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kaiserliche Truppen unter Graf Colloredo die Franzosen aus dem Egerlande und befreiten die Geiseln.
Der von Graf Colloredo geplante zweite Wasserabzugsstollen konnte, bedingt durch den Siebenjährigen Krieg zwischen Preußen und Österreich, wegen Geldmangels nicht vollendet werden. Er sollte im Tepltal, knapp unterhalb der Ziegelhüttener Eisenbahnbrücke, beginnen und nach 5 km Länge die Erzlager in der Pinge, die bis 240 m Tiefe reichten, anfahren. Man bedenke: zwei Abzugsstollen und bis in diese Tiefe ohne Pumpen auszukommen, welch ein ungeheurer Vorteil wäre dieser Stollen gewesen! Auf der Höhe, beim Gfeller Kreuz, teufte man bereits den notwendigen Luftschacht ab. Von diesem stammten auch die dortigen Halden.
Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1762) vollendete Kaiserin Maria Theresia die nach dem Erbfolgekrieg begonnenen Reformen, die verschiedene Änderungen brachten. Die Stadt wurde dem Kreisamte Elbogen unterstellt und mußte die „Indizialgewalt"+) an das Appellationsgericht Prag abtreten. Das Hochgericht wurde abgerissen (1751 letzte Hinrichtung einer Mörderin) und das Steuerwesen neu geordnet. Statt bis zu vier durfte nach 1756 nurmehr ein Bürgermeister gewählt werden. Die Schuldenlast verblieb der Stadt, Einnahmequellen versiegten. Die Stadt verkaufte in ihrer Not mehrere Häuser, das Gasthaus „Zum Roten Ochsen", fünf Mühlen, darunter auch die Malzmühle, Äcker und Wiesen. Sie erhielt dafür bei der Teilung des Huber-Hauptwerkes 32 Kuxe (= Bergwerksanteile), vom Kaspar-Pflug-Erbstollen 40 Anteile und die Bergwerksmühle bei der unteren Schießstatt.
Auch die Gewerken litten unter Geldmangel und stellten 1761 den Bergbau ein.
1761 wurde das Hauptwerk im Huberstock, 1772 das k.u.k. Bergoberamt in der Stadt aufgelassen. Das einfache Bergamt war im Jahnheim, später im Amthaus (neben der Knabenschule) untergebracht. Dieses setzte den Bergbaubetrieb fort, ließ ihn aber im gleichen Jahr wieder auf und überließ das Huber-Hauptwerk der Stadt gegen Revers (schriftl. Verpflichtung); dieser Vertrag ist leider nie wirksam geworden.
Im Jahre 1775 beschäftigte der Bergbau noch 200 Bergleute, 114 waren ohne Arbeit.
Niedergang des Erzbergbaus bis zur Stillegung im Jahre 1870; Entstehung von Industriebetrieben (1792)
Bis zum Jahre 1817 wurde der staatliche Bergbau mit Unterbrechungen aufrechterhalten, dann aber fast ganz eingestellt und das meiste, was dazu gehörte, verkauft. Das Bergamt blieb bestehen.
Während der letzten Jahre des Bergbaubetriebes haben viele prominente Leute die Zinngewinnungsanlagen besucht. Im Berggedächtnisbuch sind folgende Namen vermerkt:
Fürst Liechtenstein, Erzherzog Rainer, Graf Colloredo, Graf Stadion, viele polnische und französische Adelige, die in Karlsbad zur Kur weilten. 1812 besuchte Kaiser Franz I., begleitet von seiner Tochter Maria Luise, Gemahlin Napoleons, mit großer Begleitung Schlaggenwald, fuhr in das Huber-Hauptwerk ein und beschenkte die Bergleute reichlich. Auch Goethe besuchte unsere Stadt und ihre Bergwerke (s. bes. Beitrag).
Als Handelsplatz und Sitz vieler metallverarbeitender Betriebe war Nürnberg neben Leipzig der Hauptabnehmer des Schlaggenwalder Zinns. Das Kaiserwaldzinn ging auf alle europäischen Märkte und konnte auf dem Hauptumschlagplatz Amsterdam von der Konkurrenz des englischen Zinns lange Zeit nicht überrundet werden.
+) Entscheidungsgewalt über Verfahren auf Grund von Tatsachen, deren Gewißheit aus dem Vorhandensein anderer zu beweisender Tatsachen schließen läßt.
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