Im Wohnhaus reichte der Raum nur für Heu, Grummet und Getreide; das Stroh war auswärts untergebracht. Am Rande und außerhalb der Stadt standen viele „Stodl" (Stadel, Scheunen), die oft mehreren Teilhabern gehörten. Josef und Anton Ubl hatten ihren Stodl am Ortseingang vor der Neustadt. Andere befanden sich bei der Spitalkirche, am Gänsdörfl, an der Neuen Straße, am Alten Markt, Töppeleser Weg, Glockenberg, in der Seifertsgrün, auf der Donnā, an der Bahnhofstraße und in der Oberen Trift. Das zum Füttern und Einstreuen benötigte Stroh mußte nach Bedarf von dort geholt werden. Der Ubl Pepp schob seinen Karren mit Stroh über den Unteren Graben heim. Im Winter wurde die gleiche Menge auf einem mit Brettern belegten Schlitten gezogen.
Das Wasser war in Eimern und „Kånnln" vom nächsten „Räihākåstn" (Röhrenkasten) - hier beim Dietrich - zu holen, eine mühsame Arbeit, die, besonders in den Sommermonaten mit größerem Bedarf, viel Zeit beanspruchte. Für das Vieh schöpfte man das Wasser ein, zum Trinken und Kochen durfte nur „ei(n)glåuāns Wåssā", also direkt aus dem Zulaufrohr, verwendet werden. Die wiederholten Gänge boten natürlich auch Gelegenheiten zu Begegnungen und zum Gespräch.
„Wöi dā Herr, suā 's Gscherr" oder „ā gscheits Werkzeich is d'hålwā Arwāt", konnte man oft hören. Wie sah es aber damit aus? Was war vorhanden? Die Bauern auf den umliegenden Dörfern, im fruchtbareren Teil des Egerlandes oder noch weiter weg auf den Höfen des Luditzer und Saazer Landes, also „im Lånd drin", verfügten längst über Mähmaschinen, Heuwender, Heurechen, Getreidebinder, Kartoffelroder, Sämaschinen, Vielfachgeräte, Traktoren und Dampfpflüge. Die Ausstattung der Schlaggenwalder Landwirte fiel demgegenüber eher dürftig, ja rückständig aus. Im Haus hingen 6 Holzrechen, 2 Sensen, 2 „Wachler" (leinenbespannter Holzrahmen über dem Sensenblatt für die Getreideernte); im Stall lehnten 2 Mistgabeln, 1 „Mistkraal"; mehrere Kraut- und dreizinkige Kartoffelhauen lagen über dem Rübenkeller. Ein Graskarren (Schubkarren mit Sprossen) stand im Vorhaus, zwei lange Heugabeln waren vorrätig, zwei Schaufeln für Sand und Kohlen. Stroh zum Einstreuen wurde mit einem ausgedienten Sensenblatt geschnitten. Es gab eine „Duāschnrumpl" zum Schnitzeln der Rüben, eine Holmmaschine für Zweimannbedienung, einen Schleifstein für Handbetrieb, dann zwei Dengelstöcke, Wetzsteine und Wetzkumpf aus Kuhhorn. Vorhanden waren ferner geflochtene Buckelkörbe, „Eädepplzistārā" (runde Kartoffelkörbe), zwei komplette Geschirre für die Zugkühe: Halskuppeln, Deichselketten, Halfter, Zügel, Rückzeug mit Schwanzriemen, Maulkörbe, Kuhketten, Ritschāt u Wåuch" (Ortscheit, Zugscheit-Deichselwaage) und Kälberstricke. Zur Bodenbearbeitung diente ein Wender (Wendepflug), ein Häufelpflug, eine zweiteilige Holzegge mit eisernen Zähnen und eine zweiteilige eiserne Egge.
Der Pflug bestand aus einem „Pflougsgriāt" (Pfluggerät) mit Steckvorrichtung zur Breiteneinstellung und zur Höhenverstellung mit dem Einhängering in das hölzerne „Grindel" (Pflugbaum). Die Räder waren aus Holz gefertigt und mit eisernen Reifen versehen. Der Pflugkörper mit Schar und Streichblech, als Unterwender gebaut, war sicher Fabriksarbeit; Wagner und Schmied fügten ihre Teile zum vollständigen Ganzen. Der Häufelpflug zum Kartoffelausstreichen war von einfacherer Bauart: „Pflougsgriāt", wie beschrieben, Holzgrindel, zwei Streichbretter, mit Eisen beschlagen, nach außen verstellbar und mit einer dreieckig-gewölbten, beiderseits schneidenden Schar.
Der Ackerwagen, ebenfalls mit Holzrädern und eisernen Reifen, ließ sich von einem „Hudlwoogn" (Kastenwagen) auf einen solchen mit Leitern umrüsten. Dazu setzte man zwischen Vorder- und Hinterrädern eine längere Verbindungsstange, die „Långwied", ein. An Stelle der geschlossenen Seitenteile kamen lange, im mittleren Teil seitlich offene Leitern zum Einsatz. Ergänzend zu dieser Ausrüstung gehörten noch Wiesbaum und Seil
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