Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Staré cínařské řemeslo

Das alte Zinngewerbe
Zinngewinnung und Zinnverarbeitung

Nach sehr alten Berichten wurde Zinn außer im südlichen und nördlichen Erzgebirge und dem nahen Kaiserwald sowie im Fichtelgebirge nur noch in England gewonnen. Es spielte schon in frühester Zeit eine große Rolle als Legierungsmetall, z.B. für Bronze (später als Rostschutz in Gestalt von Weißblech und als Gebrauchsmetall für Gegenstände des gewöhnlichen und des gehobenen Bedarfs).

Auch in Schlaggenwald ist der Bergbau, und zwar auf Silber, Zinn und Kupfer, schon sehr früh betrieben worden. Historiker weisen nach, daß bereits die Kelten im Kaiserwald nach Zinn geschürft haben. Sie gewannen es durch Waschen aus dem Sand der Bäche. Markomannen und Langobarden machten es ihnen nach. (Siehe Beitrag „Erzbergbau".)

Von besonderer Bedeutung und Ergiebigkeit des im Egerland¹⁾ geförderten Zinns war das Vorkommen im Raume Schlaggenwald/Schönfeld. Caspar Bruschius berichtete zu seinen Lebzeiten (er starb 1557), daß Zinngruben vor 370 Jahren, also im 12. Jh., auf Grund damaliger Überlieferungen und alter Zeichen des Zinnbergbaus mit „viel Schurpf und Pingen" an diesem Ort bestanden haben. Hier entwickelte sich auch das Zinngießerhandwerk unserer Heimat zur höchsten Blüte. Unser Zinn war rein und hell und durch den hohen Silbergehalt besonders geschätzt; es wurde gerne gekauft, da durch den Silbergehalt der Glanz der fertigen Produkte lange Zeit anhielt. Zur damaligen Zeit verstand man noch nicht, das Silber vom Zinn zu scheiden.

Doch konnte auch das im gleichen Revier gewonnene Kupfer in der Lage sein, die Zinnqualität zu heben. Einige von den „steigenden Gängen" waren außer zinn- auch kupferhaltig, „was wohl die Ursache ist, daß das Schlaggenwalder Zinn eine besondere Gattung ausmacht".

Der erste schriftliche Beleg über den Zinnbergbau im Kaiserwald findet sich in einer Urkunde vom 13. Juli 1355 der Brüder Borko und Schlacco von Riesenburg für den Markt Schönfeld, in der u.a. das Gericht, die Verwaltung der Zinnseifen und -gruben, die Zinnwaage und der Bergzehnt erwähnt werden. Dies beweist die schon entwickelte Form eines Bergwerksbetriebes und das Bestreben einer rechtlichen Absicherung. Als Heinrich IV. von Plauen 1495 Petschau und die drei Bergstädte Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach an die Herren Pflug von Rabenstein abtrat, förderte Hans Pflug tatkräftig die Gewinnung und Aufbereitung der Zinnerze.

Die Verarbeitung erforderte große Wassermengen, die er durch Anlegen umfangreicher Kanäle und Wasserspeicher den Werken zuführen ließ. Da ein verstärkter Abbau der Erze und deren Verarbeitung größere Mittel erforderten, ermutigte er in- wie ausländisches Kapital zur Investition. Neben Augsburg hatte in dieser Hinsicht Nürnberg eine führende Stellung inne. Hans Pflug schuf klare Verhältnisse. Schon 1507 erließ er eine Bergordnung für den Silberbergbau. Bereits 1509 wurde der Gesellschaftsstollen begonnen, um die Silberadern zwischen dem Huberstock und Schlaggenwald anfahren zu können. Ebenso gab Hans Pflug 1509 eine Bergordnung für den Zinnbergbau heraus. Diese Berggesetze wurden mehrfach erneuert und erweitert, dann 1548 in einer Zinnbergordnung König Ferdinands I. neu gefaßt. Sie standen in gewissem wechselseitigem Zusammenhang mit denen der erzgebirgischen und anderer Reviere. Erwähnenswert ist, daß die Bergordnungen neben Festsetzung der Arbeitszeiten auch schon moderne Sozialleistungen,

¹⁾ Das Egerland umfaßte um das Jahr 1077 das gesamte Fichtelgebirge bis zum Redenzgau und das Stiftsland Waldsassen sowie das Egerland in den ungefähren Grenzen der späteren Bezirke Eger und Elbogen einschl. Tepl und Lichtenstadt (i. Erzgeb.).

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