Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Patentní listina – patronát města Auerbach nad Horním Slavkovem

PATENBRIEF
der Stadt Auerbach an die Bürgerschaft der Stadt Schlaggenwald

Eingedenk der Verbundenheit der beiden Bergstädte Schlaggenwald im Sudetenland und Auerbach in der Oberpfalz durch das Zinnerz im Schoße ihrer Heimaterde und der dadurch bedingten harten Lebensbedingungen des Bergmannsberufes wissen sich der Stadtrat Auerbach/Opf. und die durch ihn vertretenen Bürger und Bürgerinnen einig und schicksalhaft verbunden mit den Bürgern der Stadt Schlaggenwald.

Der Stadtrat Auerbach/Opf. hat deshalb in seiner Sitzung am 19ten Januar 1956 einstimmig beschlossen, die Patenschaft über die sudetendeutsche Bergstadt Schlaggenwald zu übernehmen.

An den hochverehrten Herrn Bürgermeister und den Rat der Stadt Auerbach in der Oberpfalz.

Die Einwohner der einst kaiserlich freien Bergstadt Schlaggenwald im Egerland erlauben sich, dem hochverehrten Herrn Bürgermeister und dem Rat der Stadt Auerbach die Bitte vorzutragen, daß die Stadt Auerbach die

Patenschaft

für die durch die Austreibung der Sudetendeutschen aus ihrer Jahrhunderte alten angestammten Heimat verlorengegangene Stadt Schlaggenwald gütigst übernehmen zu wollen.

Bei einem geschichtlichen Rückblick auf die Geschicke der Städte Auerbach und Schlaggenwald ergeben sich Tatsachen und Ereignisse, welche sowohl die Verbundenheit der Städte als auch die Zusammengehörigkeit ihrer verehrlichen Bürger bekunden.

Nicht nur der Erzbergbau war und ist es, der die Geschicke beider Städte ähnlich gestaltete, auch das Wesen der Bürger

Das harte Schicksal der Vertreibung unserer deutschen Brüder und Schwestern aus dem Osten von Heimat und Scholle soll durch die enge Bindung an die neue deutsche Heimat gemildert und erträglicher gestaltet werden, wozu die Stadt Auerbach durch die Annahme der mit Bittschrift der Schlaggenwalder Bürgerschaft vom Januar 1956 erbetenen Patenschaft beitragen soll.

Die Bürger der beiden Bergstädte werden für alle Zukunft bemüht sein, in inniger Freundschaft immer mehr zusammenzuwachsen, zum Wohle und zum Segen des gesamten Deutschtums.

Gegeben zu Auerbach Opf. am 11. August 1956

Der 1. Bürgermeister:

Der Stadtrat:

Dieser so stolzen und weithin durch Arbeitswillen und Fleiß bekannten Städte ist gleich, was das langjährige Zusammenleben der Auerbacher Bürger mit den vertriebenen Schlaggenwaldern gezeigt hat.

Viele Schlaggenwalder Bürger haben in der schönen und reichen Stadt Auerbach ihre zweite Heimat gefunden.

Noch mehr Schlaggenwalder haben durch das „Schlaggenwalder Treffen" im Jahre 1952 die Verbundenheit der ehrsamen und achtbaren Bürgerschaft von Auerbach mit den Vertriebenen gespürt und kennengelernt.

Und alle Schlaggenwalder haben die Gastfreundlichkeit und das herzliche Entgegenkommen der gesamten Auerbacher Bevölkerung nicht vergessen und werden auch — wenn der Ruf an sie ergehen wird — wiederum freudig und mit frohen Herzen nach Auerbach eilen, das für die meisten von ihnen zur zweiten Heimatstadt geworden ist.

Wir Schlaggenwalder Bürger werden stets bemüht sein, diese gute und ehrliche Verbundenheit und Freundschaft mit der Einwohnerschaft von Auerbach noch zu vertiefen, und wir wissen, daß auch die Auerbacher Bürger uns Heimatvertriebene nicht mehr als Fremde bezeichnen werden.

Um diese Verbundenheit ganz fest zu ketten und um sie für immer zu erhalten, bitten wir den Herrn Bürgermeister und den Rat der Stadt als die gewählten Vertreter der Auerbacher Bevölkerung, unserer Bitte gütigst entsprechen zu wollen.

Gegeben A.D. MCMLVI

Die Vertreter der Schlaggenwalder Bürgerschaft:

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