Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Patronátní město Auerbach

Patenschaft
Zu Beginn der 50er Jahre feierten wir unser Wiedersehen an verschiedenen Orten in Bayern, die uns Schlaggenwalder gastfreundlich aufnahmen. Bereits im Jahre 1952 fuhren wir zum ersten Male nach Auerbach in der Oberpfalz.

Reizvoll umschlossen von bewaldeten Bergen und Höhenzügen, anmutig eingebettet in eine hügelige Landschaft, lag die kleine Bergstadt wie im heimatlichen Gelände vor uns.

Als wir den Marktplatz mit den ansehnlichen und malerischen Bürgerhäusern erreichten, fühlten wir uns mit einem Male nicht mehr fremd. Der reiche Flaggenschmuck in den Straßen, die herzliche Aufnahme durch die uns wohlgesinnte Bevölkerung und die übergroße Freude des Wiedersehens von mehr als tausend Landsleuten aus nah und fern schufen eine echte, festliche und heimatliche Stimmung, der sich niemand zu entziehen vermochte und die noch lange Zeit in uns nachklang. Es war die heimelige Atmosphäre in diesem Ort, die uns umfing und ein Empfinden wachrief, daß uns Schlaggenwalder mit dieser Stadt etwas Besonderes verbindet. Und ein gütiges Geschick spann die Fäden weiter.

Als sich 1955 niemand so recht bereit fand, die große Aufgabe der Veranstaltung diesmal auf sich zu nehmen, und wir zu Teiltreffen übergehen mußten, stellte sich diese bange Frage auch für das nächste Jahr. Wer würde uns dann zu unserem traditionellen Heimattreffen aufnehmen?

Ein Briefwechsel zwischen Oskar Otto in Hanau und seinem Landsmann Anton Hofmann in Auerbach enthob uns dieser Sorge, keimte doch in beiden Heimatfreunden schon längst der Gedanke an eine Übernahme der Patenschaft. Und als die Stadtgemeinde Auerbach vorab ihre uneingeschränkte Zustimmung zu diesem Vorhaben zu erkennen gab, nahmen die Pläne für eine zweite Zusammenkunft im Jahre 1956 und für eine Patenschaft bereits feste Gestalt an, die sich allein durch die vielen Gemeinsamkeiten begründen ließ.

Die beiden Bergstädte Auerbach und Schlaggenwald liegen im Mittelgebirge und fügen sich in einander ähnliche Landschaftsbilder ein. Der freundliche, ruhige und gediegene Charakter der Kleinstadt Auerbach und die Mundart ihrer Bevölkerung gleichen denen unseres Heimatortes. Die Bewohner fanden beim Abbau der reichen Erzvorkommen viele Jahrhunderte Arbeit und Brot. Sie zeichnet eine ehrliche und offene Wesensart aus. Zu den gemeinsamen Merkmalen zählt eine reiche und wechselvolle Geschichte mit wirtschaftlicher Blüte, aber auch mit Kriegswirren und anderen Heimsuchungen. Beeindruckend empfinden wir die überzeugende Gläubigkeit in der Oberpfälzer Gemeinde, die wir als beispielhaft anerkennen. Dazu kommt noch, daß Auerbach nach unserer Vertreibung einer größeren Anzahl unserer Landsleute hilfsbereit Unterkommen und Beschäftigung bot und sie in seinen Mauern mit viel Verständnis wieder heimisch werden ließ. Unsere Schlaggenwalder wirken bei vielen Vereinen, kulturellen Aufgaben und sonstigen Anlässen gerne mit, wie sie es auch daheim gewohnt waren.

Im Vertrauen auf das gute Einvernehmen mit der hiesigen Bevölkerung und die Wertschätzung, welche die Heimatvertriebenen inzwischen genossen, legten die in Auerbach wohnhaften Bürger von Schlaggenwald, vertreten durch den ehemaligen Stadtsekretär Anton Hofmann, dem Magistrat der Stadt einen Antrag auf Übernahme der Patenschaft über die Stadt Schlaggenwald in Form einer Bittschrift vor. Der Stadtrat Auerbach beschloß in seiner Sitzung vom 19. Januar 1956 einstimmig, diese Patenschaft zu übernehmen, und erklärte, daß die Patenstadt und ihre Bürgerschaft es als eine ehrenvolle Verpflichtung ansehen, den Schlaggenwalder Patenkindern die Tragik der Austreibung

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