Bedeutende Männer aus Schlaggenwald
In den Mauern der Bergstadt erblickte eine Reihe von hervorragenden Gelehrten das Licht der Welt, so
Caspar Bruschius, der eigentlich Kaspar Brusch hieß; geboren am 19.8.1518, besuchte er in Eger und Hof die Lateinschule, bezog 1536 die Universität in Tübingen, war Schüler Philipp Melanchthons in Wittenberg und durchwanderte wissensdurstig Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien auf der Suche nach immer neuen Erkenntnissen. Von Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Regensburg am 13. April 1541 zum „Poeta laureatus" gekrönt, wandte sich der Dichter auch kirchengeschichtlichen Dokumentationen, vor allem über Klöster, zu, verfaßte Reise- und Landschaftsbeschreibungen, u.a. über die vom Fichtelgebirge in alle vier Himmelsrichtungen ausgehenden Flüsse Eger, Naab, Main und Saale, und stellte den Zinnbergbau in seiner Heimatstadt in lateinischen Versen dar. In dieser Sprache schrieb er viele Gedichte und zahlreiche gelehrte Abhandlungen.
Am 20. November 1557 fand er auf dem Wege von Rothenburg o.d. Tauber nach Windsheim den Tod durch Mörderhand.
Caspar Bruschius zählt als Poet, Chronist, Historiker und Topograph zu den vielseitig gebildeten, großen Humanisten seiner Zeit;
Zacharias Theobaldus, geb. 1584, Sohn des Rektors der hiesigen Lateinschule, war protestantischer Theologe, schrieb die Geschichte der Hussitenkriege und lehrte als Professor für Mathematik an der Universität Altdorf b. Nürnberg; er starb im Jahre 1627;
Christoph Crinesius (aus dem Familiennamen „Grünes"), geboren 1584, besuchte die Lateinschule unserer Stadt, brachte es nach Studien in Jena und Wittenberg zum Lehrer für orientalische Sprachen, ging nach Bayern und erhielt in Altdorf eine Professur. Er gilt als erster Verfasser einer aramäischen Grammatik und eines Wörterbuches der syrischen Sprache. Außerdem stammen von ihm neben theologischen Schriften auch hebräische und sogar chaldäische Sprachbücher. Er starb am 22. August 1629 in Altdorf.
In Schlaggenwald lebten und wirkten außerdem namhafte Künstler und Gönner, von denen hier genannt seien:
Elias Dollhopf, geb. 1702, war ein berühmter Fresken- und Portraitmaler. Er schuf die Fresken in unserer Spitalkirche, ferner in Tepl, Pistau, Waldsassen und anderen Orten. Er war Bürgermeister in Schlaggenwald und starb dort im Jahre 1773;
Cölestin Werner, geb. 1735, letzter Abt des Klosters Plaß, schenkte der St. Georgskirche die herrliche Kreuzigungsgruppe und acht große Ölgemälde des bekannten Malers P.J. Brandl. Sieben von ihnen befanden sich in einer Bildergalerie in Prag, eines wurde zuletzt im Stadtmuseum aufbewahrt;
Anton Hölperl, geboren am 7.6.1820, galt als ausgezeichneter Portraitmaler, arbeitete mit Porzellan und schuf Genre- und Kreuzwegbilder. Er lebte als Kunstmaler auch in Karlsbad und Prag, wo er am 7.9.1888 starb.
Weitere nennenswerte, verdienstvolle Bürger aus Schlaggenwald und mit ihm verbundene Persönlichkeiten von Rang und Namen sind im „Egerländer Biographischen Lexikon", Band 1 und 2, Verfasser: Dr. Josef Weinmann, Druckhaus Verlagsges. m.b.H., 8580 Bayreuth, aufgeführt.
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