Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Heimatbrief – zpravodaj krajanů z Horního Slavkova

Welle der Vertreibung gespült haben? So lebten wir Monate und Jahre dahin, ohne daß der eine vom anderen etwas wußte. Die Heimat war mit ihren Menschen aus unserem Gesichtskreis entschwunden. Keiner glaubte mehr daran, daß die alte Gemeinschaft je wieder zu neuem Leben erwachen würde.

Das weithin zerstörte Deutschland mußte nach dem verlorenen Krieg in den vier Besatzungszonen viele Tausende von Heimatvertriebenen, die oft nicht einmal das Notwendigste zum Leben besaßen, zusätzlich unterbringen. Große wirtschaftliche Not, beengte Wohnungsverhältnisse auf einsamen Dörfern und in Lagern, Hunger, die Beschäftigung, wenn überhaupt möglich, in berufsfremden, meist körperlich schweren Tätigkeiten, die Trennung von Verwandten, Freunden und Bekannten und die Ungewißheit über das Schicksal von kriegsgefangenen Vätern, Ehemännern und Söhnen, von internierten und verschleppten Verwandten vergrößerten das Elend und steigerten das Gefühl der Verlassenheit und Heimatlosigkeit. Übermächtig wuchs die Sehnsucht nach der verlorenen alten Heimat jenseits des Böhmerwaldes.

Da faßte sich – etwa drei Jahre nach der Ausweisung – in dem kleinen Dorf Lindenberg bei Buchloe ein treuer Landsmann, unser Oskar Otto, ein Herz und machte sich, neben seiner beruflichen Tätigkeit, mit seiner Familie mutig an die mühevolle Arbeit, eine dauerhafte Verbindung zu und unter den Schlaggenwalder Landsleuten herzustellen. In zäher Kleinarbeit sammelte er die zerrissenen Fäden und knüpfte sie zu einem neuen Band, das die ganze frühere Gemeinschaft zu umschließen begann.

Die Liebe zur unvergessenen Heimat im Kaiserwald rief zahlreiche Mitarbeiter auf den Plan und ließ sie emsig zur Feder greifen. Ursprünglich galten die Bemühungen unseres verdienstvollen Landsmannes Otto dem Ziel, ein Verzeichnis der Anschriften zu erstellen. Doch mit dieser Aufgabe stiegen die Erwartungen und auch der Einsatz.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß eine Buchdruckerei in Buchloe einem ihr unbekannten und völlig mittellosen „Flüchtling" das Vertrauen schenkte und seine Manuskripte annahm, ohne nach dem Risiko der Bezahlung zu fragen.

Am 15. Juni 1949 erschien die erste Ausgabe des Heimatbriefes der alten, einst kaiserlich freien Bergstadt Schlaggenwald und Umgebung. In die Berichterstattung waren von Anfang an auch neun unserer Nachbarorte, nämlich Poschitzau, Ziegelhütten, Gfell, Töppeles, Leßnitz, Stirn, Schönwehr, Rabensgrün und Müllersgrün mit einbezogen, die zum Kirchsprengel Schlaggenwald gehörten (ausg. Ziegelhütten).

Der erste Heimatbrief löste bei allen Dankbarkeit, Erleichterung und Freude aus, bedeutete er doch einen Lichtblick, einen Hoffnungsschimmer und den berühmten Silberstreifen am Horizont. Dieses kleine Heftchen im DIN A 5-Format war schon damals für uns nicht irgendeine Zeitschrift, sondern der Sendbote der Heimat, der die geistige Verbindung unter den Landsleuten wiederherstellte und die alte Heimat in Wort und Bild wiedererstehen ließ.

Der Heimatbrief

- ist Bindeglied zwischen den Vertriebenen unseres Kirchsprengels und festigt ihren Zusammenhalt,
- ruft die Lesergemeinde zu den (jährlichen) Heimattreffen, Sudetendeutschen Tagen an Pfingsten und anderen Begegnungen,
- hält die Verbindung zu unserer Patenstadt Auerbach i.d. Opf. aufrecht und gibt ihr neue Impulse,
- berichtet über politische Bestrebungen zum Heimat- und Selbstbestimmungsrecht und über andere bedeutsame Themen,

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