Sommerfrische bekannt machen und Besucher anlocken.
In der Sudetendeutschen Partei gewannen die Befürworter eines Anschlusses des Sudetenlandes an das Deutsche Reich die Oberhand. Die gemäßigten Kräfte um Henlein strebten noch im Jahre 1938 eine Autonomie des Gebietes an.
Bei den Gemeinderatswahlen im Mai 1938 entfielen im deutschen Sprachraum ca. 90% der abgegebenen Stimmen auf die SdP.
Im September fanden in zahlreichen Orten des deutschsprachigen Gebietes Kundgebungen statt. Am Kirchweihmontag zogen zahlreiche Einwohner mit Gesang durch die Stadt und forderten „die Heimkehr ins Reich". Die Regierung antwortete mit der Verhaftung von Bürgern (darunter auch drei aus unserer Stadt), Verhängung des Standrechtes, Verbot der SdP und Mobilisierung der Armee. Ein Teil der Wehrpflichtigen entzog sich der Einberufung durch Absetzen in das „Altreich". Sie schlossen sich dort militärähnlichen Verbänden (Freikorps) an. Ein anderer Teil versteckte sich im Wald oder in abgelegenen Gehöften. Einige folgten dem Einberufungsbefehl, da auf Fahnenflucht Tod durch Erschießen stand.
Die tschechische Regierung lehnte einen englischen Vermittlungsvorschlag zu einer kantonalen Selbstregierung des Sudetenlandes nach Schweizer Vorbild ab. Durch Vermittlung Mussolinis kam es am 29.9.1938 – nach mehreren Vorgesprächen – zur Münchner Konferenz zwischen Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. Das dabei erzielte Abkommen verhinderte das militärische Eingreifen Hitlers in den Konflikt, zwang jedoch die Tschechen u.a. zur Abtretung der deutschbesiedelten Randgebiete ihres Staates.
Ende September verließen die tschechischen Bürger unsere Stadt mit Sack und Pack mit der Bahn in Richtung Pilsen. Auch viele Deutsche begaben sich aus Furcht vor Kämpfen in das Landesinnere.
Nach dem Stufenplan des Münchner Abkommens erreichten am 4.10.1938 deutsche Wehrmachtsverbände auch unseren Ort. Sie wurden auf ihrem Weg und am Marktplatz von der Bevölkerung stürmisch begrüßt.
Schlaggenwald gehörte von 1938–1945 zum Deutschen Reich. Die 2.950 Einwohner der Stadt waren nun deutsche Staatsbürger geworden.
Die Spuren des alten Regimes waren rasch beseitigt, das tägliche Leben neu geordnet und die Verwaltung auf reichsdeutsche Verhältnisse umgestellt. Viele Männer und Frauen jedoch – darunter auch unbescholtene Bürger aus Schlaggenwald und Poschitzau – wurden aus politischen Gründen in Schutzhaft genommen und in Konzentrationslager gebracht. Die Politik des Deutschen Reiches richtete sich seit 1933 auch gegen die jüdischen Mitbürger (Rassengesetze, Berufsverbote, Diskriminierungen, Enteignungen usw.). In der Nacht vom 9./10.11.1938 ließ man zu, daß im „Volkszorn" ihre Häuser und Geschäfte geplündert und demoliert wurden. Auch in Schlaggenwald waren die beiden jüdischen Geschäfte Opfer dieser Aktion.
Auf wirtschaftlichem Gebiet verbesserte sich die Lage zusehends. Es gab praktisch keine Arbeitslosen mehr in der Stadt. Öffentliche Baumaßnahmen konnten in Angriff genommen werden, wie Neupflasterung des Alten Marktes und des Reststückes am Marktplatz, Kanalisierung der Oberen Gasse und der Trift usw. Im Jahre 1939 nahm man das Bergwerk wieder in Betrieb. Ab 1940 kamen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene zum Einsatz.
Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Nach und nach wurden fast alle Staaten Europas und viele Staaten Asiens sowie anderer Kontinente in die kriegerischen Auseinandersetzungen hineingezogen. Nahezu sechs Jahre mußten sich die Bürger den
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