ſelbigen
Abende weder dem Bäumlein noch mir an, daß uns der Herr Förster so tief ins Herz getroffen hatte.
Ja, und noch ein kleines Mißgeschick ist mir da einmal am Weihnachtsabende widerfahren, das aber durch gnädige Fügung der Vorsehung, wahrscheinlich des Christkindleins selbst, auch wieder in hellen Christnachtsjubel ausgegangen ist. Ich habe die Geschichte einmal vor Jahren schon ausführlich erzählt und will heute nur kurz berichten, daß einmal ein müdes, kleines Studentlein auf der Heimreise knapp vor dem Heimatsdorfe mit einem Reisekofferchen auf dem Rücken von seinem Vater als halberfroren und schlafend auf dem Waldwege bei Sankt Niklas am Krudum aufgelesen wurde und daheim unter dem Christbaum langsam aufgetaut und wieder zum Leben gekommen ist. Das war alsdann ein Weihnachtsfest, wie es lauter und freudiger nirgends gefeiert wurde, und ich meine heute noch, daß ich die lieben Engelein und ihr „Ehre sei Gott in der Höhe" in unseren Jubelliedern vernommen habe.
Einmal aber, da war mir mit einem Schlage und ganz unversehens der goldene Traum der Kindheit zu Ende geträumt, und es leuchtete mir kein Christbäumchen mehr zu, das Eltern- und Kindesliebe einander gewidmet. Vom rauhen Schicksal waren die Geschwister weit von einander gerissen, die Eltern nach aufreibender Lebensarbeit heimgegangen zur ewigen Rüste. Da war ich einmal am Christabend mutterseelenallein in der großen Hauptstadt, irgendwo Zaungast, bis ich mich in stiller, kalter Kammer verkroch und salzige Zähren weinte. Und wieder einmal um diese Zeit packte ich kurz entschlossen meine Reisetasche und eilte auf schnaubendem Dampfrosse der lieben Heimat zu. Als ich in der lieben, alten Stadt an der Eger, der Hauptstadt meines Jugendlandes, anlangte, da rüsteten sie in ihren hellerleuchteten Stuben gerade zur Weihnachtsfeier. Ehe ich die nächtliche Wanderung durch die Steinloh über die Hochfläche zum Krudumdörfchen antrat, wollte ich einem Herzensdrange folgend, noch einmal eine eigene kleine Weihnachtsfeier begehen. Es war dort draußen auf der Höhe hart an der Neusattler Straße, wo ich eine eiserne Gittertür aufstieß und zwischen schneebedeckten, hartgefrorenen Grabhügeln alsbald die Ruhe-
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