Die Einwohnerzahl betrug im Revolutionsjahr 1848 noch 4000. Als der zuletzt staatlich betriebene Bergbau zum Stillstand kam, zählte man nur noch 3.000 Einwohner. Aber die hochgiebeligen Pflughäuser mit ihren in Stein gefaßten und verzierten Haustoren, die altertümlichen Steinbrunnen, Gedenksäulen sowie Statuen und die reich ausgestatteten Kirchen und Kapellen erinnerten noch an jene, etwa 300 Jahre während blühende Zeit, in der Schlaggenwald zur mächtigen und wohlhabenden Zinnmetropole Westböhmens herangewachsen war.
Von den Gewerben brachten es einige zu beachtlicher Größe und blieben bis zur Vertreibung erhalten. Dazu gehörten die aus einer Lohgerberei hervorgegangene Lederfabrik und von ursprünglich zwei Brauereien die Bergbrauerei. Eine Spinnerei beschäftigte im 19. Jh. zahlreiche Leute, und einige Seifensieder waren bis um die Jahrhundertwende tätig. Als einzige und letzte Zinngießerei blieb die von Hanika bis zum Jahre 1946 in Betrieb.
Ein gütiges Geschick schenkte Schlaggenwald vor dem völligen Erliegen des Bergbaus eine neue Industrie, die der Bevölkerung wieder Verdienstmöglichkeiten bot und den Namen der Stadt abermals in alle Welt trug. Wieder waren die vorhandenen Naturschätze die Grundlage und Voraussetzung für einen neuen Auftrieb, der dann das Geheimnis um die Herstellung von Porzellan lüftete. Reiche Vorkommen des Feldspats, des wertvollen Kaolins und der zum Brennprozeß unentbehrlichen Kohle aus den Senken des Falkenauer Tertiärs und der Chodauer Ebene ermöglichten die Erzeugung von hochwertigem Porzellan in größerem Ausmaß. Neben den Fabriken in Schlaggenwald entstanden im übrigen Egerland eine Reihe anderer, kleinerer Betriebe, z.B. in Grünlas, Kaltenhof, Chodau, Töppeles, im Zechtal und in Schönfeld.
Die Porzellanfabrik Haas & Cžjžek in Schlaggenwald
Die Anfangserfolge Haberditzels, der in Rabensgrün eine Porzellanerzeugung mit Erfolg begann, haben einen Schlaggenwalder Zeitgenossen auf den Gedanken gebracht, ebenfalls mit der Herstellung von Porzellan und Steingut zu beginnen. Dieser vorausschauende Mann war der Kaunitz'sche Bergmeister Johann Georg Paulus (Fürst Kaunitz, Herrschaftsgebiet um Gabhorn, s.a. unter „Rabensgrün"). Er ließ aus Deutschland einen Fachmann namens Reumann kommen und begann, nach kleineren Versuchen, mit diesem aus einem alten Sichelhammer im Zechtal einen Brennofen aufzustellen. Dieser erste Brennofen dürfte als der Anfang der später so bekannten Firma „Haas & Cžjžek" anzusehen sein; die Gründung der ersten Schlaggenwalder Porzellanfabrik wird auf das Jahr 1792 datiert.
Die ersten Bemühungen waren von wechselndem Erfolg begleitet. Wer mit dem Porzellanbrennen einmal zu tun gehabt hat, weiß, wie kritisch dieser zentrale und schwierigste Vorgang bei der Erzeugung von Porzellan ist. Ein Brand gelang. Der nächste, in völlig gleicher Weise durchgeführt wie der gelungene, mißriet. Die ersten Erzeugnisse waren grau und noch nicht ganz mit dem Material zu vergleichen, das in der ersten Hälfte des 20. Jhs. in der gleichen Firma hergestellt wurde. Der Ofen stürzte zweimal zusammen. Mancherlei Mißgeschick traf den Gründer der Fabrik. Doch er ließ sich weder durch Wasser- und Brandschäden, noch durch das öftere Mißraten der Brände den Glauben und den Eifer nehmen und erweiterte das Unternehmen mit Umsicht. Es entstand eine Glasurmühle, der Kaolinabbau wurde bei den einzelnen Fundstellen sichergestellt, und für die Holzzufuhr fand man günstige Wege.
Paulus und Sonntag (dieser im Namen des Porzellanbetriebs in Rabensgrün) bemühten sich um ein Landesprivileg zur alleinigen Erzeugung ihres Porzellans. Trotz einer überaus günstigen Begutachtung durch die Landesbehörde schob die Wiener Regierung der
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