Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Pivovarnictví – z historie Horní pivovaru

Braustätte bis 1880 nach den neuesten Erkenntnissen umbauen und ab 1878 auch die von alters her schon mächtigen Keller im Glockenberg auf 140 m Länge und 4 m Höhe erweitern. Sechs Bergleute arbeiteten daran zwei Jahre lang.

Mit der Heirat seiner Tochter Anna mit Braumeister Ernst Kirchner aus Thüringen gingen Besitz und Führung der Brauerei auf diesen Familiennamen über. Im Jahre 1940 übergab Ernst Kirchner sen. die Brauerei an seinen Sohn Ernst. Dieser, Braumeister wie sein Vater, wurde gleich zum Kriegsdienst eingezogen und kehrte nicht mehr zurück. Die Brauerei führte dann bis zur Vertreibung seine Frau Brunhilde, geborene Gröschl.

In dieser Zeit beschäftigte die Brauerei acht bis neun Leute, darunter die langjährigen Mitarbeiter Anton Rauscher, Brauführer, und die Braugesellen Anton Stober und Josef Müller. Ein Chauffeur und zwei Kutscher waren für die Bierauslieferung und andere Transportarbeiten zuständig. Ein Buchhalter und ein ständig mitarbeitendes Familienmitglied erledigten die Büroarbeiten.

Schlaggenwald besaß in früheren Zeiten zwei Brauhäuser. Das eine, wahrscheinlich ältere, befand sich in der Leßnitzgasse, der einstigen Trötscherwiese und zweitältesten Ansiedlung. Genauer Standort und Betriebsdauer sind nicht bekannt. Gebäude mit Merkmalen einer Brauerei ließen sich in der Leßnitzgasse der jüngeren Zeit nicht erkennen. Das andere, jüngere Brauhaus hingegen war allen gut bekannt. Unweit der einzigen Stelle im Ort gelegen, an der die Hauptstraße den Flutbach überquert, hatte die Brauerei eine zentrale Lage. In östlicher Richtung schmiegte sie sich an die abgeflachte Flanke des Glockenberges, westlich trennte die Hauptstraße das Betriebsgebäude vom rechten Flutbachufer.

Die notwendige Nähe fließenden Wassers und die Möglichkeit, Kellergewölbe in den Schoß des Berges zu treiben, wußten schon die ersten Erbauer richtig einzuschätzen.

Am Brauhaus nahm auch die Bräuhausgasse, ein alter, bergwärts in Richtung Kirche führender Straßenzug, ihren Anfang.

Das zweigeschossige Brauereigebäude bot einen recht eindrucksvollen Anblick. Die ungewöhnliche Stärke des fast im Quadrat angeordneten Mauerwerks glaubte man schon von außen zu erkennen, und die etwas klein gehaltenen, der Hauptstraße zugewandten Fenster ließen den Betrachter eher ein Bollwerk denn ein Brauhaus vermuten. Das Gebäude trug ein wuchtiges, ziegelgedecktes Krüppelwalmdach, und der 80 Fuß hohe Schornstein war schon von weitem zu sehen.

Die zur Hauptstraße weisende, abgeflachte Gebäudeecke zierte die Aufschrift „Bergbrauerei Schlaggenwald".

Im Obergeschoß befanden sich Brauereianlagen, wie Darre, Maischbottich, Sudhaus mit Brau- und Würzpfanne und das Kühlschiff, im Untergeschoß waren Weichstock, Malztenne und das zum Säubern und Abfüllen von Fässern und Flaschen dienende Waschhaus untergebracht, von dem aus man auch die aus dem Felsen gebrochenen Gär-, Lager- und Eiskeller erreichte. Ein großes, hölzernes Tor verschloß den Haupteingang in diese Kelleranlage in der Bräuhausgasse gegenüber dem ehemaligen Neuwirtshaus. Eine Kesselheizung erzeugte die notwendige Wärme, elektrische Energie trieb die Maschinen an.

Die zum Bierbrauen erforderlichen Rohstoffe, wie Gerste, Hopfen und Wasser sind uns geläufig. Auf die Beschreibung des Brauvorgangs im einzelnen wird verzichtet. Ob ein Reinheitsgebot streng einzuhalten war, ist nicht bekannt. Lediglich ein Abfallprodukt, die Treber, verdient Erwähnung. Sie galt als begehrtes Viehfutter. Bauern mit „Hudl"-Wagen (Kastenaufsatz) und Kleintierhalter standen mit Eimern, Buckelkörben und Schubkarren jedesmal Schlange, wenn die Schneckenwalze im Ausstoßrohr den noch dampfenden,

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