Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Vyhnání z domova

Drückend plagte das Heimweh.

Der Anfang war hart, die Väter waren ohne Arbeit oder in einer minderen und ungewohnten Beschäftigung tätig. Die ansässige Bevölkerung betrachtete die „Zugereisten" als unerwünschte Eindringlinge, an die man nur ungern Wohnraum abgab. Die geringe Habe ließ die Vertriebenen als Bettler erscheinen. Wer wollte schon glauben, daß diese armseligen Menschen vor kurzem ein richtiges Zuhause, einen bürgerlichen Beruf, Besitz und Vermögen besessen hatten? Zwar bekamen auch die Einheimischen die Not der Nachkriegsjahre zu spüren, aber ihnen blieb das grausame Geschick einer Entrechtung und Heimatlosigkeit erspart, das sie weder begreifen noch richtig nachempfinden konnten.

Langsam faßten die verzweifelten Menschen wieder Mut und mühten sich mit ererbtem Fleiß und erprobter Tüchtigkeit, wie einst ihre Ahnen in der alten Heimat, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Jeder hatte die miserablen Verhältnisse des „Flüchtlingsdaseins" mit dem primitiven Leben aus den mitgebrachten Kisten und den selbstgebastelten Regalen, das Schlafen auf den Ami-Feldbetten gründlich satt und trachtete danach, für sich und die Seinen wieder ein richtiges Heim zu schaffen, wie man es von früher gewohnt war.

Die geschichtliche Wahrheit verlangt den Hinweis, daß die Verfolgung der Sudetendeutschen in der ČSSR nach dem 2. Weltkrieg und ihre „humane Aussiedlung" etwa 300.000 Todesopfer forderten.

Rückblick und Rückbesinnung

Wanderer, kommst Du nach Horní Slavkov, dann bleibt Dir fast das Herz stehen. Der Anblick unserer Heimatstadt, der Verfall von vertrauten Gebäuden, das Fehlen ganzer Gassen, die Überwucherung durch Unkraut und die Unordnung allenthalben machen betroffen und fassungslos. Unser altes Schlaggenwald hat sein Gesicht verloren.

Im Gegensatz dazu stehen die im Osten und Westen auf früheren Feldfluren neugebauten Siedlungen mit ihren Wohnblockreihen. Sie prägen, zusammen mit dem Bergwerk, Heizkraftwerk, Straflager und den Sowchosen das neue Bild. Kaum ein anderer Ort ist von so einschneidenden Veränderungen im früheren Ortsbild betroffen wie gerade unser Schlaggenwald.

Ist diese Gegend noch immer unsere Heimat? Ist sie nicht auch so etwas den nunmehr dort Geborenen? Wer von uns würde denn unter welchen Bedingungen zurückgehen? Bedeutet denn nicht Rückkehrunwilligkeit schon Verzicht? Wie sollen nach Verbitterung und Zorn über das an unserer Volksgruppe begangene Unrecht der Vertreibung wieder nachbarliches Zusammenleben und Verständnis wachsen? Was sagen unsere in Freiheit aufgewachsenen Kinder und Enkel zu diesen Fragen? Werden sie nicht dafür plädieren, daß die Vernunft gebiete, den „de facto"-Zustand auch „de jure" zu akzeptieren? Oder soll man einfach vom Grenzlandschicksal sprechen?

Wie hätte das alte Schlaggenwald sein Gesicht gewandelt, wenn uns nicht die zwangsweise Aussiedlung widerfahren wäre? Wer weiß da gültige Anworten? Aber mit solchen Fragen sollte man sich befassen, wenn Besuche in der alten Heimat und die Beziehungen zu ihr einen Sinn behalten sollen. Zu fest sind die Erinnerungen aus der Kindheit gewachsen, als daß sie von einer harten Wirklichkeit schnell überlagert oder gar gelöscht werden könnten. Die Bilder aus der Jugendzeit sind noch immer sehr lebendig und die Einzelheiten über dieses schöne Land und seine liebenswerten Bewohner allgegenwärtig im Gedächtnis verankert, ein Land, das uns über viele Jahrhunderte gehört hat. Unsere Ahnen haben es urbar gemacht und gepflegt. Generationen haben an dieser Kulturlandschaft gearbeitet, geschuftet, gespart und gelitten. Wir hätten dieses Land am

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