Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Fichten mit ihren flachen Wurzeln wurden an gefährdeten, offenen Stellen leicht vom Sturm umgeworfen. Große Wurzelscheiben ragten dann aus den kreuz- und querliegenden Stämmen auf. Die Holzhauer hatten es damit nicht leicht, und das Aufarbeiten war stets mit Gefahren verbunden.

Zu einer rechten Plage geriet auch das Schälen der Stämme zur Gewinnung von Lohrinde. In den Monaten des Frühsommers, bei schwülem, gewittrigem Wetter, mit harzverklebten Händen unter den Schwärmen lästiger Fliegen und Bremsen harte Waldarbeit zu verrichten, erforderte festes Zupacken und kostete viel Schweiß.

Hatte der Bestand einmal ein Alter erreicht, in dem ein nennenswerter Zuwachs nicht mehr zu erwarten war, wurde er „abgetrieben" (abgeholzt). In unserer Gemeinde sah der Wirtschaftsplan dafür 80 Jahre vor; je nach Bodenqualität gab es Abweichungen auf 70, 90 oder 100 Jahre.

Der Hochwald, von dem auch wir, wie A. Stifter schrieb, „ein Bild im Herzen tragen, seit der Zeit, als es uns gegönnt war, dort zu wandeln...", prägte dauerhaft unsere Vorstellung vom Wald. Alle späteren Wälder, die wir erlebten, wurden immer mit ihm verglichen. W. Pleyer drückt das ähnlich aus: „... und sagst du 'Baum', weitwo in fremdem Lande, so ist's ein Baum auf deiner Kindheit Erde ..."

Unser Hochwald, den wir „sein Lebtag" nicht anders kannten, fiel eines Tages Hacke und Säge zum Opfer. Bei uns standen 800–1000 Festmeter jährlich als Holzernte an. Bald lagen die Stämme entastet und geschält am Boden und warteten auf den Abtransport in die Sägewerke. Frauen trugen die Fichtenäste mit dem Buckelkorb heim, Kuhgespanne mit Hudel- und Leiterwagen holten Brennholz und Reisig. Hackspäne und trockene Rinde schaffte man im Handwagen nach Hause. Zuletzt gingen Männer noch mit Hacke, Haue und Schaufel an die Wurzelstöcke im Boden. Es wird berichtet, daß in den Jahren 1940/41 auch Waldarbeiter Stöcke gruben (rodeten), die als gutes Brennholz zum Verkauf kamen. Auf dem Kahlschlag beim Wolfshof ging man mit dem Dreifuß vor (Gestell zum Anbringen eines Flaschenzuges). Erfahrene Leute bohrten Löcher mit einem Durchmesser von etwa 3 cm in die Stöcke, sprengten sie mit Schwarzpulver und schichteten die Wurzelstöcke zu Raummetern auf.

Leer und wirr sah es am Holzschlag – „am Hau" – aus. Doch im Jahr darauf entfaltete sich schon neues Leben. Unkrautsamen aller Art fanden Luft und Licht zu zeigen, was in ihnen steckt, was Wind und Vögel herbeizuschaffen vermochten: Kratzdisteln, Weidenröschen, Kreuz- und Habichtskraut, Sauerampfer, Hundsrosen, schwarzer Holunder, Vogelbeeren und fuchsrote „Schmällä" (Waldschmiele) entfalteten auf ihre Weise eine neue Pracht. Um den Wald dauerhaft zu erhalten, mußte nach der Rodung wieder Hand angelegt werden. Der Wirtschaftsplan verlangte, spätestens in zwei Jahren den Kahlschlag neu anzupflanzen. In den großen Fichtenbeständen kam der Kiefer weniger Bedeutung zu. Ihr blieben trockene, sandige Südhänge vorbehalten; bevorzugt stand sie in kleineren Bauernwäldern. Der Kiefernwald, hell und licht, war der Heidelbeer- und Preiselbeerwald. Geschätzt waren die harzreichen, starken Kiefernäste als gutes Brennholz; die Stämme, der Länge nach durchgebohrt, ergaben Rohre für unsere Wasserleitung. Lärchen gab es nur wenige; man hatte sie vereinzelt in die Pflanzungen mit eingebracht, um den damals schon deutlich auftretenden Schäden durch den Anbau derselben Baumart auf großen Flächen in gleichartigen Reinbeständen (Monokulturen) zu begegnen. Im Kohlinger Steig stand eine schöne Pflanzung 20–30jähriger Lärchen. Die Anpflanzung der Weymouthskiefern an der Straße in der Nähe des Elbogener Forsthauses dürfte versuchsweise aus denselben Überlegungen erfolgt sein. Tannen gab es ebenfalls nur in geringer Zahl; sie hatten keine wirtschaftliche Bedeutung.

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