Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Goethe v Horním Slavkově

Goethe in Schlaggenwald
Unser großer Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) litt mit zunehmendem Alter an allerlei Beschwerden, die er durch Kuraufenthalte in Karlsbad zu lindern suchte. Diese Behandlungen brachten ihn vom Jahre 1785 bis 1823 dreizehnmal in das Weltbad im westböhmischen Bäderdreieck.

Neben dem Kurbetrieb lernte er Land und Leute kennen und die Landschaft dieses Mittelgebirges lieben. Sein starkes Interesse auch für Geologie und Mineralogie ließ ihn gesteinskundlich bedeutsame Orte besuchen, und so führte ihn der Weg auch in unser Heimatstädtchen, nach Schlaggenwald.

In der alten Heimat wußten wir nur, daß Goethe bei uns zu Besuch weilte und vom damaligen „Ochsenwirt" mit einer, wie er glaubte, überhöhten Rechnung für seine Zeche bedacht wurde.

Geschichtliche und persönliche Aufzeichnungen erhellen die Begebenheiten jener Tage.

Goethes Schreibweise von unserer Stadt lautete fast immer „Schlackenwald" oder „Schlackenwalde".

So notierte er am 23. Juli 1806 anläßlich seines vierten Aufenthaltes in Karlsbad in sein Tagebuch:

„Am Sprudel. Am Neubrunn. Gebadet. Bey Herrn von Struve¹), dessen Mineralien angesehen. Schönes Chromium, Siberit, Wernerit²). Kristalle vom Gotthard mit eingeschlossenem Amiant³). Stuffen⁴) gestrickten Silbers aus Potofi. Massen von Zinngraupen⁵), die sich nesterweis krystallisirt haben von Schlackenwalde. Mittags zu Hause ..."

Nach seinem fünften Besuch verfaßte Goethe im Jahre 1807 eine kleine Schrift „Sammlung zur Kenntnis der Gebirge von und um Karlsbad, angezeigt und erläutert von Goethe".

In den Jahren bis 1810 durchstreifte er immer wieder die Gegend um Karlsbad, besuchte mehrmals Elbogen⁶) und Engelhaus, befaßte sich weiter intensiv mit Gesteinskunde und sammelte selbst stattliche Mengen an erlesenen Funden. Für diese Periode fehlen in seinen Schriften unmittelbare Hinweise auf Schlaggenwald. Dafür brachte das folgende Jahr 1811 bei der achten Badereise Goethe in Schlaggenwald ein besonderes Erlebnis.

In seinem Tagebuch heißt es dazu am 21. Juli:

„Früh gegen sechs Uhr ausgefahren, nach Schlackenwalde. Die Werke⁷) besehen. Im rothen Ochsen zu Mittag. Händel mit dem Wirth wegen übertriebener Forderung." Tags darauf schrieb er in sein Notizbuch: „Promemoria⁸) wegen des Wirths in Schlackenwalde und Vorschlag an den Kreishauptmann ..."

Nun wird es jeden interessieren, wie dieser „Händel" mit dem Wirt vor sich gegangen war. Der Sachverhalt läßt sich aus dieser Eingabe ersehen.

„Ganz gehorsamstes Promemoria.

Gestern als am 21. dieses fuhr ich mit den Meinigen nach Schlackenwalde. Es waren unser vier, wir kehrten zum rothen Ochsen ein und genossen, nachdem wir die Werke besehen, ein Mittagessen, mit dessen Detail ich weder beschwerlich sein, noch dessen Werth allzusehr herabsetzen will.

Genug, man tath ihm sehr viel Ehre an, wenn man den Preis desselben dem der Picknicks auf dem Posthofe gleichstellen und die Person auf 9–10 Gulden anschlagen mochte. Der Wirth jedoch verlangte 66 Gulden und für den Kutscher 10 Gulden, zusammen also 76 Gulden.

Ich verweigerte die Zahlung und äußerte, daß ich diesen Vorfall des Herrn Kreishaupt-

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