Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Patronátní město Auerbach

Turmbläser weckten am Sonntag Einwohner und Gäste. In den Morgenstunden reisten immer noch Besucher an, die sich in den Trauerzug zum Friedhof einreihten, auf dem bereits mehrere Landsleute ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Bei der gemeinsamen Andacht am Ehrenkreuz der Vertriebenen legten die Vertreter beider Gemeinden Kränze nieder. Danach erfolgte die Enthüllung einer Gedenktafel neben dem Haupteingang des Rathauses.

Landsmann Otto Dilling schuf dieses Werk, das in sinnvoller Gestaltung zwei Bergmänner mit den Wappen der beiden Bergstädte zeigt.

Zu einem weiteren feierlichen Höhepunkt dieses denkwürdigen Heimattreffens gestaltete sich der Gottesdienst in der Klosterkirche St. Martin. Den tröstenden, mahnenden und erbaulichen Worten der Festpredigt eines heimatvertriebenen Geistlichen folgten wir mit Ergriffenheit. Nach dem Mittagessen bewegte sich ein langer Festzug frohgestimmter Menschen, angeführt von der Auerbacher Bergmannskapelle in ihren traditionellen und schmucken Uniformen, durch die fahnengeschmückten Straßen zur Festwiese im Stadtpark. Unsere reichlich vertretenen, schönen Egerländer Trachten boten neben der Tracht der Oberpfälzer Vereine ein farbenprächtiges Bild. Der Nachmittag gehörte unter den flotten Weisen auch der Egerländer Dudelsackkapelle und mit den Volkstänzen der Oberpfälzer und Egerländer Jugend vor allem dem geselligen Beisammensein der Landsleute mit den Auerbachern. Nur zu schnell verrannen diese kostbaren Stunden, und das Abschiednehmen fiel allen schwer, besonders jenen Landsleuten aus dem anderen Teil Deutschlands, die das erste Mal einem solchen Treffen beiwohnen konnten.

Die beiden Augusttage brachten fast 1100 Teilnehmern am zweiten Treffen in Auerbach ein frohes Wiedersehen mit alten Freunden und guten Bekannten. Die Stunden der Gemeinsamkeit ließen die Vergangenheit daheim wieder in sichtbarer Gegenwart lebendig werden. Die vertriebenen Bewohner von Schlaggenwald und seiner Nachbardörfer bildeten in Auerbach eine große Familie, deren Vaterhaus einst die gemeinsame Heimat war.

Dieses große Heimattreffen mit Patenschaftsfeier ist aber auch als Zeichen für den ungebrochenen Lebenswillen der Vertriebenen und als ein freudiges Bekenntnis zu unserer alten Heimat im Egerland zu verstehen. Die uns „Neubürgern" zugetane, alte und schöne Patengemeinde Auerbach gab uns dazu in ihrer Stadt – symbolisch – eine zweite Heimat, in der wir weiterhin unsere Treffen veranstalten und auch zu den Bürgerfesten gerne kommen. Die Benennung einer Schlaggenwalder Straße, die Einrichtung eines kleinen Heimatmuseums im Rathaus, in dem unter anderem ein naturgetreues Modell unserer St. Georgskirche (gefertigt von Landsmann Anton Weiß) untergebracht ist, die Aufnahme des „Gfeller Herrgotts", einer mißhandelten und (fast) verschollenen Christusfigur aus unserem Nachbardorf, die in der Stadtpfarrkirche einen würdigen Platz fand, und die großzügige und verständnisvolle Unterstützung unseres Heimat- und Geschichtsvereins bei seinen Aufgaben und anderes mehr sind als weitere Beweise für den guten Zusammenhalt in der Patenschaft zu werten, die durch gegenseitige Achtung und Sympathie zustande kam. Es bedurfte nicht erst der Ermunterung durch das Bundesvertriebenengesetz, das die Pflege kulturellen Gutes als Verpflichtung festhält und daraus Patenschaften entstehen ließ.

Die Stadt Auerbach i.d. Opf. hat ihre Patenschaft mit Leben erfüllt. Bei den zahlreichen Heimattreffen in ihren Mauern (bis 1989 waren es 18, darunter die Jubiläumstreffen der Jahre 1966, 1976, 1981 und 1986) bot sie uns neben einer beispielhaften und herzlichen Gastfreundschaft ihre Anteilnahme an unserem leidvollen Geschick, gab uns menschliche Wärme und das unvergleichliche Gefühl, wieder daheim zu sein.

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