Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Spolkový život

Als Vereinslokal diente die Gastwirtschaft „Zum Egerländer". Im Jahre 1928 wurde die Gmoifahne geweiht. Ihr Aussehen: eine Seite schwarz-rot-gold mit eingesticktem Stadtwappen, die andere Seite grün-gelb mit dem Wappen der Stadt Eger (Symbol der Egerländer). Sie konnte über die Vertreibung gerettet werden. Der Ortsverein nahm mit Abordnungen an örtlichen Festen usw. teil und war bei den Bundesfesten stets vertreten. Bei Josef Hofmanns Beerdigung am 21.6.1943 in Karlsbad – er war u.a. Volkskundler, Heimatdichter, Abgeordneter im Prager Landtag – trat die Eghalanda Gmoi zum letzten Male geschlossen in Erscheinung.

Nach der Vertreibung entstanden neue Ortsvereine. Sie sorgen dafür, daß die Traditionen erhalten bleiben und von den kommenden Generationen weitergetragen werden.

Gewerkschaften

Die Gewerkschaftsbewegung entstand und entwickelte sich in allen Staaten aus der Wechselbeziehung zwischen der lohnabhängigen Arbeiterschaft und den kapitalistischen Produktions- und Wirtschaftsformen.

In einer Übersicht über die 1898 in der Stadt bestehenden Vereine sind folgende, dem Wesen nach gewerkschaftliche Vereinigungen aufgeführt:
Unterstützungsverein der Porzellandreher, Ortsgruppe der Porzellanarbeiter, Union der Glasarbeiter, Verein der Privatbeamten und Werkmeister.
Einzelheiten über ihr Wirken sind nicht bekannt.

Entsprechend der Wirtschaftsstruktur erlangten die Gewerkschaften erst zu Beginn des 20. Jhs. in der Monarchie Geltung. Schlaggenwald besaß nach 1918 eine starke Ortsgruppe des Verbandes der „Glas- und Keramikarbeiter, Sitz Teplitz-Schönau".

Die Rechtsstellung der Gewerkschaften war zu dieser Zeit noch schwach. Die Sozialgesetzgebung steckte in den Kinderschuhen. Auseinandersetzungen der Tarifparteien wurden mit aller Härte geführt. Mitte der dreißiger Jahre hat ein Betrieb einen legalen Streik zum Anlaß genommen, alle Mitglieder des gewählten Betriebsrates fristlos zu entlassen. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis ihre Wiedereinstellung vor Gericht erstritten werden konnte.

Unbeschreiblich war das Elend der Menschen bei Arbeitslosigkeit. Die organisierten Arbeiter erhielten aus der Gewerkschaftskasse 26 Wochen lang ordentliche Unterstützung und 13 Wochen lang eine Krisenunterstützung, wenn die Voraussetzungen erfüllt waren. Der Staat gewährte dazu einen Zuschuß. Ausgesteuerte und Unorganisierte waren auf sogenannte „Czech-Karten" angewiesen. Das waren Lebensmittelgutscheine im Wert von 10 Kronen für Alleinstehende und 25 Kronen für Familien pro Woche. Zur Verdeutlichung: Das Arbeitseinkommen der Männer betrug im Jahre 1930 etwa 90 – 170 Kronen in der Woche.

Traditionell demonstrierten die Gewerkschaftsmitglieder und ihre Angehörigen am 1. Mai für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Redner bei den Maikundgebungen wiesen auf Benachteiligungen der Arbeitnehmer hin, sprachen aber auch generelle und tagespolitische Themen an.

Vorstehende Ausführungen gelten sinngemäß für die Mitglieder der anderen Gewerkschaften, wie z.B. des Verbands der Lederarbeiter, des Internationalen Metallarbeiterverbandes usw.

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