Die flachgewölbte Decke blieb. Sie wurde mit Zieraten aus der Zeit Kaiser Karls IV. (1346–1378) im Rokokostil geschmückt.
Das Innere der Kirche ließ der Stadtrichter Johann Steinmüller vom Freskomaler Elias Dollhopf ausgestalten. Dieser, im Jahre 1702 in Tachau geboren, war auch Bürgermeister. Das von ihm gemalte Bild der „Maria vom guten Rat" bereicherte das Stadtmuseum.
Die Decke des Kirchenschiffes zeigt ein großangelegtes Bild, das die Erwählung Mariens als Mutter Gottes darstellt. Predigtstuhl und Hochaltar wurden vom Feuer verschont und blieben in der alten Form erhalten. Die senkrechte Platte des Hochaltartisches zeigt ein wertvolles Altegeländer Bild auf Holz. Auf dem Seitenaltar steht eine Muttergottes aus Holz, die aus dem 14. Jh. stammen soll. Der Kirchturm erhielt zwei in Eger gegossene Glocken. Während des Ersten Weltkrieges verlor die Spitalkirche eine Glocke, die großen Zinnlüster und viele Leuchter. Als Ersatz erhielt sie die „Armesünderglocke".
Das nach dem Brand im Jahre 1713 errichtete Holzgebäude für das Bürgerspital wurde 1842 durch einen Neubau ersetzt. Es war ein feuerfestes, einstöckiges Gebäude mit einem Aufenthaltsraum, elf heizbaren Zimmern für die „Pfründner"*, einem Küchenzimmer und einer Wohnung für den Benefiziaten der Spitalkirche.
Später hat man dort arme Leute untergebracht und verköstigt; die anfallenden Kosten wurden aus dem Spitalfond gedeckt.
Für die Besoldung des Spitalgeistlichen stiftete am 25. August 1758 der Stadtrichter Sebastian Mays 250 Gulden und 10 Gulden Quartiergeld mit der Verpflichtung, täglich eine hl. Messe zu lesen. Außerdem übernahm er die Ausgaben für den Mesner, für Hostien, Lichter und die Wäsche.
1751 stiftete Christoph Mulz dem Spital 300 Gulden. Davon entfielen 100 Gulden für die Kleidung der Insassen, 100 für arme Schüler und 100 für Witwen und Waisen.
Am 12. März 1762 vermachte der „ehrenveste" Karl Wenzl im Testament dem Spitalfond 1280 Gulden für die 8 Pfründner und die 120 außerhalb untergebrachten Armen.
Wenn wir Vertriebene von der St. Annakirche sprechen, denken wir vor allem auch an den allseits beliebten Katecheten Rudolf Schmitt. Er unterrichtete viele Schulklassen im Fach Religion und hielt für die Bürger des „unteren" Schlaggenwald am Sonntag die 9-Uhr-Messe in seiner Kirche in der Neustadt.
Personelle Besetzung der Schlaggenwalder Kirchen, soweit sie aus den Kleruskatalogen der Prager Erzdiözese ersichtlich ist:
1826: Die Stadt Schlaggenwald mit den zur Pfarrei gehörenden Dörfern. Einwohner 5484. Dechant: Erzb. Notar Franz Pötschner – Kaplan: Wenzel Zumpe und Karl Scharnagl. Bei St. Anna: Josef Kluckhenne, Katechet;
1847: Einwohner 5484. Dechant: Karl Scharnagl – Kaplan: Franz Krebs und Josef Reiser. St. Anna: Josef Kluckhenne;
1865: Einwohner 6456. Dechant: Anton Walter – Kaplan: Ludwig Kaschka, 2. Kaplan: Josef Reiser. St. Anna: Anton Köferl;
1869: Einwohner 6253. Protestanten: Augsburger Bekennt. 30, helv. Bek. 6, Israeliten 10. Dechant: Ferdinand Doebler – Kaplan: Josef Kreisinger. St. Anna: Friedrich Gerhard, Deutschordenspriester – Katechet: Martin Jordan;
1883: Einwohner 6005. 4 Protestanten, 31 Israeliten;
1902: Einwohner 6358. 6 Altkatholiken, 43 Israeliten; Dechant: Emanuel Hoyer aus Schönbach bei Eger – Kaplan: Josef Sauer. St. Anna: Pfarrer Martin Benda – Katechet: Karl Kejklicek;
*Leute, welche Einkünfte beziehen, die mit einem kirchlichen Amt verbunden sind.
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