Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Spolkový život

Vereinswesen
Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Deshalb fühlt er sich wohlgelitten, stark und verstanden in einer Gruppe Gleichgesinnter. Vereine, Vereinigungen, Gesellschaften und Genossenschaften werden u.a. aus diesem Grunde gebildet. Der Staat hat von Anfang an auf die Bildung von Vereinen Einfluß genommen. Dieser reichte von obrigkeitlichen Regelungen für die Zulassung über die Abgrenzung der Rechtspositionen (§§ 21 ff BGB) bis hin zur Gewährung der Vereinigungsfreiheit als Grundrecht (Art. 9 GG). Gründung und Bestand von Vereinen, Genossenschaften usw. hängen unmittelbar mit dem zeitgenössischen Umfeld sowie den geistigen, ökonomischen und politischen Strömungen zusammen.

Die nachstehenden Ausführungen erheben keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Die geneigte Leserschaft wird deshalb um Nachsicht gebeten. Das verdienstvolle Wirken von Initiatoren, Vereinsvorständen, Vorsitzenden usw. wird nicht geschmälert, wenn die Nennung ihrer Namen unterbleibt.

Schützenverein

Ein Schlaggenwalder Schützenverein („k.u.k. priv. Scharfschützen-Corps") war bereits Anfang des 16. Jhs. bekannt. Es gilt als sicher, daß – wie in Nachbargemeinden – die Aktivitäten der Schützen viel früher einsetzten. Die Schützen (Schießgesellen) benutzten zum Scheibenschießen Armbrüste, später dann Kugelbüchsen. Die hinterlassenen Schützenregeln für Schießgesellen tragen die Jahreszahl 1533. Zum Abhalten von Übungen wurden in der Stadt zwei Schießstätten errichtet. Die Schützen übten regelmäßig, führten Wettkämpfe durch, veranstalteten Feste, verrichteten Wachdienste und paradierten an staatlichen und kirchlichen Feiertagen. Der Staat und die Stadt bezuschußten den Verein.

Mitglieder des Schützenkorps haben sich vielfach bewährt und ausgezeichnet. Wegen der Verdienste um die Verteidigung und Sicherung des Staates erhielt der Verein vom Kaiser Belobigungen und Anerkennungen sowie ansehnliche Spenden. Im Archiv des Korps war verzeichnet, wann und wie viele Schützen zu den jeweiligen Kriegsschauplätzen abgestellt werden mußten.

Im Jahre 1861 konnten die Schützen das neugebaute Schießhaus auf der Hub (Pinge) beziehen. Das Gebäude umfaßte ein Vereinslokal, einen Saal und Räume für die Bewirtung der Gäste. Es waren neun Schießstände vorhanden, je drei im Vereinslokal, in der Schankstube und im Saal. Die Scheibenstände waren in einer Entfernung von 100, 150, und 200 m angeordnet. Jeder Stand hatte zwei Scheiben (1 x 2 m) mit jeweils zehn Scheibenringen. Wenn ein Schuß gefallen war, konnte die Scheibe heruntergelassen und die andere Scheibe hochgezogen werden. Das Ergebnis wurde mit dem „Löffel" angezeigt. Daneben bestand Fernsprechverbindung zwischen Schieß- und Scheibenstand. Bei den Übungen verwendete man Kugelstutzen, Kaliber 8 – 9 mm, mit Visiereinrichtung.

Die Schützen schossen in den Wintermonaten mit Bolzen auf Scheiben in der Schankstube.

Am 1. Mai fand immer das erste Scharfschießen statt. Aus diesem Anlaß zogen die Schützen, angeführt vom Musikkorps, mit ihrer Fahne zur Pinge.
Die Schützen trugen seit Beginn des 19. Jhs. eine der Militärbekleidung nachgebildete Uniform.

Große Bedeutung hatte natürlich eine Fahne mit Symbolkraft. Sie wird erstmals 1716 erwähnt. Um 1800 zierte das Stadtwappen die Schützenfahne, nach einem Gnadenerweis des Kaisers konnte ab 1867 der Reichsadler verwendet werden.

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