Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Pivovarnictví – z historie Horní pivovaru

Zum Besitz der Brauerei zählten auch noch einige Wiesen und Felder in der Umgebung des Hochgerichts und beim Schödlhof. Die „Kirchnerwiesen" und „Bräuhausacker" lieferten Heu und Hafer für die Zugpferde.

Und nun zum Bier selbst: Ein jährlicher Ausstoß von etwa 6.000 hl bestätigt, daß die Biere der Bergbrauerei in den dreißiger Jahren regen Zuspruch fanden. Gebraut wurden Schank-, Lager- und Malzbier; vor dem Kriege zur Faschings- und Fastenzeit auch ein starkes dunkles Bier, zusammen ein stattliches Angebot für jeden Geschmack. Das Bier lagerte in großen, mannshohen Holzfässern.

Den Transport in Fässern zu 12,5, 25, 50 und 100 Litern zu den Gasthäusern im Ort und in der Umgebung führten Pferdefuhrwerke aus; im Winter kamen auch Schlitten zum Einsatz. Für weitere Strecken und größere Liefermengen stand ein Lkw zur Verfügung.

Bier in Flaschen mit Schnappverschluß für den Kleinverkauf zu 1/2 und 1 Liter wurde nicht nur in der Brauerei abgefüllt. Einige Gaststätten pflegten dies selbst zu tun.

Nicht unerwähnt bleiben darf der Bierausschank in der brauereieigenen Wirtsstube „Schalander". Auch das Ausschänken von Gerstensaft „über die Gasse" war durchaus üblich. So ließen sich die Väter zur abendlichen Stunde Bier in Krügen oder „Pleschn" (Blechkannen) nach Hause bringen, wobei sich manche kleine Naschkatze durch einen „Faamschnurrä" (Schnurrbart aus Schaum) selbst verriet. Als Familiengetränk wählte man mit Vorliebe „schwarzes Bier", d.h. Malzbier.

Die Bierpreise aus damaliger Zeit sind nicht mehr bekannt. Zuletzt dürfte ein halber Liter dunkles Bier etwa 14, helles rund 19 Reichspfennige gekostet haben.

Die Bergbrauerei Schlaggenwald gibt es heute nicht mehr. Nach der Enteignung im Jahre 1945 brachten des Brauens unkundiges Personal, mangelnde Rohstoffe und fehlendes Brauwasser die Bierherstellung 1948 zum Erliegen. Die Gebäude wurden 1955 abgerissen. Schuttreste, vom Unkraut überwuchert, „zieren" heute die Stelle, an der einmal unser Braugewerbe blühte. Der heimatliche Bierquell ist versiegt. Die Geschichte der Bergbrauerei aber wird stets mit der unserer Heimatstadt verbunden und die eingangs erwähnte Mahnung unvergessen bleiben.

Anmerkungen:
1) Ohmgeld — Abgabe je Ohm (altes Hohlmaß für Bier und Wein, entspricht etwa 150–160 Liter),
2) aushökeln — ausgären,
3) Georgentag — St. Georgstag (23. April),
4) Strich — altes Getreidemaß, entspricht etwa 93,6 Liter,
5) Bierpfützer — Schöpfer, Umfüller,
6) Kufe — Hohlmaß für Bier, entspricht 637,6 Liter,
7) fl. — Florin, französisches Wort für Gulden,
8) Gubernium — landesfürstliche Verwaltungsbehörde der österreichischen Kronländer von 1763 bis 1848.

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