Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Doba rudného dolování v Horním Slavkově

Böhmen über Eger – Hof – Bayreuth – Auerbach bis Nürnberg bauen. Auf diesem Wege beförderten Fuhrwerke aus dem Zinnort Schlaggenwald und dem Kupferort Kuttenberg+) bereits Erze nach Nürnberg.

Schlaggenwald wuchs rasch heran; es entstanden neue Siedlungen, von denen die Seifertsgrün, ursprünglich „Seifahrtsgrün" genannt, die ältere sein mag. Auf der großen Grubenkarte aus dem Jahre 1699 sind in dem engen Tal der Seifertsgrün nicht weniger als 14 Gebäude eingezeichnet, die neben den verschiedenen Stollen dem Bergbau dienten. Der Siedlung auf der „Trötscherwiese", der späteren Leßnitzgasse, stand mehr Raum zur Verfügung, und sie konnte sich besser entwickeln. Sie war viel größer, setzte sich im „Alten Markt" fort, reichte über den Ortsteil Kaunitz hinaus und der Kirchstaffel und Kirchgasse entlang bis zum Flutbach. Der Glockenberg, der die St. Georgskirche und den Friedhof trägt, überragt Seifertsgrün und Leßnitzgasse. An sie schließt sich die neue Stadt an, die Hauptstraße, neuen Marktplatz und Neustadt umfaßt. Der alten Stadt dürften der Graben und die Peint zugehört haben, denn laut Gedächtnisbuch der Stadt ordnet 1543 Kaspar Pflug an, daß „künftighin alle Häuser, so an der Flute (dem Bache) gebaut werden, 3 Lachter, d.i. 6 m, davon entfernt sein müssen" (Schlaggenwalder Lachter = 1,85 m).

Aus der Zeit der Herrschaft durch die Junker von Meißen (um 1400) sind keine größeren Gebäude erhalten geblieben. Heinrich von Plauen (III.) bestätigte, ergänzte und legte Rechte und Pflichten der Bergstädte Schlaggenwald, Schönfeld usw. genau fest. Er verlieh der Stadt 1489 ein vollkommenes Egerer Stadtrecht und gestattete, daß sie aus seinem Familienwappen den schwarzen Löwen von Plauen in das Stadtwappen aufnehmen durfte, in dem er bis zur Vertreibung im Jahre 1946 geführt wurde. Auch die Grafen von Gleichen erschienen um diese Zeit für eine kurze Interimsherrschaft als Herren von Schlaggenwald auf dem Plan.

Heinrich III. hinterließ bei seinem Tode 1492 einen Sohn, Heinrich IV., der Petschau und die drei Bergstädte Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach 1495 an das tatkräftige Geschlecht der Pflug von Rabenstein abtrat. Dieses leitete einen wirkungsvollen Aufschwung im Bergbau ein. Caspar Bruschius erwähnt in seiner Beschreibung des Fichtelgebirges vom Jahre 1543, daß sich „aus diesem erlauchten alten Geschlecht ... die schöne Libussa ihren Gatten auserkoren habe". Als erster Vertreter dieser Familie wird in den Urkunden ein Sebastian Pflug von Rabenstein genannt. Die Pfluge hatten ihren ständigen Sitz im Schloß zu Petschau, bauten aber im Laufe der Zeit mehrere Häuser in Schlaggenwald, die zum Teil in ihrer ursprünglichen Form bis in die Nachkriegszeit erhalten geblieben und unter dem Namen „Pflughäuser" allgemein bekannt sind.

Auf Sebastian Pflug folgte 1501 Hans Pflug, der König Ferdinand I. große Dienste leistete (seinem Einfluß ist die Wahl Ferdinands in erster Linie zu danken). In dessen Hände legte er 1527 auch den Lehnseid ab. Als Hauszeichen führte Hans Pflug den nach links schauenden Raben im Wappen, der bis in unsere Tage über einem Haustore zu sehen war. Er förderte tatkräftig die Gewinnung und Aufbereitung der Zinnerze, ließ in der Zech, „auf der Tanner" (Donner) sowie im Bereich der St. Annakapelle mehrere Wohnhäuser bauen und verwendete alle Energie auf die Beschaffung einer großen Wasserkraft. Seinen Wunsch, Schlaggenwald zu einer großen und schönen Stadt umzugestalten, erfüllte ihm sein beträchtliches Vermögen. 1517 begann er den dritten Umbau der St. Georgskirche, erbaute für sich weitere Pflughäuser, mehrere Mühlen und zwei Ziegelhütten. Mit ihm

+) Kuttenberg (Kutná Hora, östl. v. Prag), Silber- u. Kupferbergwerke im Czaslauer Kreis, 13.–18. Jh., ehem. größte Stadt Böhmens; hier kann möglicherweise eine Verwechslung vorliegen mit Kuttenplan (Chodová Planá), Marktfl. i. Bez. Plan, wo zu dieser Zeit auch Kupfererz (und Alaun) gewonnen wurde (kam an Pflug von Rabenstein, unterstand Bergoberamt Schlaggenwald; tschech. Ortsname abgel. von Choden = Grenzwächter d. südl. Egerlandes)

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