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wandte sich Friedrich Hölzel mit der Stadtvertretung an den Unterrichtsminister in Prag. Dieser genehmigte die Bürgerschule; allerdings mit der Auflage einer städtischen Subvention von jährlich 1600 Gulden und der Verpflichtung, daß die Stadt auch für die „sachlichen Bedürfnisse" aufzukommen habe.
Die Stadt übernahm die bedrückenden Bedingungen. Am 5. Oktober 1873 wurde die Knabenbürgerschule im Alten Schulhaus eingeweiht. Im ersten Schuljahr waren es 38, bald darauf schon 125 Schüler.
An der Bürgerschule unterrichteten gut ausgebildete Fachlehrer, die nach der Ablegung der Prüfung für das Lehramt an Volksschulen noch eine Prüfung für bestimmte Fächergruppen, wie Deutsch-Heimatkunde, Geschichte-Erdkunde, Rechnen und Geometrie, ablegen mußten.
In den ersten Jahren der Bürgerschule wirkten als Direktor Johann Anton Riedl und Johann Nagel; als Bürgerschullehrer Anton Böhm, Wenzel Schuster und Willibald Kraus, der spätere Schulinspektor. „Unterlehrer" waren Anton Kämpf und (der Schriftsteller und Heimatforscher) Johann Hahn, der später Direktor an der Mädchenschule wurde. Als Katecheten lehrten 1882 P. Martin Jordan und 1885 P. Wenzl Manlik.
Die Schule erfuhr von den Bürgern tatkräftige Unterstützung. Neben der von Friedrich Hölzel gegründeten Kaiser-Joseph-Stiftung unterstützten sie die Gubkasche-Schulstiftung, die für die Kleidung und das Schuhwerk armer Schüler sorgte, die Möhling-Stiftung und die Wasserbaugenossenschaft, die armen Bürgerschülern halfen. So konnten alle unbemittelten Schüler den Unterricht umsonst besuchen und die übrigen gegen eine geringe Abnützungsgebühr mit Schulbüchern versorgt werden.
Im Jahre 1879 war die Existenz der Bürgerschule ernstlich bedroht. Da außer Schlaggenwald keine andere Schulgemeinde in Böhmen ihre Bürgerschule subventionieren mußte, weigerte sich die Stadtgemeinde, allein jährlich 1600 Gulden Subvention zu zahlen. Daraufhin beschloß der Falkenauer Bezirksschulrat unter dem Vorsitz von k.k. Bezirkshauptmann Hackler, die Schlaggenwalder Bürgerschule aufzulassen. Der Landesschulbeirat ging aber auf diesen Vorschlag nicht ein. So blieb der Stadt die Bürgerschule erhalten.
Friedrich Hölzel blieb weiterhin ihr Förderer. Im November 1883 veranlaßte er die Stadtgemeinde, die bestehende Knabenbürgerschule in eine Doppelbürgerschule für Knaben und Mädchen zu erweitern und für entsprechende Unterbringung zu sorgen. Friedrich Hölzel konnte die Verwirklichung seines Antrags nicht mehr erleben. Er starb am 20. Dezember 1883. An seinem Sterbebett fand man die Entwürfe der Gesuche und Referate zur Erweiterung der Bürgerschule.
Um die Doppelbürgerschule einrichten zu können, mußte ein zweites Schulhaus gebaut werden. Die Knabenbürgerschule, die von 1873 bis 1887 im Alten Schulhaus untergebracht war, sollte nun mit der Knabenvolksschule in ein neues Schulhaus einziehen. Das ergab Platz für die neue Mädchenbürgerschule, die mit der Mädchenvolksschule das Mädchenschulhaus belegen konnte.
Zur Durchführung dieser Maßnahme errichtete die Stadt im Jahre 1887 das zweistöckige Knabenschulgebäude oberhalb des Zehentplatzes an der Stelle des ehemaligen Amthauses, dem früheren Berg- und Forstamthaus. Es enthielt sieben Klassenzimmer, einen Zeichensaal, ein Lehrmittelzimmer, eine Direktionskanzlei, eine Direktor- und eine Schuldienerwohnung. Der Direktor der Knabenbürgerschule war anfangs auch für die Mädchenbürgerschule zuständig, an der stellvertretend eine Direktrice die Leitung übernahm.
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