17. September 1618 erfolgte Bestallung des Paul Sehling „zu einem Befehlshaber über 30 Soldaten" auf eine kriegerische Bereitschaft hin.
Am 25. Juli 1620 huldigten der Rat auf dem Rathaus und die Bürgerschaft auf dem Marktplatz zaghaft und widerwillig dem König von Böhmen, Friedrich V. von der Pfalz, genannt der „Winterkönig".
Aber bald zog sich das Verhängnis über der Stadt zusammen. Nach der Erneuerung des Katholischen Bundes am 8. Oktober 1619 durch Herzog Max von Baiern versagten die lutherischen Fürsten Sachsens und Hessens dem evangelischen Bündnis die Treue, weil sie das Vorgehen der Calvinisten ablehnten. So kam es am 8. November 1620 zur Schlacht auf dem Weißen Berge.
Als der „Winterkönig" geflohen war, folgte in Prag ein hartes Strafgericht mit der Unterwerfung des Landes.
Am 24. November 1620 ermahnten die in Prag versammelten Stände den Rat, „nicht im Aufstand zu verharren, sondern dem Kaiser anzuhängen". Der Rat sah die Nutzlosigkeit seines Widerstandes ein und unterwarf sich.
Am 15. Dezember traf der Statthalter Fürst Liechtenstein ein und nahm urkundlich Schlaggenwald und die Herrschaft Petschau in kaiserlichen Schutz. Jetzt befand sich die Bergstadt zwischen zwei Fronten. 1621 rückte Mansfeld mit protestantischen Truppen in die Gegend vor und drohte der Stadt mit Brandschatzung. Der Rat schickte eine Deputation der drei Ratsmitglieder Samuel Maiß, Christoph Heßler und Philipp Leiß nach Tepl entgegen. Sie baten, die Stadt zu schonen, da sie eine offene Stadt sei. Daraufhin soll Mansfeld selbst nach Schlaggenwald gekommen sein und von den für die Schonung geforderten 10.000 Gulden 3.000 erhalten haben.
Obwohl die katholische Lehre überall ihren Einzug hielt, beharrten die Bürger auf ihrem protestantischen Glauben.
Schlaggenwald besaß wegen des wichtigen Erzvorkommens Privilegien. Die tiefgläubigen evangelischen Bürger setzten den staatlichen Eingriffen Schlauheit und eiserne Widerstandskraft entgegen, weil sie für die Stadt Milde erwarteten. Aber schließlich mußten sie erkennen, daß die Zeit gegen sie arbeitete. Ein Teil der Bürger wanderte, seinem Glauben treu bleibend, aus, der andere bekehrte sich widerwillig zum Katholizismus.
Auch hierbei muß man die Ratsherren loben, die trotz heftiger Auseinandersetzungen in der Bevölkerung und dem Druck von oben immer wieder friedliche Wege für das Zusammenleben anstrebten und erreichten.
Im Jahre 1623 machten sich schon die Erfolge der Gegenreformation bemerkbar. In vielen Orten wurden die protestantischen Geistlichen ihrer Stellen enthoben, aus ihren Wohnungen verwiesen und die Kirchen für den protestantischen Gottesdienst gesperrt.
Nach fast 100 Jahren evangelischer Glaubensherrschaft, einer Zeit, in der Schlaggenwald eine wirtschaftliche Blüte erlebte, verließ im Jahre 1624 der letzte evangelische Pfarrer Paul Ratenstein mit den Diakonen Johann Dänger und Nikolaus Roth die Stadt.
Folgende bedeutende Priester und Ordensleute wurden in Schlaggenwald geboren:
Jesuiten: Christoph Barthl (1699-1759), verstorben in Leitmeritz;
Ernst Bruno (1642-1691), gestorben in Wartenberg/Schlesien;
Zisterzienser: Josef Steidl (1747-1825), Stift Ossegg, Pfarrer in Maria Ratschitz;
Cölestin Werner, geb. 1735, Stift Plaß, der sich um die Ausstattung der St. Georgskirche verdient gemacht hat;
Weltpriester: Josef Anton Werner (1775-1849), Domherr bei St. Veit in Prag.
(Siehe A. Podlahe: Seies propositorum, Prag 1912, Seite 309.)
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