Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Naše vaření – doma

Hausfrauen zufrieden mit all dem, was blinkend und blitzend in ihren Küchen stand und hing. Und das Putzen war mühsam, damit nicht Rost und Grünspan ansetzten oder Ruß und Fett, Staub und Teigreste, Angebranntes und Verschimmeltes entfernt werden konnten.

Beim Einkaufen maß und wog der Kaufmann mit heute kaum mehr geläufigen Maßen und Gewichten. So bedeuteten 10 Deka⁷⁾ eben 100 Gramm, und ein Viertelpfund hieß „Viertling" (125 g). Die Angabe in Pfund war gängiger als in Halbkilo. Kartoffeln – auch Kohlen oder Briketts – bezog man in einfachen Zentnern (50 kg).

Mit der heimatlichen Kochkunst haben unsere Hausfrauen einen kostbaren Schatz gerettet, dessen Wert uns erst richtig bewußt wird, wenn wir die gewohnten Speisen entbehren und mit einem fremden Mittagstisch vorliebnehmen müssen. Den jungen Mädchen und künftigen Ehefrauen sollte man daher den guten Rat geben: Lernt beizeiten bei euren Müttern unsere heimatliche Kocherei, damit der gute Ruf der Egerländer Küche weiter erhalten bleibt!

Nun wollen wir an Beispielen den Speisezettel für eine Woche in einer Schlaggenwalder Küche etwas näher kennenlernen.

„Mannā, mannā, woos kocht mā rān heint wiedā", so hörte man manche Hausfrau schon morgens ratlos lamentieren. Wenn sie dann zum „Ei(n)märkn" (Einkaufen) ging, hatte der Küchenfahrplan für den Tag bereits greifbare Formen angenommen.

Für den Sonntag zu planen, stellte kein besonderes Problem dar. Da führte an einem saftigen Braten mit Knödeln kein Weg vorbei. „Ā Schweinās, gröinā Kniālā⁸⁾ (Schtrapazikniālā) u ā Sauākraut" oder „ā schöinā Lungābräun⁹⁾ mit bäihmischn Möhlkniālān¹⁰⁾ u ān Krautsālāt (mit goldbraunā Schpecklān drinnā)", auch ein zartes Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat standen mit an der Spitze sonntäglicher Essensfreuden.

„Af d'Nåcht" gab es Brot, Wurst und saure Gurken, manchmal auch ein weiches Ei.

Am Montag wurden oft die Reste vom Sonntag verspeist. Das hieß „ei(n)gschnienā Kniālā, mit goutā Buttā gräist odā mit Rühreiā", bis zum letzten Rest aus der gußeisernen Pfanne gekratzt, so daß „d'Mamā geschimpft håut: Låut's fei di Pfännā gånz!¹¹⁾" – Dazu Pflaumenkompott und als Vorspeise „ā Tropp-Supp"¹²⁾.

Zum Abendbrot standen „Olmützā Quårkl"¹³⁾ mit Butterbrot auf dem Programm.

Waren zur Sommerszeit die Väter am Sonntag „in d'Schwåmmā gångā"¹⁴⁾, konnte man am Montag „neiā Eädeppl mit bräunā Schwåmmā u ān Gurkn- odā gröinā Sålåt" genießen.

Am Dienstag gaben die würzigen „Blout- u Lewāwüäscht mit eighåckt Eädeppln u Sauākraut" oder „dünstā Reis mit Pårādeissoß¹⁵⁾ odā Gulasch" gute Mahlzeiten ab. Abends brockte man Brot in eine schmackhafte „Wuäschtsuppm" oder aß zum „uāgmåcht Quårk¹⁶⁾ Eädeppl, in dā Montur", d.h. mit den Schalen, gekocht. Mahlzeit!

Am Mittwoch brachte die Hausfrau „Eädepplsupp" auf den Tisch, danach „bröihtā Biāzālā"¹⁷⁾ mit Sirup, „Biāzl" mit Powidl¹⁸⁾ oder Omeletten mit Marmelade gefüllt. Als weitere Süßspeisen boten sich Grießbrei mit zerlaufener Butter, Zucker und Zimt oder gebackener Reis mit Äpfeln und Rosinen an. Am Abend freuten sich im Winter alle auf heiße „Braunschweiger" (Lyoner) mit Senf und Brot, im Sommer auf Butterbrot, Paradeiser, Rettiche und ein Glas Milch.

Am Donnerstag servierte man zu „Schtrapazikniālān" eine pikante „Pfeffākouchnbröih". Dazu kochte man „ā schöins Gselchts", dickte die Soße mit geriebenem Pfefferkuchen an, fügte gestiftelte Mandeln und eine Handvoll Rosinen hinzu. Wie gut schmeckten auch Knödeln mit gekochtem Rindfleisch in einer Dill-, Kren- oder Gurkensoße oder gar grüne Knödeln mit einem sahnigen „Schwåmmābratl"! Als Abendessen gab es „Bittling" (Bückling) mit Brot oder marinierte Heringe mit Pellkartoffeln.

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