Malern und zwei Massearbeitern, die Porzellan im Werte von 60–70 Gulden in einem Brande herstellten. Dieses erste Schlaggenwalder Porzellan war in der damaligen Zeit wegen seiner Qualität überall, besonders in Prag, sehr gefragt.
Haberditzel wollte im Tepltal auf dem Grund eines Teilhabers eine Fabrik bauen, in der er neben technischen Verbesserungen durch die Wasserkraft des Flusses eine „Glasurstampfmühle" betreiben konnte. Leider starb Haberditzel am 20. Juli 1792 im Alter von 80 Jahren.
Ein Geschäftsbeschluß bestimmte den technischen Leiter Johann Gottlieb Sonntag zum Direktor und den angesehenen Bergwerksbeamten Josef Bernhard Peschke zum Verwalter. Die Witwe Haberditzels blieb mit dem Anteil ihres verstorbenen Mannes Mitglied der Gesellschaft, die aus 28 Teilnehmern bestand.
Sonntag richtete am 29.1.1793 an das böhmische Landesgubernium ein Gesuch um Verlegung der Fabrikation nach Petschau und um Erteilung des Landesprivilegs. Dem Ansuchen fügte er bei: 1 Kaffee- u. 1 Milchkanne, 1 Zuckerdose, 6 Paar Kaffeeschalen, alles blaugefärbt, ferner 1 weißen Becher und 1 Kaffeebecherl. Doch der Wiener Hofkommerzienrat lehnte das Gesuch mit Bescheid vom 20. April 1793 rundweg ab, wohl wegen der Befürchtung, daß die Rabensgrüner Erzeugung der Wiener Porzellanmanufaktur später einmal Konkurrenz machen könnte.
Diese Ablehnung brachte der ersten böhmischen Porzellanfabrik das Ende, noch bevor sie richtig in Gang gekommen war. Sonntag und die anderen Teilnehmer sahen sich in ihren Plänen gehemmt und lösten die Gewerkschaft auf.
Der Traum Haberditzels ging aber dennoch in Erfüllung. Andere Männer übernahmen sein geistiges Erbe und gründeten im Egerland Porzellanfabriken, denen eine große Zukunft beschieden war. Haberditzel jedoch gebührt das Verdienst, als erster in Böhmen die Versuche zur Porzellanherstellung aufgenommen zu haben.
Sein Sohn Raphael, der dem Vater eifrig bei den Versuchen geholfen hatte, wurde ein tüchtiger Porzellanfachmann. Im Jahre 1793 trat er bei der von Johann Nikolaus Weber gegründeten Porzellanfabrik des Grafen Thun in Klösterle ein und brachte es durch sein fachliches Können zum Direktor.
Vom Zinnbergbau zur Porzellanherstellung
Allgemeines
Der geologische Aufbau im Gebiet um Schlaggenwald war reich an Naturschätzen, die eine rege Entfaltung verschiedener Industrien begünstigten. Sehr früh wurde der Reichtum an Zinnerz erkannt, und im 15. und 16. Jh. stand der Zinnbergbau in voller Blüte.
Es ist bekannt, daß in Schlaggenwald im 15. Jh. und danach „irdenes Geschirr" hergestellt wurde. Der Name des stattlichen „Töpferhauses" am Gänsdörfl und die Anfang des 20. Jhs. in der Nähe des Töpferhauses noch aufgefundenen Stücke und Scherben zeugen davon.
Im 16. Jh. ließ die Ausbeute der Erzgruben langsam nach. Der Reichtum in leicht zugänglichen Lagen war zusammengeschrumpft. Außerdem lieferte das Ausland, später vor allem Amerika, das Zinn bedeutend billiger als die Bergwerke im Kaiserwald und Erzgebirge. Zinnförderung und -absatz gingen erheblich zurück.
Zur Zeit der Reformen der Kaiserin Maria Theresia traten in Schlaggenwald völlig neue Verhältnisse ein. Unter anderem wurde 1772 das Bergoberamt durch ein Bergamt ersetzt, alte Verordnungen wurden aufgehoben und die Verwaltung der Stadt den veränderten Verhältnissen angepaßt.
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