Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 166
Doba rudného dolování v Horním Slavkově

Schnöd, Schirnting, Voll u.a. Sie erwarben größere Bergwerksanteile (Kuxe) und brachten den Metallhandel an sich. Vertraglich wurde zugesichert: „Alle Erze, die durch diese Arbeiten angefahren werden, auf sieben Klafter im Umkreis ausbeuten zu dürfen, alle Bergwerke, die durch diesen Stollen von schlechter Luft und Wasser befreit werden, sollen den Neunt (neunten Teil) der Einnahmen der Gewerken geben, der Gutsherr dürfe keine Abgaben verlangen; diese Rechte sollen dem Stollen solange verbleiben, bis ein anderer, noch tiefer gelegener Stollen fertiggestellt sei." Hans Pflug erlebte den Baubeginn dieses gewaltigen Unternehmens nicht mehr. Aber er schuf viele nützliche Einrichtungen und kaufte, gewissermaßen nebenbei, vom Edelmann Trötscher die sogenannte große Trötscherwiese – später Leßnitzgasse – und ließ sie mit Wohnhäusern bebauen. Er starb in Prag am 15. August 1537, tiefbetrauert von allen, die ihn kannten; er ruht in der St. Wenzelskirche in der ersten Kapelle. Sein Testament lag im Archiv der Stadt Schlaggenwald.

Die Stadt legte 1530 das erste Bürgerverzeichnis an, setzte in diesem wie in den folgenden Jahren die Bestätigung der alten und die Erteilung neuer Privilegien durch und richtete zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt ein. 1533 und 1548 wurden unter anderem auch Zinnlieferungen an die Amberger Zinnblechhandelsgesellschaft nachgewiesen.

Hans Portner, der einem Amberger Geschlechte entstammte, baute 1529 das erste „nasse Pochwerk" in Schlaggenwald²⁾.

1539 erwarb die Stadt von Hans Portner den Kugelhof, einige Zeit später auch den Bärenhof am Arlberg (hieß später „Tichtelberg") von Junker Tichtel von Tutzing. Der Hof war so groß, daß auf ihm das Privileg ruhte, 32 Stück Hornvieh weiden zu dürfen. Nur kurz bewirtschaftete die Stadt den Hof, ließ ihn abtragen und verwendete das Baumaterial zur Errichtung der Faltermühle im „Grunde". Diese Ansiedlung entstand an der Stelle, wo das enge Reinbachtal auf das breitere Zechtal trifft. Heute liegt dort neben einer kleineren Anzahl von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden die Porzellanfabrik Haas & Cžjžek. Die Siedlung hatte ihren eigenen Richter mit den Rechten eines selbständigen Dorfes. Das Rugrecht³⁾ stand dem Richter von Schlaggenwald zu.

Auf Hans Pflug folgte sein Neffe Kaspar Pflug von Rabenstein, ein freisinniger, talent- und charaktervoller Mann, der mit Milde und Umsicht dem Bergwerksbau zu hohem Glanz verhalf. Er trat ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers, setzte dessen Pläne mit Mut und Ausdauer fort, leistete 1542 König Ferdinand von Böhmen den Lehnseid und erhielt die Herrschaft Petschau mit allem Zubehör, wie sie seinem Onkel Hans Pflug zugesprochen war.

Im Jahre 1539 erwarb er ein Privilegium für die Gewerkschaft Hans Schnöd aus Nürnberg, Christopf Scheurl, Doktor der Rechte als Syndikus, Jakob Mälsen der Ältere, Sebastian Mälsen, Sigmund Führer und Kaspar Wurzel zum Bau des geplanten Wasserabzugsstollens. Am 25.9.1539 erkannte Kaspar Pflug dem kapitalkräftigen Partner Hans Schnöd zu, er solle den Kaspar-Pflug-Stollen als Lehen „innehaben auf Gold, Silber, Kupfer, Zinn und andere Metalle".

Der Bau wurde die Woche nach Michaelis 1539 begonnen und nach einer Bauzeit von 11 Jahren beendet. Er hatte eine Länge von 5 km, wurde 1587 bis zum Huberstock auf etwa 7 km vorgetrieben und erreichte eine Tiefe von 106 m. Sein Mundloch liegt heute noch 1 km unterhalb der Stadt, von wo aus auch der Bau begann. Der Stollen führte nicht gradlinig in das Bergbaugebiet, zeigte vielfach Windungen und brach sogar zweimal im rechten Winkel um. Luft- und Einstiegsschächte, 24 an der Zahl, ermöglichten den Zugang von der Erd-

2) Naßpochwerk, mit Wasserzufluß und größeren Pochschuhen;
3) Rugrecht, Verfahren von nicht eingeklagten, aber von Amts wegen zu verfolgenden Missetaten; Anzeige durch vereidigte Rügegeschworene oder Rügezeugen.

list 166 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.