Das kulturelle Leben in der Bergstadt
Einführung
Die kaiserlich und königlich freie Bergstadt Schlaggenwald kann auf eine fast achthundertjährige, wechselvolle Geschichte zurückblicken.
Wer über das kulturelle und religiöse Geschehen sowie die geistigen Strömungen in diesem Ort berichten will, kann tief in die Vergangenheit zurückgreifen und mit entsprechenden Belegen aufwarten. Das Pfarrgedächtnisbuch dient dabei sicherlich als willkommene Hilfe, läßt sich aber nicht als Urkunde verwenden, weil die dort enthaltenen Angaben nicht nachprüfbar sind.
Nach den bisherigen Erkenntnissen setzte die Entwicklung zur Stadt um 1300 n.Chr. ein. Die in dem großen Waldgebiet liegenden Siedlungen wuchsen durch das reiche Erzvorkommen rasch zu einer ansehnlichen Bergstadt heran. Aus den umliegenden Ländern kamen Bergleute und Handwerker mit ihrem Können, ihrem Glauben, ihren Gewohnheiten und Erwartungen und bildeten mit der einheimischen Bevölkerung eine dem Fortschritt zugewandte Stadtgemeinde.
Wie die mundartlichen Besonderheiten heute noch zeigen, haben sich Lebensart und Gebräuche der Bewohner durch die Jahrhunderte erhalten.
Bürgersinn und gemeinsame Interessen führten über die Bruder- und Gewerkschaften aus der Bergbauzeit zu einem beachtlichen Genossenschafts-, Vereins- und Kulturleben. Der stets umsichtig handelnde Stadtrat verstand es, die harten Auseinandersetzungen in den Religionskämpfen und ihre Folgen zu mildern. Nach dem Niedergang des ergiebigen Bergbaus gelang es, durch den Ausbau eines modernen Schulwesens und die Förderung wirtschaftlicher Bestrebungen auch ein reges geistiges Leben erblühen zu lassen, das durch die Auswirkungen der beiden Weltkriege Rückschlägen ausgesetzt war und erst durch die Vertreibung der Bürger im Jahre 1946 zum Erliegen kam.
In den folgenden Beiträgen sollen wieder Bilder aus der Heimat vermittelt werden, wie sie als Erinnerungen an die kulturelle und religiöse Entwicklung in den Herzen der Schlaggenwalder weiterleben.
[obr] Nepomuk-Brücke mit Pflughaus
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
