Gedichte
Mein Heimatland
Mein Heimatland, das ist das schöne Böhmen,
wo meine Wiege stand im Egerland.
Das Land, so gottbegnadet mit viel' Schönen,
in dem so mancher Kranke Heilung fand.
Dort fließt der Quell für Herz und müde Glieder,
dort trägt viel Reichtum noch der Erde Schoß.
Und ging der Heimatsohn, er kehrte wieder,
denn seine Heimattreu war tief und groß
zu dieser Landschaft gottgeweihter Erde –
sie war ihm Inbegriff von „Stirb und Werde".
Da kam die Stunde voll Haß und Gier,
er war von Herd und Haus und Hof vertrieben,
wobei nach ihm, wie nach dem armen Tier,
Hussitenenkel wie die Wilden hieben.
Das Vatererbe mußten wir verlassen,
das Ahnenerbe blieb ungeschmückt zurück.
Wir konnten es, wir können es nicht fassen!
Der Herr sei gnädig unserem Geschick!
Mög' man mich schelten oder sonstwie heißen,
und reißt vom Leibe man mir Haar und Hand,
man kann mir doch nicht aus dem Leibe reißen
mein schönes, dorngekröntes Egerland.
Otto Zerlik
Mein Egerland
Ich möchte, wenn mein Leben niederbrennt
und meine Seele sich vom Dasein trennt,
noch einmal sagen in der letzten Nacht,
wie Du, mein Egerland, mich reich gemacht!
Von Kindheit an gabst Du nur Schönes mir.
Mit ganzer Liebe wuchs ich, Land, zu Dir.
Und kehrte ich aufs neu in's Leben ein,
so möcht' ich wiederum Dein Kind nur sein!
Und wieder möcht' durch Blumen, Blut und Leid
ich Dir gehören bis zur Ewigkeit!
Margarete Pschorn
Erinnerung
Bin viele Wege gegangen, hab' manches Land geseh'n,
wo üppige Gärten prangen und linde Lüfte weh'n.
Wo rote Rosen blühen in stiller Sommernacht,
die Sterne heller glühen in zauberhafter Pracht.
Doch keines kann sich messen mit meiner Jugend Land,
das Glück, das ich besessen, kein bess'res je ich fand.
A. Tischer
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