Um das Jahr 1200 besaßen das Gebiet des Kaiserwaldes die Herren von der Riesenburg. Borsso (oder Borscho) der Ältere, auch Buresch genannt, vererbte seinen gesamten Besitz im Kaiserwald, in dem die alten Bergstädte Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach liegen, seinen Söhnen Borsso und Schlakko. Borsso übernahm das südwestliche Gebiet von den Abhängen des Berges Glatzen bei Marienbad und die Tallandschaften bis zum Tillenberg; hier erbaute er bei Sandau die Feste Borssengrün (zerstört im 30jährigen Krieg). Schlakko erhielt den Teil vom Berge Glatzen gegen Nordost bis weit in das Innere des Landes. Das Gebiet war von mächtigen Urwäldern bedeckt. Hier im Walde des Schlakko entstand die nach ihm benannte Siedlung Schlakkowald, wie sie auf den Urkunden alter Zeit heißt. Daraus entstand der Name Schlaggenwald. In einer Akte aus dem Jahre 1383 erteilt Thomb Kroner, Herr von Gfell, seinen Untertanen dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Stadt „zum Schlakkenwalde" hat, und hängt „von virtus wegen" an diese Urkunde das Siegel der Stadt. Dies beweist auch wieder, daß Schlaggenwald eine sehr alte Siedlung sein muß; denn, wenn es 1383 schon Stadt war, muß sie lange Zeit vorher gegründet worden sein.
In einer Urkunde vom 13. Juli 1355, ausgefertigt von zwei Brüdern Borko und Schlacco von Riesenburg für den Markt Schönfeld, findet sich der erste schriftliche Beleg über den Zinnbergbau im Kaiserwald. Hierin werden unter anderem das Gericht, die Verwaltung der Zinnseifen und -gruben, die Zinnwaage und der Bergzehnt erwähnt. Dies beweist die schon entwickelte Form eines Bergwerksbetriebes und das Bestreben seiner rechtlichen Absicherung.
Johann Thaddäus Anton Peithner, Edler von Lichtenfels, schreibt in seinem Werk „..über die böhm. usw. Bergwerke" vom Jahre 1780: „Die uralte, königl. Bergstadt Schlaggenwald, böhmisch Slawka, ist nach Schönfeld wahrscheinlich die älteste Zinnbergstadt in Deutschland. Ihren Ursprung leitet man von den Gebrüdern Bursen und Schlawko, oder Schlako von Riesenburg ab, von welchem letzteren sie auch den Namen haben könnte."
Die Abstammung des Borsso und Slawko (Schlakko) von Riesenburg führt auf die Hrabisse (mit dem Rechen im Wappen) als eine der edelsten Dynastien-Familien Böhmens zurück, die bereits von Cosmas, dem ältesten Geschichtsschreiber Böhmens, 1061 erwähnt werden. (Stammtafel der Riesenburger nach V. Pröckl, Geschichte 1887.)
In den Akten des Hauptsteueramtes Prag aus 1679, 1680 usw. wird die Stadt stets „horní město Schlakkenwaldú" (horní město = Berg-Stadt) genannt und nie „Horní Slavkov", wie die heutige Bezeichnung in tschechischer Sprache lautet. Sie war eben immer die Bergstadt Schlaggenwald. Auf verschiedenen Gegenständen und zahlreichen Urkunden im Archiv wird der Name der Stadt auch „Schlakko-Wald" geschrieben, was wiederum auf die Gründung im Walde des Schlakko hinweist. Mundartlich wird der Ort stets „Schläggäwål" genannt. Auf dem Wappenstein des ehemaligen Hochgerichts ist zu lesen:
„Schlaccenwald die kaiserliche Berckstad
von Schlacco iren Nahmen hatt
gezirt mit Thugent und Gerechtikeit
davor ist Gott zu dancken allezeit."
Auch daraus ist die Herkunft des Namens deutlich zu ersehen.
Daß das Hauptsteueramt Prag vor über 300 Jahren noch keinen tschechischen Namen für Schlaggenwald kennt, Peithner aber 1780 den Namen „Slawka" zu nennen weiß, gibt Anlaß anzunehmen, daß alle Abwandlungen des deutschen Ortsnamens bis zum heutigen „Schlaggenwald" für die spätere tschechische Ortsbezeichnung „Horní Slavkov" mitbestimmend waren.
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