Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Domácí zvyky v koloběhu roku

Das heimatliche Brauchtum im Jahreskreis
- Dees wâr hâlt bei uns suã dã Brauch -

Die gute Sitte, wie sie sich im Laufe der Geschichte als kulturelle Leistung entwickelte und auf Anstand, Zucht und Ordnung gerichtet ist, erfordert von jedem einzelnen ein rechtschaffenes, in Normen festgelegtes moralisches Handeln und Verhalten, damit er in der Gesellschaft bestehen kann und ein gutes Zusammenleben in der Gemeinschaft ermöglicht wird.

Auch unsere Vorfahren lebten nach gewachsenen, von allen anerkannten sittlichen Maßregeln, die vornehmlich durch religiöse Erziehung und Anordnungen der Obrigkeit geprägt wurden. Verfehlungen ahndeten die Gerichte streng nach Recht und Gesetz, und bei schweren Verbrechen drohte dem Übeltäter sogar die Todesstrafe.

Neben der Beachtung von Vorschriften zur Erhaltung der zwischenmenschlichen Ordnung bestimmten von alters her vor allem Sitten und Bräuche das Leben der Menschen. „Alle Völker, ohne Ausnahme, werden mehr durch Sitten und Gebräuche als durch Gesetze und Gebote regiert. Je mehr ein Volk lebendige Sitten und Gebräuche hat, desto weniger bedarf es der Gesetze." (Ernst M. Arndt, 1769-1860).

Viele dieser festen Gewohnheiten stammen aus früher Zeit und weisen daher Elemente heidnischer Vorstellungen und Kulthandlungen auf, die erst nach und nach durch christliches Gedankengut beeinflußt und ersetzt wurden oder mit diesem verschmolzen. Denn die Welt von damals schien voll von bösen Mächten, die unsere Ahnen von sich, ihren Familien und auch vom Vieh abzuwehren suchten, während sie Schutz und Beistand der guten gegen drohende Gefahren zu gewinnen und zu erhalten trachteten. Den Elementargeistern brachten sie Opfer, nützten die Heilwirkung von Wasser und Kräutern und sprachen Segensformeln über kranke Tiere. Ungeachtet dieses Natur- und Aberglaubens nahmen unsere Vorfahren später das Christentum an, das ihnen die Furcht vor den unberechenbaren Naturkräften nahm. Nun suchten sie die Begegnung mit den „Himmlischen" und den helfenden Schutzpatronen in Kirchen und Kapellen und errichteten ihnen zum Gedenken oder aus Dankbarkeit für gewährte Hilfe Statuen und Wegkreuze. So kommt es nicht von ungefähr, daß Bräuche besonders lebendig geblieben sind, wenn sie vom Segen der Kirche getragen und von ihren Gebeten begleitet wurden (Erntesegen, Bittgänge, Wallfahrten usw.).

Neben den neuen Glaubensregeln übte die Lebensart zugewanderter Bergleute und Handwerker Einfluß auf die Gebräuche aus. Auch die mit Gefahren für Leib und Leben verbundene schwere Arbeit in der Tiefe der Schächte und Stollen wirkte auf Gemüt und Gewohnheiten ein.

Es wäre jedoch mühselig und zudem überflüssig, eine Zuordnung oder Sinndeutung der Handlungen zu heidnischen, christlichen oder weltlichen Vorstellungen vorzunehmen. Erzählen wir lieber, wie unser Heimatort und seine umliegenden Dorfgemeinschaften ihre „Feste" im Jahreskreis begingen.

Die Ausführungen beschränken sich vorwiegend auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Es entsprach der Wesensart der Menschen von Anfang an, daß sie ihr Leben an der Sehnsucht nach Licht, Wärme und dem Werden in der Natur ausrichteten.

So beginnen wir unseren Rückblick mit

Maria Lichtmeß (2. Feber). Vierzig Tage nach der Geburt Christi schließt dieser kirchliche Feiertag den weihnachtlichen Festkreis endgültig ab und bildet den Übergang zur Osterzeit.

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