Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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sich und Menschen ihr Aussehen ändern. „Tempora mutantur et nos mutamur in illis" (Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen), wußten schon die alten Römer zu urteilen. Altes vergeht und Neues setzt sich durch, ohne daß damit Verfall und Zerstörung einhergehen müssen.

Was also ist „Heimat"?

Wer den geistigen Inhalt dieses Begriffs richtig verstehen will, wird ihn nicht im Bereich unbestimmter, unklarer und vielfach romantischer Gefühle finden, sondern muß in anderer Richtung suchen. Dabei müssen viele Merkmale, die ein Leben auf dieser Welt erst als menschlich sinnvoll und lebenswert auszeichnen, zusammenfinden.

„Heimat" schließt „Heim" ein, das begrifflich nicht von vornherein mit „Haus" gleichzuachten ist. Ein neues Haus zumal ist – äußerlich betrachtet – zunächst nur ein Zweckbau, der vor allem dem Schutz gegen die Unbilden der Witterung zu dienen hat. Ein Heim ist mehr, ist Ort der Zuflucht vor der Unruhe und den Wirrnissen des Alltags, Stätte der Geborgenheit, vom Besitzer liebevoll und sorgsam eingerichtet, gestaltet und geordnet in einer nur ihm eigentümlichen Art; ein Heim ist „Heimat im Kleinen", und sie wiederum ist dort, wo ich „(m)ein Heim" habe, wo ich „da-heim" bin. Ältere Häuser als Ausdruck gelungener Siedlungsform, Gebäude, bei denen sich Zweckmäßigkeit mit Schönheit vereint, z.B. Bauernhöfe und Bürgerhäuser, Häuser mit „Charakter", besitzen als Stätten bodenständiger Lebensgestaltung und Wohnkultur alle diese Merkmale eines „Heims" und sind selbst zu einem Stück Heimat geworden.

Heimat – das sind jedoch vor allem die Menschen, die Familie: Eltern, Großeltern, Geschwister, Verwandte mit ihrem ständigen Umgang. Läßt gemeinsames Erleben der Jugendzeit aus dem Kreis der Schulkameraden und Spielgefährten oft lebenslange Freundschaften erwachsen, so verbindet in späteren Jahren ein dichtes Geflecht enger zwischenmenschlicher Beziehungen Nachbarn und Arbeitskollegen. Lehrer und Geistliche tragen als Erzieher ebenso Verantwortung wie die Obrigkeit und verdienen Respekt. In der Heimat leben bedeutet nämlich Einordnen in ein enges soziales Gefüge, heißt Bindung an vertraute Menschen, die mit Achtung und Anstand rechten Umgang pflegen, schließt auch Teilhaben an ihren Freuden und Anteilnahme an ihren Sorgen und ihrem Leid mit ein.

Zur Heimat zählen aber nicht nur die bekannten Umrisse der Landschaft, sondern auch die aus der Kindheit vertraute Umgebung: das Vaterhaus, hingeduckt am Hang, die dreischeibigen Fensterflügel nach außen zu öffnen, mit Eingang und Flur, der großen Wohnstube mit dem gemauerten Herd, den Zimmern, Dachkammern und Keller, mit Mobiliar und Gerätschaften. Und an jedem Stück hängen Erinnerungen. Der kleine Hausgarten mit dem alten Birnbaum gehört ebenso dazu wie die verwitterte Holzbank neben der massiven Haustüre. Spielwinkel führen im näheren Umfeld zu den Nachbarhäusern, in deren Innern eigene, unverwechselbare Gerüche bereits im Hausgang – auch mit geschlossenen Augen – erkennen lassen, wo man sich gerade befindet.

Häuser, nicht immer von baulicher Schönheit, halb Mauerwerk, halb Holz, die Dächer oft mit schwarzer Teerpappe gedeckt, zu Gassen und Plätzen geformt, dann Rathaus und Marktplatz, Pflughäuser und Schulen, Turnplätze und Spielwiesen, Wege und Brücken, Kopfsteinpflaster oder unbefestigt, Gärten und Zäune, Bäche und Teiche, Friedhof und Denkmäler, Brunnen und markante Bäume ergeben ein lockeres, gewachsenes Ortsbild, das die Kirche mit dem imposanten Turm am Berg überragt.

Ehrsame Kaufleute, fleißige Bäcker und Fleischer sorgen für den täglichen Bedarf, tüchtige Handwerker, wie Schmied, Schneider, Schuster, Tischler und Wagner, Einrichtungen wie Post und Sparkasse erledigen Aufträge und erbringen Dienstleistungen. In gemütlichen Wirtshäusern spielt sich geselliges Leben ab, Vereine und auch der müde

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