Ein Kelch, Silber vergoldet, bis auf den ornamentiert getriebenen Nodus (Knoten) glatt und mit Blumenornamenten und Engelsköpfen ziseliert.
Der Kirchturm
Der 32 Meter hohe Kirchturm, hoch über der Stadt gelegen, bietet einen großartigen Anblick. Er stellt insofern eine Seltenheit dar, als er im Gegensatz zu den meisten anderen Kirchtürmen oben eine Wohnung besitzt. Um diese herum verläuft eine Galerie, auf welcher der Türmer ursprünglich jeden Tag um drei Uhr nachmittags die Sterbestunde Jesu Christi mit Glockenschlag und Trompetenblasen anzeigen mußte. Der Glockenstuhl wurde im Jahre 1539 eingebaut.
Da man die Grundmauern des Turmes auf porösem Schiefergestein errichtet hatte, mußte 1593 der baufällig gewordene Turm bis auf den Grund abgetragen werden. Zur Unterbringung der Glocken wurde bei der oberen Friedhofsmauer das Glockenhaus gebaut. Leider erkannten die Bauherren die Ursache im porösen Grund wieder nicht, so daß der Turm im Jahre 1785 erneuert und 1847 renoviert werden mußte. Unter dem Hauptsims wurden die große Uhr und im Glockenstuhl die vier großen Glocken mit dem tiefen, harmonischen Geläute angebracht.
Das Dechanteihaus
Es ist ein neben der Kirche und dem Friedhof gelegener sonniger, einstöckiger, von einem Garten umgebener Bau mit sieben Zimmern.
Im Jahre 1755 von Baumeister Johann Georg Pöpperl errichtet, löste es das in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. erbaute Stockwerkhaus ab. Den Eingang bildet ein mit barockem Nischenaufsatz geziertes Portal, das die architektonische Verbindung zwischen Dechanteihaus und Friedhofsmauer herstellt. Da landwirtschaftlicher Besitz vorhanden ist, gibt es im Hof Stallung, Scheune und Schupfen.
Die Seelsorge oblag einem Dechant mit einem Kaplan, den Dienst an den städtischen Schulen versah ein Katechet, der jeweils der St. Annakirche zugeteilt war. Im Jahre 1895 gehörten zur Dechantei die Dörfer Gfell mit 379, Leßnitz mit 183, Stirn mit 130, Poschitzau mit 380, Nallesgrün mit 310, Rabensgrün mit 260, Töppeles mit 260, Müllersgrün mit 146 und Schönwehr mit 250 Seelen. Außerdem gab es 10 Bürger evangelischen und 32 jüdischen Glaubens. Im Jahre 1896 legte Dechant Ferdinand Döbler eine Bücherei als Volksbibliothek an.
Die Reformation
Nach der öffentlichen Verbrennung der päpstlichen Bulle durch Martin Luther 1517 in Wittenberg verbreitete sich die neue Religion verhältnismäßig rasch über das Reich und bald auch über Böhmen. In Schlaggenwald schloß sich der wohlhabende und einflußreiche Edelmann Linhard Häßler dem tatkräftigen Burggrafen von Elbogen Sebastian Schlick, Graf von Passaun und Weißkirchen, einem Freund Martin Luthers, an.
Linhard Häßler stiftete im Jahre 1529 tausend Dukaten für die Einstellung eines evangelischen Predigers, dem jährlich 50 Dukaten zukommen sollten. So wurden Schlaggenwald, Schönfeld, Lauterbach und die umliegenden Dörfer protestantisch, was die zugewanderten Bergleute aus dem Reich ohnedies waren. Um 1530 huldigten die meisten Bürger schon dem neuen Glauben.
Im Jahre 1532 verließ der katholische Stadtpfarrer Paulus Koch die Stadt, und die Pfarrkirche wurde den Bürgern evangelischen Glaubens überlassen.
Der erste evangelische Pfarrer in St. Georg hieß Matthias Vischer. Da er in der Übergangszeit das Pfarrhaus nicht beziehen konnte, stellte ihm der Rat ein Haus zur
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