Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 139
Zdravotnictví

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

nach sich.

Für die Abfuhr von Hausmüll, den damals alle „Åschä" nannten, sorgten Gemeindearbeiter (Åschämannä). Sie zogen mit einem Handwagen – im Winter auf Kufen – durch alle Straßen und Gassen, um die Abfälle (fast ausschließlich Rückstände aus der Verbrennung von Holz, Papier und Braunkohlen) einzusammeln. Ihr Erscheinen kündigten sie mit einer Glocke und lauten Rufen an. Wer seinen Müll loswerden wollte, mußte die Gefäße selbst zum Wagen bringen. Dieser wurde auf einem Platz außerhalb der Stadt entleert. Der Abfallberg wuchs ganz langsam. Irgendwelche Vorkehrungen zum Schutz des Grundwassers usw. fehlten.

Wie sah das öffentliche Gesundheitswesen im Ort in den Jahrzehnten vor 1945 aus?

Die vorhandenen Straßen-, Wasser- und Abwasseranlagen wurden regelmäßig unterhalten und nach Möglichkeit verbessert.

Freiberuflich tätig waren ein praktischer Arzt (Dr. Müller, vorher Dr. Singer), zwei Zahntechniker (Gareis, Hofmann) und ein Tierarzt. Ein Spital war nicht mehr vorhanden. Die Kranken fanden im Krankenhaus in Elbogen Aufnahme. Geburtshilfe leistete in der Regel eine Hebamme.

Das neben der St. Annakirche liegende Hospital beherbergte hilfsbedürftige Personen. Nach den Fürsorgeregeln hatte jede Stadt allen Bürgerinnen und Bürgern, die das Heimatrecht besaßen (also einen Heimatschein hatten), Hilfe angedeihen zu lassen.

Es gab auch Vorsorgemaßnahmen, wie Impfung der Neugeborenen und Schulkinder, Untersuchungen zu Beginn und während der Schulzeit. In Anbetracht des landschaftsbedingten Jodmangels im Wasser und eventuell in der normalen Kost wurden zeitweise Jodtabletten an die Kinder ausgegeben.

Die Erwachsenen konnten Vorträge über Fragen der Ernährung, Gesundheit und Hygiene besuchen, die teils öffentlich, teils vor geladenen Gästen gehalten wurden.

Unseren Vorfahren war die Heilwirkung von Pflanzen und Kräutern gut bekannt. Sie wurden gezielt gesammelt und zu Hausmitteln gegen verschiedene Beschwerden verarbeitet.

Allmählich verbesserten sich auch die sozialen Voraussetzungen (z.B. Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz), die ebenfalls für eine angemessene Lebensweise unerläßlich sind.

Andere städtische Einrichtungen

Im Jahre 1910 ging in der Stadt das elektrische Licht an. Ein Jahr vorher hatte der Lederfabrikant Roßmeissl eine Dampfkraftanlage in Betrieb genommen, mit der Dynamos zur Erzeugung elektrischer Energie betrieben werden konnten, die nicht nur seine Werksanlagen, Werkswohnungen usw., sondern zunächst auch Abnehmer im Stadtgebiet mit Strom versorgten. Der gebührende Dank für diese zukunftsweisende Einrichtung blieb Roßmeissl jedoch versagt. Als im Ersten Weltkrieg infolge von Petroleummangel die Nachfrage nach Haushaltsstrom stark anstieg und die mit großem Aufwand errichtete Anlage Gewinn abzuwerfen begann, übernahm die Stadt die Stromversorgung in eigene Regie. Sie bezog den Strom vom Überlandwerk Unterreichenau. Roßmeissl durfte nur auf Anforderung in das städtische Netz einspeisen.

Die Stadt war auch um ihr Erscheinungsbild besorgt. Sie ließ daher von Gemeindearbeitern Straßen und Wege reinigen und die Wintersicherung durchführen, soweit dafür nicht laut Satzung die Anlieger verpflichtet waren.

[obr] Ortspolizei

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 139 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.