Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Gfell – zaniklá vesnička v horské úžlabině nad Teplou

Gfell
Dich, Dörfchen, am trauten Hang,
liebe ich mein Leben lang.

O. Jessl

Eine halbe Wegstunde von Schlaggenwald aus (2,6 km) auf sandiger Landstraße gegen Morgen zu, lag knapp unterhalb der Hochfläche, von der aus sich dem Blicke weites Land über die Burg Engelhaus hinaus zum Duppauer Gebirge eröffnet, geduckt in einer Talmulde, das Dorf Gfell.

Die Anlage des Gebirgsdorfes kann als Musterbeispiel für Dorfgründungen und Siedlungsentwicklungen im Höhengebiet des Elbogner Ländchens gelten: In der Mulde des Talschlusses, dort wo eine unfertige Talbildung in die Hochfläche übergeht, fanden die frühen Siedler Wasser und schützenden Lebensraum. In ihrer Weiterentwicklung strebte die Siedlung talwärts, die Flächen und Hänge links und rechts des Hirtengrabens nutzend. Von der Natur vorgegebene Stufen gliederten den Ort in das obere und in das untere Dorf mit jeweils einem Dorfteich und brachten durch die Vermeidung geradegezogener, langweiliger Baulinien die heimischen Bauformen vom schlichten Holzblockbau bis zu den zahlreichen, zum Teil überaus kunstvollen Fachwerkbauten in charakteristischen Ortsbildern zur Geltung.

Die Dorfstraße schwingt sich ähnlich einer Paßstraße in Serpentinen auf etwa 2 km abwärts ins laue Tepltal und mündet in die verkehrsreiche Kaiserstraße, in Richtung Karlsbad flußabwärts und flußaufwärts gegen Petschau zu. Das zum Teil steile Gefälle hatte dem Ort, 580 m über dem Meeresspiegel gelegen, seinen Namen gegeben.

Frühzeitig erscheint Gfell als Lehensgut der Burgherrschaft zu Petschau. Thomb Kroner, Herr von Gfell, erteilte seinen Untertanen in einer Urkunde am St. Georgstag 1383 dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Stadt „zum Schlakkenwalde" hat, und hängte „von virtus wegen" an dieses Dokument neben sein eigenes das Siegel dieser Stadt. Im Jahre 1615 gelangte der Ort zusammen mit der Herrschaft Petschau in den Besitz der Stadt Schlaggenwald. Während diese Zugehörigkeit bereits 1623, in einer Zeit harter kaiserlicher Intervention, wieder aufgelöst wurde, hatte die Verbindung des Ortes mit der Bergstadt, das zeigen die Eintragungen seit 1557 in der Schlaggenwalder Pfarrmatrik, in kirchlichen Angelegenheiten bleibenden Bestand.

Seiner Ausdehnung nach war Gfell mit einer Gesamtfläche von 672 ha zwar die größte Gemeinde des Kirchsprengels, lag aber zahlenmäßig mit 231 Einwohnern hinter den Nachbarorten Töppeles mit 311 und Poschitzau mit 264 bei der letzten Volkszählung 1939 zurück.

Der Wald, dessen Anteil 1940 ca. 43% betrug, reichte vormals – darauf deuten Flurnamen wie „Loách" (Lohwald) hin – bis an den Ortsrand heran. Neben den Haupterwerbsquellen der Landwirtschaft und der Viehzucht bot er den Bewohnern manch köstliche Bereicherung des Küchenzettels, ob nun das Haus mit Ziegeln, Schindeln oder Dachpappe gedeckt war.

Von den 58 Häusern widmeten sich 18 Höfe ausschließlich der Landwirtschaft, häufig unter Beteiligung von Taglöhnern, Knechten und Mägden, und lieferten ihre Ernteerträge an die Lagerhausgenossenschaft in Schlaggenwald. Selbständige Unternehmen und handwerkliche Betriebe erfüllten ihrerseits wichtige Grundbedürfnisse der Dorfbevölkerung, so die Mühle mit Bäckerei (Nr. 39), das Sägewerk mit Holzverarbeitung (Nr. 40), die Wagnerei (Nr. 21), die Tischlerei (Nr. 34), der Schuster (Nr. 5), die Dorfschmiede (Nr. 38), der Bezirksstraßenwärter (Nr. 18) bis hin zum Elektrotechniker Franz Frisch, der für die Reparaturen sämtlicher Geräte, vom Volksempfänger bis Fischer Hansens Dampf-

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