenbrief der Stadt Auerbach an die Bürgerschaft der Stadt Schlaggenwald" heißt es weiterhin: „Die Bürger der beiden Bergstädte werden für alle Zukunft bemüht sein, in inniger Freundschaft immer mehr zusammenzuwachsen zum Wohle und zum Segen des gesamten Deutschtums." (1)
Vorausgegangen war eine „Bittschrift" der Vertreter der Schlaggenwalder Bürgerschaft an Bürgermeister und Rat von Auerbach auf Übernahme einer solchen Patenschaft. Hierin heißt es u.a.: „Bei einem geschichtlichen Rückblick auf die Geschichte der Städte Auerbach und Schlaggenwald ergeben sich Tatsachen und Ereignisse, welche sowohl die Verbundenheit der Städte als auch die Zusammengehörigkeit ihrer verehrlichen Bürger bekunden. Nicht nur der Erzbergbau war und ist es, der die Geschicke beider Städte ähnlich gestaltete; auch das Wesen der Bürger dieser so stolzen und weithin durch Arbeitswillen und Fleiß bekannten Städte ist gleich, was das Zusammenleben der Auerbacher mit den vertriebenen Schlaggenwaldern gezeigt hat. Viele Schlaggenwalder Bürger haben in der schönen und reichen Stadt Auerbach ihre zweite Heimat gefunden." (2)
Spuren einer frühen Besiedelung
Auerbach hatte zum 31.12.1988 genau 8955 Einwohner, die auf einer Grundfläche von 7024,57 ha leben. Über 90% der Fläche sind Felder, Wiesen, Wälder und Weiher. Das Gemeindegebiet liegt im Nordwesten der Oberpfalz und grenzt unmittelbar an die Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken an. Der höchste Punkt, bis zur Gemeindegebietsreform von 1978 der die Stadt mit 550 m überragende Gottvaterberg, liegt heute in der Flur „Gunzendorfer Wegäcker" (560,9 m NN), der tiefste im Pegnitztal bei Ranna (384 m NN). Seit 1972 gehört die Stadt zum Landkreis Amberg – Sulzbach.
Doch „Alles Große beginnt klein und unbedeutend und wächst nur in allmähliger Zeit" (3), wie der erste uns bekannte Auerbacher Chronist Johannes Neubig 1839 schreibt. „Also ist auch Auerbachs Wiege klein und unbedeutend." (3) Spuren einer Besiedelung in den verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte gehen zurück bis in die „Mittlere Steinzeit" (ca. 8000 bis 4000 v. Chr.).
Eisenerz in und um Auerbach
Große Anziehungskraft übte sicher schon sehr früh das in und um Auerbach anzutreffende Eisenerz auf die Menschen aus. Das Erz wurde nicht nur gefördert, sondern, wie eine ganze Reihe alter Eisenhämmer beweist, auch an Ort und Stelle verarbeitet. Bis in unsere Zeit herauf, genau gesagt bis zum Mai 1987, wurde Bergbau betrieben. Die Grube „Leonie" war das letzte noch fördernde Eisenerzbergwerk in der Bundesrepublik Deutschland. Über Jahrhunderte hatte der Bergbau Männern aus Auerbach und Umgebung Arbeit und Einkommen verschafft, und in vielen Familien hatte der Beruf des Bergmanns seit Generationen Tradition. Heute noch schlummern große Eisenerzvorräte in der Tiefe.
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