Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Doba rudného dolování v Horním Slavkově

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oberfläche; 1800 m Querschläge wurden nach links und rechts ausgeführt. Im Jahre 1550 wurde er das erste Mal angefahren. Die Herstellungskosten beliefen sich bis zum Huber Hauptwerk (Pinge) auf 65000 fl.rh. Die Ausbeute stieg gewaltig: Kaspar Pflug sollen die Grubenmasse und „Zehende” (Zehnten) jährlich an die 30000 Dukaten getragen haben (nach E. Reyer). Der Ertrag der Gruben an Zinn belief sich jährlich auf 15000 Zentner, ein enormer Reichtum, obwohl damals die Aufbereitungsmethoden sehr einfach waren und ein erheblicher Teil des gepochten Erzes beim Waschen mit fortgeschwemmt wurde. Im Portal des Stollenmundloches waren zwei Marmortafeln eingelassen; die kleinere trug den Bergadler, die andere folgende Inschrift: „Herrn Kaspar Pflugen tiefer Erbstollen, angefangen die Woche nach Michaelis anno MDXXXIX.” Am Rande steht: „Aufgericht bei der Regierung Simon Vahel von Lilienau, Ihrer Kays. Mayt. Rath und Hauptmann zu Schlaggenwald.” Beide Tafeln wurden im Stadtmuseum aufbewahrt. Nach einer Aufzeichnung im Archiv betrugen die Kosten von „Michaelis ad 1539 bis zu Beschlus des Quartals Lucie ad 1626 in allem 140366 fl.-g.-d”.+) Auf das Betriebsjahr entfallen nur 1631 fl., was bei einer Länge von 5 km als sehr wenig bezeichnet werden kann. Nach mehr als 400 Jahren, bis zur Vertreibung aus unserer Heimat, war dieser „Kaspar Pflugen tiefer Erbstollen” noch erhalten. Die aus der Tiefe abfließenden Wasser gewährten den bachabwärts liegenden Mühlen einen erheblichen Wasserzuschuß für ihren Betrieb und den großen Vorteil, daß dieses Wasser so viel Erdwärme in sich hatte, daß im Winter weder der Mühlgraben noch die Radstube gegen Frost zu sichern waren.

Der Kaspar-Pflug-Stollen erwies sich mit Abstand als der ergiebigste und rentabelste, der große Kapitalaufwand von 1539–50 hatte sich gelohnt. Über Ertrag vor und nach Erbauung berichten ausführlich „Graf Sternbergs Berggeschichte” u. E. Reyers „Zinn”.

Durch die Unruhen während der Zeit des Glaubenskampfes ging die Ausbeute der Bergwerke im allgemeinen zurück; eine neue Bergordnung (1548) sollte die Erträge heben.

So großzügig und segensreich für Schlaggenwald und die anderen Bergstädte des Kaiserwaldes der allverehrte Grundherr wirkte, so tragisch gestalteten sich seine letzten Lebensjahre. Er schloß sich der protestantischen Bewegung an und lehnte sich gegen das Reskript (Erlaß) des Kaisers auf. Während des Schmalkaldischen Krieges (1546/47) war Kaspar Pflug Oberbefehlshaber der protestantischen böhmischen Ständetruppen und mußte nach dem Sieg der kaiserlich-katholischen Verbände aus Böhmen fliehen. Geächtet rettete er sich nach Magdeburg. König Ferdinand beschlagnahmte am 1.8.1547 die Herrschaft Petschau, erklärte ihn seines Lehens, seiner Ehren und seiner Güter für verlustig und setzte auf seinen Kopf einen Preis von 5000 Talern.

Kaspar Pflug, der die Heimkehr in sein Vaterland von Kaiser Maximilian wieder bewilligt erhielt, starb 1549 in Falkenau. Dorthin hatte er sich nach seiner Begnadigung als einfacher Privatmann zurückgezogen. Er wurde zu Petschau begraben, wo er sich bei Lebzeiten gerne aufhielt, wenn er nicht in Schlaggenwald in seinem Wohnhaus lebte. Verwandte baten darum, die Leiche mit Prozession begleiten zu dürfen. Der Trauerzug bewegte sich am 1. April durch die Neustadt, am Pflughause vorbei über die Hub nach Schönfeld und von dort zum Begräbnisort Petschau. So endete das Dasein eines für die drei Bergstädte und die ganze Umgebung unvergeßlichen, hochverdienten, aber unglücklichen Mannes. Sein Porträt befand sich ebenfalls im Stadtmuseum.

Für Schlaggenwald und Schönfeld kamen trübe Tage. Nach dem Siege der kaiserlichen Armee in der Schlacht bei Mühlberg a.d. Elbe am 15. April 1547 und dem Sturze Pflugs erschienen am 31. Juli 1547 die kaiserlichen Kommissare und beschlagnahmten die

+) ad 1626 = anno domini 1626
fl.-g.-d. = Gulden; nähere Umstandsbez., auch Segenswunsch, z.B. gratia dei Gnade Gottes

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